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16.11.1984 - 

Schule bald Schrittmacher für Informationstechnik:

Der Computer zieht ins Klassenzimmer ein

NÜRNBERG (CW) - Rund 50 000 Mikrocomputer sind derzeit an deutschen Schulen im Einsatz: eine Zahl, Die sich in den nächsten eineinhalb Jahren verdoppeln wird. Dieses Ergebnis einer Untersuchung der Triumph-Adler AG (TA) gab Martin Hebel, Vorstandsmitglied des Herstellers für Büro- und Informationstechnik bekannt. Beträchtliche Kaufabsichten der Schulträger. bald verfügbare Schulsoftware und zunehmendes Engagement der Pädagogen seien Anhaltspunkte für diese Entwicklung.

Insgesamt so Hebel, bestehe an deutschen Schulen und Bildungseinrichtungen ein Bedarf von 250000 Computern. Bei entsprechender Ausstattung könnte sich die Schule damit zu einem wichtigen Schrittmacher für moderne Kommunikations- und Informationstechnik in der Bundesrepublik entwickeln.

Wie aus der TA-Fragebogenaktion hervorgeht, benutzen zur Zeit zwei Drittel der Schulen einen Computer.

Aus dem Rahmen fällt West-Berlin, wo 89,1 Prozent der Bildungsstätten mit Computern arbeiten und unterrichten. Im Vergleich dazu steht Bremen mit 63 Prozent. Unter den großen Bundesländern lautet die Rang folge: Rheinland-Pfalz mit 68,6 Prozent, Bayern mit 65,4 Prozent und Hamburg mit 65,1 Prozent. Es folgen Baden-Württemberg mit 59,5 Prozent, Hessen mit 59, Prozent und das Saarland mit 59,0 Prozent. In Nordrhein-Westfalen ergeben sich 57,7 Prozent, in Schleswig-Holstein 56,6 Prozent und in Niedersachsen 52,2 Prozent.

Innerhalb der verschiedenen Schultypen gibt es beträchtliche Unterschiede. Während fast 90 Prozent aller Gymnasien in der Verwaltung oder im Unterricht mit Mikrocomputern arbeiten, liegt die Zahl der berufsbildenden Schulen und Institute einschließlich der Volkshochschulen bei 75 Prozent. Realschulen melden 48,6 Prozent, Hauptschulen 24,3 Prozent.

Durchschnittlich wird die Zahl der Geräte mit 5,2 Computern pro Bildungseinrichtung angegeben. Hier liegen die Berufsschulen mit ihrem praxisbezogenen Unterricht mit 7,4 Prozent vorn.

Informatik als Pflichtfach

Nach dem Umfrageergebnis wird in 25 Prozent aller mit Computern ausgestatteten Schulen Informatik als Pflichtfach mit ein bis zwei Wochenstunden geführt. Fast die Hälfte der Erziehungsstätten (48,6 Prozent) bieten Informatik als Wahlfach oder freiwillige Kurse an. Informatik-Hobbygruppen gibt es an 21 Prozent dieser Schulen.

Im Fächerkanon wird der Computer vor allem in den naturwissenschaftlichen Bereichen eingesetzt (53,5 Prozent in Mathematik, 36,7 Prozent in Physik). Weit dahinter liegt die Anwendung in allen anderen Fächern wie Technik, Betriebswirtschaftslehre, Chemie, Biologie, deutsche Grammatik, Fremdsprachen oder Gesellschaftswissenschaften.

Aus der Umfrage geht schließlich hervor, daß durchschnittlich nur fünf Lehrer der ausgerüsteten Schulen mit dem Mikrocomputer vertraut sind. Die meisten davon sind Autodidakten und haben sich ihr Wissen durch die Lektüre von Fachbüchern und Fachzeitschriften, Fortbildungskurse und durch Kontakte mit Experten angeeignet.

Dabei verfügen nur zehn Prozent der Schulen über lediglich eine Lehrkraft mit Informatik-Studium. Die Richtlinien in Deutschland sehen für die Lehrerausbildung überwiegend noch keine Informatik vor. Für Schüler gibt es derzeit so gut wie keine Abschlußprüfungen, Zeugnisse oder Diplome entsprechend den international führenden Ländern USA, Japan oder auch England.