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05.01.2001 - 

ZVEI befragt 1400 Mitgliedsunternehmen

Der Bedarf an Elektroingenieuren wird auch in Zukunft steigen

FRANKFURT/M. (CW) - Der Ingenieurmangel in Deutschland erweist sich als Wachstumsbremse der wirtschaftlichen Entwicklung. Nach Einschätzung des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Frankfurt am Main, verhindert der Mangel zudem die Schaffung weiterer Arbeitsplätze.

Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Elektroingenieuren können Fachhochschulen und Universitäten laut ZVEI künftig nur noch zur Hälfte decken. Allein die Elektroindustrie sucht nach einer Umfrage bei 1400 ZVEI-Mitgliedsunternehmen in den kommenden zwei Jahren rund 12400 Ingenieure und Informatiker pro Jahr. Derzeit schließen indes jährlich nur knapp 8000 Ingenieure ihr Studium der Elektrotechnik ab. Bei einem Gesamtbedarf aller Branchen von 13000 Ingenieuren pro Jahr resultiert daraus laut ZVEI ein Mangel von etwa 40 Prozent. Auch das zwischenzeitliche Überangebot an Ingenieuren in den neuen Bundesländern sei mittlerweile vom Markt aufgesaugt.

Fünf Arbeitsplätze hängen von einem Ingenieur ab"Ingenieure werden künftig zur knappsten Ressource und zum Engpassfaktor für andere Arbeitsplätze werden", erklärt ZVEI-Geschäftsführer Gotthard Graß, der gravierende Folgen für die Beschäftigungsentwicklung in der Elektroindustrie sieht. So könnte man mit weniger Ingenieuren vielleicht schon bald nicht mehr eine technologische Spitzenposition behaupten. Zudem "gehen in der Breite Arbeitsplätze verloren oder können erst gar nicht geschaffen werden, weil die Vorleistung der Ingenieure fehlt", so Graß. Von einem Ingenieur in der Elektroindustrie hängen nach ZVEI-Berechnung durchschnittlich weitere fünf Arbeitsplätze ab. Bei rund 3500 unbesetzten Ingenieurstellen seien das etwa 17000 weitere Jobs.

Zwar gebe es die Möglichkeit, Elektroingenieure je nach Aufgabengebiet durch Ingenieure anderer Fachrichtungen zu ersetzen. In einigen Kernbereichen der Elektroindustrie sei dies aber kaum möglich. Die Branche benötige vor allem Ingenieure der Elektrotechnik und Informationstechnik an der Schnittstelle zwischen Hard- und Software. Bemerkenswert findet ZVEI-Präsident Graß, "dass in der Elektroindustrie überwiegend Elektro- und Informationstechniker und weniger Informatiker die Software entwickeln, die zur Leistungssteigerung der Produkte und Systeme beiträgt". So fänden sich in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen keine zehn Prozent Informatiker, dagegen aber über 64 Prozent Elektroingenieure. Die ZVEI-Umfrage macht deutlich, dass Ingenieure in der Elektroindustrie auch langfristig gute Karten haben. So nahm ihr Anteil an der Gesamtzahl der hier Beschäftigten stetig zu und betrug 20,2 Prozent im Jahr 1999. Zum Vergleich: 1993 lag ihr Anteil bei nur 14,8 Prozent. Auch wirtschaftlich schwierige Phasen überstehen Elektroingenieure besser als andere Berufsgruppen, wie die Umfrage zeigt: Von Ende 1995 bis Mitte 2000 nahm die Gesamtzahl der Beschäftigten in den an ZVEI-Untersuchungen beteiligten Betrieben um knapp acht Prozent ab. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Ingenieure und Informatiker immerhin um etwa drei Prozent. In Phasen, in denen die Elektroindustrie prosperiert, seien die Aussichten für Elektroingenieure ohnehin hervorragend. So wuchs allein im Jahr 2000 der Umsatz um mehr als zehn Prozent. Informationen gibt es im Internet unter http://www.think-ing.de.