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23.06.1978 - 

The Waves of Change

Der Computer und die Arbeitsplätze

In seinem heutigen Beitrag packt Charles P. Lecht ein heißes Eisen an. Es geht um das Thema "Computer und Arbeitsplätze". In seiner Analyse der weltweiten EDV-Investitionsentwicklung weist der Autor nach, daß es sich bei der Verstellung vom "arbeitsplatzstiftenden Computer" seiner Meinung nach um eine Illusion handelt.

Bereits 1975, also auf dem Höhepunkt der weltweiten Wirtschaftsrezession, machten sich die ersten Anzeichen für eine Umorientierung in der EDV-Branche bemerkbar. Sinkenden Hardwareumsätzen der großen Hersteller standen steigende Software- und Supportausgaben der Benutzer gegenüber. Daß diese Investition inmitten einer angespannten Wirtschaftslage natürlich auch aus dem verstärkten Bemühen um Produktivität und Leistungssteigerungen resultierten ist selbstverständlich. Uns interessiert in diesem Zusammenhang allein der langfristige Trend, der hier einsetzt.

Unter dem Eindruck einer Belebung der internationalen Wirtschaft haben Umsätze und Ausgaben im Jahre 1976 die entsprechenden Spitzenwerte von 1974 bereits wieder überrundet. Der festgestellte Trend hält jedoch weiter an. Der Hardwareposten in den EDV-Budgets der Benutzer sinkt tendenziell immer weiter, demgegenüber steht ein wachsender Anteil der EDV-Personal und Softwarekosten.

Die Tabelle zeigt die Budgetstruktur großer EDV-Anwender etwa vom Typ der in der "Fortune"-Liste aufgeführten 1000 größten US-Unternehmen. Aus der Tabelle wird ersichtlich, daß bei den Personalkosten im Vergleich zu Anfang der siebziger Jahre mit einer Steigerung von 8 bis 10 Prozent gerechnet wird - dies entspricht einen Anteil der Personalkosten am EDV-Gesamtbudget von mehr als 50 Prozent für die frühen achtziger Jahre. Die jährlichen Zuwachsraten bei den Hardwareinvestitionen belaufen sich dagegen nur auf 6 bis 7 Prozent.

Im scharfen Kontrast dazu stehen die projektierten Steigerungen bei der Software. Bis in die achtziger Jahre hinein werden die Anwender jedes Jahr 15 bis 20 Prozent mehr für Anwendungssoftware, Programmbausteine und andere Softwareprodukte ausgeben.

Auch der Posten "Verschiedenes" liegt im Anwenderbudget noch um einiges über der Hardware. Für remote-Terminals, Datenübertragungsleitungen, Multiplexer und Controller betrug die Steigerung bereits 1976 zwischen 12 und 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Keine Wahl für den Anwender

Auf der anderen Seite zeigt sich immer deutlicher, daß dem Anwender (und hier vor allem dem IBM-Kunden) oft keine andere Wahl bleibt, als sein System aufzustocken. Bei dem typischen EDV-Anwender mittlerer Größe wird im Zweieinhalb-Schichtbetrieb gearbeitet, die CPUs haben dabei vielfach einen Auslastungsgrad von knapp unter 100 Prozent erreicht.

Dazu ein Beispiel: Bei Advanced Computing Techniques arbeitet man mit einer 370/145 die unter CICS und OS/VS läuft. Dort wurde festgestellt, daß sich die CPU unter bestimmten Bedingungen auch bei minimalem Input geradezu "heißläuft". Bei teilweisem Systemausfall zum Beispiel bewirkte ein einziger neuer Input einen Abbruch sämtlicher ablaufender Tasks - die CPU war ausschließlich mit der Verarbeitung der neuen Daten beschäftigt. Bei einem, Paging" von 35 oder mehr Seiten führte dies zu einer völlig disproportionalen "Beschlagnahme" der CPU von 35 Prozent bis 45 Prozent für eine einzige Transaktion. Für den Anwender sind die Alternativen bereits vorgegeben: Entweder kauft er teueren (und nicht immer sehr befriedigenden) IBM Field Support Service zum Ausgleich der Softwaremängel oder er stockt seine Installation weiter auf. Hinzu kommt, daß viele Anwender einfach aus Budgetzwängen heraus - also weil bestimmte Investitionsvorhaben bereits eingeplant waren - ihre Systeme erweitert haben. Dies ist ein Faktor, der auch in Zeiten einer angespannten Wirtschaftslage mit berücksichtigt werden muß.

Charles P Lecht ist Gründer und Vorsitzender der Advanced Computer Techniques Corporation (ACT).

Übersetzung Reinhold Falkner

Wird fortgesetzt