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13.02.2009

Der Bayer und die Welt

13.02.2009
Gerhard Polt, urbayerischer Kabarettist und Autor, beobachtet die technische und wirtschaftliche Entwicklung kritisch und stellt ein Programm über Computer-Nerds in Aussicht.

CW: Man spricht deutsch - nur nicht in der IT. Warum?

POLT: Die Sprache wandelt sich, Menschen haben sie schon immer kodifiziert. Dennoch sind Akronyme, wie sie auch in Kurzmitteilungen, SMS und Chat-Räumen verwendet werden, durchaus dazu angetan, eine ausdrucksstarke, veranschaulichende, reiche Sprache verarmen zu lassen. So hat beispielsweise die Kultur des Briefeschreibens enorm abgenommen. Es geht sogar so weit, dass bestimmte Leute schon Mühe haben, bestimmte Sachverhalte korrekt zu beschreiben. Sie gehen sprachlich sehr simplifiziert an Dinge heran - was aber nicht heißt, dass auf diesem Weg nicht auch wieder etwas Neues entstehen kann.

CW: Inwieweit setzen Sie zur Vorbereitung Ihres Bühnenprogramms Computer und Internet ein?

POLT: Gar nicht.

CW: Planen Sie, demnächst Parodien über Computer-Nerds in Ihr Programm aufzunehmen?

POLT: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Thema sehr ergiebig sein kann. Ich habe einen Freund, der mir diese Welt näherbringen will. Die komische Seite dieses Daseins ist auf der Bühne durchaus darstellbar. Ich hätte nichts dagegen, mich dem einmal zuzuwenden. Man muss aber eine solche Sache nicht nur beobachten, sondern auch schon ein wenig kennen, um das Obskure, das Aberwitzige an den Gewohnheiten der Menschen parodieren zu können.

CW: Sie kommen in Ihrem aktuellen Programm auch auf den Überwachungsstaat zu sprechen. Wie stehen Sie persönlich dazu?

POLT: Man kann diese Entwicklung gar nicht kritisch genug sehen. Die Orwellschen Fantasien, wie eine Gesellschaft ihre Privatheit an den Staat überträgt, sind teilweise schon real - der Bürger ist kein Bürger mehr, sondern nur noch eine Nummer.

CW: Trifft Sie die Finanzkrise?

POLT: Mich persönlich trifft die Entwicklung nicht hart, weil ich kein armer Mensch bin. Ich kann mir weiter Dinge leisten, die ich möchte. Ich spare nicht. Ich fürchte aber, dass wie so oft die Letzten der Hund beißen wird.