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15.03.2002 - 

Kolumne

"Der Bauch der CeBIT"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Seit Mittwoch befindet sich Hannover wieder im Ausnahmezustand. Wie jedes Jahr könnte man sagen, widerstandslos der Maßnahme A wie Anfahrt zu folgen, sich strikt an seinen Messefahrplan zu halten und sich abends mit Maßnahme B wie Abfahrt vom Messegelände spülen zu lassen.

Aber die CeBIT 2002 ist anders. Selbst die alten Messehasen schütteln die Routine aus dem Fell und stellen die Lauscher auf. Es geht nicht darum, einen neuen IT-Trend auszumachen - das sind bis auf Web-Services mehr oder weniger dieselben wie im letzten Jahr. Nein, dieses Mal wird in Hannover die Stimmung getestet: Hat die IT-Branche die Talsohle erreicht? Wann geht es wieder aufwärts?

Jeder weiß, dass während der Messe keine überraschenden Deals zu erwarten sind. Alle Aufträge, die in Hannover publikumswirksam unterzeichnet werden, sind von langer Hand vorbereitet und müssten deshalb längst in die Prognosen eingeflossen sein. Auch die Zahl der Aussteller und der zugebauten Fläche ist sattsam bekannt - lässt also ebenfalls keine neuen Rückschlüsse auf das Wohl der Branche zu. Und sind es wie dieses Mal auch weniger exponierende Anbieter, teilt die Deutsche Messe AG flugs mit, dass sich jetzt zwar keine Firmen mehr auf der Warteliste befinden, aber sich an den verkauften Quadratmetern nur ganz Unwesentliches geändert habe. Genauso wenig können die Auguren den Aufschwung aus dem Besucherandrang extrapolieren. Sollten sich die Zähler an den Drehkreuzen der Messeeingänge dieses Mal langsamer drehen als sonst, stehen Tausendschaften von Schülern und Berufsschülern im Dienste ihrer Region bereit, um auf Einladung der Messegesellschaft für eine gefällige Statistik zu sorgen.

Und doch werden die Kaffeesatzleser, Produktvermarkter und Vertriebs-Manager nach der Messe wissen, ob die Prognosen von Eito, Bitkom und Co. zutreffen. Sie werden miteinander reden, sich gegenseitig auf den Zahn fühlen, Gerüchte weitererzählen und die Konkurrenz bis ins Detail durchkauen. Dann werden sie diese Gespräche während der endlosen Stunden am Stand, in der Kneipe und selbst nachts, wenn sie in den angemieteten Kinder- oder Elternschlafzimmern der Hannoveraner ein paar Stunden unruhigen Messeschlafs verdämmern, Revue passieren lassen. Und wenn das Gefühl, das sich dann einstellt, positiv ist, dann werden sie wieder an das Prosperieren ihrer Branche glauben - aus dem Bauch heraus quasi. Dieses Verfahren ist zwar nicht sehr wissenschaftlich, aber jahrzehntelang erprobt und genauso zuverlässig.