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19.10.1977

Der CW COMM-PRIX 77 ist vergeben

MÜNCHEN (de/ee) - Nach vielen Tagen Vorarbeit dauerte es noch immer acht intensive Stunden, bis die Jury die Entscheidung im COMM-PRIX 77 fällen konnte. Und dann war es noch immer keine einstimmige Wahl. Im abgeschotteten Konferenzraum Gabriele des Münchener Holiday Inn brüteten Dr. Michael Agi (GMD), Günther Leue (Unternehmensberater), Prof. Dr. Johann Löhn (Fachhochschule Furtwangen), Manfred Vaupel (SKF Schweinfurt) und Helmut Weber (BIFOA) über den eingesandten COMM-PRIX-Arbeiten. Prof. Dr. Müller-Lutz (Allianz München) gab sein Urteil im versiegelten Umschlag ab, da er persönlich verhindert war. Prof. Dr. Lutz Heinrich (Uni Linz) schied als Juror aus, weil die zur Vorselektion verschickten neutralen COMM-PRIX-Kopien auf der Reise nach Österreich bei Zoll oder Post verschütt gingen.

Ohne der detaillierten Begründung der Jury vorzugreifen, die ein Sprecher der Juroren bei der Übergabe des COMM-PRIX 77 im Saal 2 des Messehauptrestaurants auf der Münchener Theresienhöhe am 20. Oktober vortragen wird, bleibt anzumerken: Die ausgewählte Lösung realisiert einen aktuellen Konzept-Gedanken, der jedoch im Augenblick nur in Groß-Unternehmen zu verwirklichen sein dürfte. Nur sehr begrenzt, so meint die Redaktion, dürfte die am besten bewertete Arbeit für die "Fülle der Klein- und Mittelbetriebe" (wie es auch eine Stimme aus der Jury wiedergab) nachvollziehbar sein. Die Probleme dürften in den hohen Anforderungen stecken, die an das Qualifikationsniveau der davon betroffenen Mitarbeiter gestellt werden. Überwogen hat letztendlich, wie es das Protokoll der Jury-Sitzung auch ausführt, der innovative Charakter des prämiierten Lösungsvorschlages.

Was und wer sich hinter Nummer 26 verbirgt - siehe dazu das nachfolgende Protokoll der Jury - , erfahren CW-Leser in der nächsten Ausgabe.

Protokoll der Jury

Die Jury setzte sich fünf Tagesordnungspunkte für die Vorgehensweise. Der erste war, einen Kriterienkatalog aufzustellen, im zweiten Punkt haben wir den Kriterienkatalog gewichtet. Im dritten Punkt haben wir zwei Klassen gebildet; Klasse 1 waren diejenigen Lösungen, die in der Konkurrenz bleiben Klasse zwei waren die Lösungen, die ausscheiden. Viertens haben wir Prioritäten innerhalb der Restmengen, also innerhalb der Lösungen, gebildet, die in der Konkurrenz geblieben sind, und fünftens haben wir eine Schlußbetrachtung angestellt.

Erstens Kriterienkatalog

Aus dem Ausscheidungstext der Computerwoche und nach dem Verständnis der Jury wurden zwölf Kriterien gebildet. Dies zwölf Kriterien sind:

1. Anwendungsbezug

2. Realisierungsgrad

3. Überzeugende Terminologie

4. Einsatzbreite

5. Portabilität

6. Modularität

7. Akzeptanz

8. Standardisierung

9. Angemessene Techniken

10. Wirtschaftlichkeit

11. Innovative Problemlösung

12. Transparenz

Zweitens Kriterien-Gewichtung

Die Jury hat zunächst versucht, Gruppenbildungen vorzunehmen und innerhalb der Gruppe durch Gewichtung Prioritäten zu schaffen. Das ergab vier Gruppen, wobei die Gruppe, die zuerst genannt wird, die ist, die von der Jury in der Priorität auch am wichtigsten gesehen wird. Die erste Gruppe betrifft den Anwendungsbezug mit den Unterpunkten Anwendungsbezug, Transparenz und überzeugende Terminologie. Zweite Gruppe, also auch in zweiter Priorität, ist die innovative Problemlösung. Sie enthält die Kriterien innovative Problemlösung, angemessene Techniken, Wirtschaftlichkeit.

Gruppe drei war der Realisierungsgrad und enthielt das Kriterium Realisierungsgrad.

Gruppe vier bewertet die Breitenwirkung, die als Unterpunkte die Kriterien Einsatzbreite, Protabilität, Modularität, Akzeptanz und Standardisierung enthielt.

Zweiklassenbildung

Hier schied eine Klasse aus, während die andere Klasse weiter in der Konkurrenz bleibt. Insgesamt lagen der Jury 32 Einsendungen vor. Ausgeschieden sind in dieser Runde die Einsendungen 1, 2, 3, 6, 7, 8, 10, 12, 13, 15, 16, 21, 22, 23, 25, 27, 29, 31 und 32.

Prioritäten innerhalb der Restmenge

In der Restmenge bildete die Jury zunächst drei Gruppen:

1. Realisierte Einzellösung

2. Generatoren

3. Übrige

Zur Gruppe "realisierte Einzellösung" wurden gezählt: Die Einsendungen 4, 14, 17 und 20, wobei sich die Jury entschied, hier 14 vor den anderen einzustufen.

In der Gruppe "Generatoren" wurden untergebracht die Einsendelösungen 5,18, 24 und 28. Die Jury hat sich entschieden, die Lösungen 34 und 28 vor anderen zu sehen und in einer zweiten Runde 24 vor 28 zu reihen. Und die dritte Gruppe "übrige" enthält die Einsendelösungen 9, 19, 26 und 30. Hier haben wir uns entschieden, 26 vor den anderen zu sehen.

Nun zu den Schlußbetrachtungen: Es hat sich herausgestellt, daß keiner der eingereichten Vorschläge allen Kriterien der Jury gerecht wurde. Wobei allerdings auch bemerkt sein muß, daß die vier Kriteriengruppen sich zum Teil gegenseitig ausschließen. Die Jury hatte abzuwägen zwischen einem möglichst weiten Realisierungsgrad welches für realisierte Einzellösungen spricht; andererseits sollten auch innovative Problemlösungen Beachtung finden, welche naturgemäß noch stärker konzeptionell sind.

In beiden Fällen sollen die Lösungen den Fachabteilungen zugute kommen. Die Tendenz zur Entscheidung war, zwei Preise zu vergeben, und zwar aus je einer der genannten Richtungen. Da jedoch der Zwang zu einer Entscheidung für genau eine Lösung gegeben war, entschied sich die Jury für die Lösung 26.

Hier will die Jury aber sagen, daß mit der Entscheidung für 26 dem innovativen Charakter ein geringerer Vorzug gegeben wurde, weil sie darin auch eine Möglichkeit sah, auf zukünftige Entwicklungen hinzuweisen Andererseits ist die Jury, wie auch die Diskussion ergeben hat, der Meinung daß vor der Realisierung auch die tatsächliche Einsetzbarkeit geprüft werden muß.