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Bank attestiert Olivetti Bonität:


06.04.1979 - 

Der Computer macht die Genossen attraktiver

MÜNCHEN (CW) - Mit dem Einsatz von Olivetti-Terminalsystemen des Typs TC 800 und TM 8 im Unbar-Bereich hat die Raiffeisenbank München (RBM) eG die erste Phase der Computerisierung ihrer Betriebsbläufe abgeschlossen. Demnächst wird auch der Schalterbetrieb rechner-unterstütz arbeiten; schließlich soll eine Online-Verbindung zur Rechenzentrale Bayerischer Genossenschaften eG installiert werden.

Die Konfiguration umfaßt zur Zeit zwei Systeme in der Münchner Hauptstelle, beide mit einer Hauptspeicher Kapazität von 48 K und zwei Magnetplatteneinheiten mit je 9,8 MB. Angeschlossen sind sechs Bildschirm Arbeitsplätze mit Diskettenspeicher und Matrixdrucker, zwei davon als Master- und vier als Slave-Plätze. An einen Master lassen sich maximal sechs Slaves ankoppeln.

Die Anwendersoftware wurde binnen eines dreiviertel Jahres gemeinschaftlich von der Rechenzentrale und Olivetti entwickelt. In ihr fanden die Ergebnisse einer 1977 eingeleiteten Struktur- und Organisationsuntersuchung (mit Schwergewicht auf dem Zahlungsverkehr) ihren NiederschIag; sie hatte erdeutige Aussagen zugunsten einer Zentralisierung des gesamten Belegwesens erbracht, das zuvor noch in den 18 Zweigstellen der Bank dezentral abgewickelt wurde.

Die EDV-Dienstleistungen der Rechenzentrale bestanden bisher aus einem Standardpaket - für jede Mitgliedsbank - und modularen Zusatzdiensten für Individualbedarf. Die neue RBM-Software betrachtet die Rechenzentrale zwar ebenfalls als Individruallösung, doch soll sie auch anderen Genossenschaftsbanken zur Verfügung stehen. Man denkt hier insbesondere an solche Institute, die aus Wettbewerbsgründen fusionieren müssen.

Zusagen eingehalten, Leistungen eingetroffen

Für die Rechenzentrale war das RBM-Projekt mithin von Anfang an kein Einzelauftrag. Gründlich prüften die Banken vor allem die Zuverlässigkeit und das Handling der erweiterten Olivetti-Systeme (mit Groß-Bildschirm, Plattenspeicher und Codierdrucker).

Es stellte sich heraus, daß die Maschinen, aber auch die Beziehung Mensch/ Maschine den Erwartungen entsprachen. Lobt RZ-Leiter Dr. Hans Gerhard Kelber: "Ein gemeinsames Projekt, das terminlich und sachlich gut über die Bühne gegangen ist." Auch die Banker strichen die rückhaltlose Zufriedenheit mit dem neuen System heraus.

Ungeachtet dessen verlor man die Zukunft nicht aus den Augen. Aus der Sicht der Bank stellt sich der Faktor Zeit so dar: 1978 wurde das Olivetti-System installiert und sein Einsatz auf fünf Jahre veranschlagt. ln den nächsten Jahren wird man auf Online-Betrieb schalten, dann aber auch schon daran zu denken beginnen, wie eine neue EDV-Organisation der Bank aussehen kann/soll.

So lange zumindest werden die Daten zentral erfaßt und die Belege bildschirmunterstützt codiert Dies und die Ausrüstung der Bankschalter mit Terminals bedeutet im Vergleich zum bisherigen Verwaltungsablauf eine erhebliche Zeitersparnis bei mehr Komfort und geringerem Personaleinsatz.

Bereits während der Erfassung und Primanotisierung werden die Daten gegen die Datei mit den Bankleitzahlen und mit den diversen Kundenstammdaten geprüft sowie gleichzeitig codiert. Auf diese Weise erübrigen sich mehrere früher manuell notwendige Arbeitsgänge, und zusätzlich erhöht sich die Sicherheit beträchtlich Zur Zeit werden täglich rund 4000 Belege erfaßt und 1700 codiert. Die maximaIe Belastbarkeit des Systems läge bei etwa 16 000 Belegen tägIich.

Wie die Zeiteinsparungen zustande kommen, sei an einem Beispiel verdeutlicht: Ist mit einer Bankleitzahl-Angabe etwas nicht in Ordnung, so holt das System dem Bediener in Sekundenschnelle je nach Bedarf alle unter einer Ortsbezeichnung oder auch nur einer Postleitzahl abgespeicherten Kreditinstitute auf den Bildschirm.

Ebenso kann der Name der Bank Suchparameter sein. Trotz der rund 30 000 auf der Platte befindlichen Bankleitzahl-Sätze ist ein solcher Suchvorgang, wie Lothar Fleer, Prokurist der Rechenzentrale, versichert, auch im ungünstigsten Falle nach 30 Sekunden beendet.

Weitere Zeiteinsparungen sind zu erwarten, wenn magnetstreifen-codierte Kundenkarten und Sparbücher, wie die Bank sie sich von dem Duo Olivetti/RZ wünscht, Wirklichkeit sind. Auf andere Weise können Kunden der RBM schon jetzt Zeit sparen: Als erste bayerische Genossenschaftsbank hat die RBM an der Außenwand ihrer Münchener Zentrale einen Olivetti Geldausgabe Automaten (versuchsweise) installiert.