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31.07.1992 - 

"Datus-Monitor" als zentrales Managementtool für SNA- und X.25-Netze

Der Deutsche Ring verläßt sich beim Netz-Management auf Inas

* Andreas Ongaro ist beim Deutschen Ring Lebensversicherung AG, Hamburg, für die Bereiche SNA-Systemprogrammierung und Telekommunikation zuständig.

Gerhard Simonis ist Gruppenleiter Software-Entwicklung im Bereich LAN-Komponenten bei Datus Elektronische Informationssysteme GmbH, Aachen .

Gute Erfahrungen mit dem Management-Service eines externen Netzwerk-Dienstleisters hat offensichtlich der Hamburger Versicherer Deutscher Ring gemacht. Andreas Ongaro* und Gerhard Simonis* beschreiben die Motive des Unternehmens für die Wahl der Inas GmbH als Partner bei der bundesweiten Vernetzung seiner Geschäftsstellen sowie die Rolle, die dabei Netzwerk-Komponenten des Aachener Herstellers Datus spielen.

Der Deutsche Ring ist ein Versicherungsunternehmen mit einem Filialnetz von 70 Filialen in den alten sowie acht Büros in den neuen Bundesländern und gliedert sich in die Bereiche Lebensversicherung, Sachversicherung, Krankenversicherung, Bausparkasse und Fond-/Kapitalanlagen. In der Hauptverwaltung und den Geschäftsstellen des Unternehmens sind rund 2300, im Außendienst etwa 900 Mitarbeiter beschäftigt.

Neben der DV-Struktur in der Hamburger Zentrale mit rund 1800 Terminals und 250 PCs unterhält das Unternehmen ein bundesweites, flächendeckendes Netz zur Anbindung der Filial- und Bezirksdirektionen an die Hauptverwaltung. In den 14 Filialdirektionen sind Nixdorf-8860-Midrange-Systeme und in den Bezirksdirektionen Nixdorf-8810-PCs im Einsatz.

Bis 1989 waren alle Geschäftsstellen des Deutschen Ring über das X.25-Netz der Telekom mit dem Großrechner in Hamburg verbunden - dezentrale, auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Filial- und Bezirksdirektionen abgestimmte Anwendungen somit nicht möglich. Die bis dato verfügbare DV-Infrastruktur ließ lediglich zentrale, Host-basierte 3270-Applikationen in den Geschäftsstellen zu.

Um sich aus dieser Misere zu befreien, wurde ein Projektteam mit der Neukonzeption einer Netz-Infrastruktur sowie deren Management für eine entsprechende Vertriebsunterstützung beauftragt. Im Rahmen dieser Projektarbeit kam es zur Formulierung folgender Anforderungen: Ausgehend von einer auf dem Nixdorf-Equipment basierenden Hard- und Softwarelösung sollten dezentrale Anwendungen, eine Versorgung der dezentralen Rechner mit eigenen Datenbeständen sowie letztlich auch ein Zugriff auf zentrale 3270-Applikationen realisiert werden.

Dieser Kriterienkatalog setzte voraus, daß die Bildschirm-Arbeitsplätze über Vierdraht-Leitungen unter Verwendung des HDLC-Protokolls an die 8860-Midrange-Systeme angeschlossen wurden. Die in den Bezirksdirektionen installierten Nixdorf-8810-PCs mußten ebenfalls analog zu den Arbeitsplatz-Systemen in der Filialdirektion als Secondary-HDLC-Stationen mit den jeweiligen 8860-Rechnern verbunden werden. Hierfür kamen jedoch nur HfD-, DXL- oder Telefonleitungen in Frage, da X.25 von Nixdorf-Arbeitsplatzanschlüssen nicht unterstützt wird. Grund: Die 8860 muß als HDLC-Primary-Station Polling zu jeder HDLC-Secondary-Station senden.

Hinzu kam, daß eine Protokollanpassung von Nixdorf nicht zur Verfügung stand. Eine Anpassung hätte auch nur Sinn gemacht, wenn dabei das Polling nicht als gebührenpflichtiges Segment durch das X.25-Netz hätte übertragen werden müssen. Durch diesen Tatbestand entstand letztlich ein sehr nachteiliges Szenario, bei dem eine Vielfalt von Leitungstypen einzusetzen war. Dies zog wiederum enorm hohe Leitungskosten nach sich und führte dazu, daß ein zentrales Netzwerk-Management unterhalb der Ebene der Filialdirektionen nicht realistisch war.

Diese, sich aus der Ausgangssituation ergebenden Konsequenzen, führten zu der Überlegung, als Alternative das Netz eines externen Dienstleistungs-Anbieters in Betracht zu ziehen. Die zum Zeitpunkt der Entscheidung relevanten Carrier wurden dann hinsichtlich folgender Kriterien untersucht:

- Das in Frage kommende Netz mußte ein X.25-Netz mit weitreichender Flächendeckung sein.

- Die vom Betreiber eingesetzte Hard- und Software mußte in der Lage sein, die spezifischen Anforderungen des Deutschen Ring zu lösen.

- Das Kostenniveau im Leitungsbereich mußte deutlich niedriger sein.

Die Entscheidung fiel zugunsten des Netzes der Frankfurter BfG-Bank, das heute von der Inas GmbH, einer gemeinsamen Tochter der BfG-Bank und der Stinnes AG betrieben wird. Ausschlaggebend für die Entscheidung war neben den Kriterien X.25 und Flächendeckung vor allem Gesichtspunkte der eigentlichen Problemlösung. Die Inas GmbH setzt in ihrem Netz Hard- und Software der Firma Datus aus Aachen ein. Das System "Datus 5810" wird in Deutschland entwickelt und hergestellt. Der dadurch mögliche direkte Know- how Zugriff war für Verantwortlichen DV-Planer beim Deutschen Ring ein wichtiges Kriterium, weil dadurch die Gelegenheit gegeben war, die spezifischen Probleme mit dem Hersteller zu diskutieren und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten.

Ergebnis der Zusammenarbeit war letztlich die Entwicklung einer von Datus speziell auf die Belange des Deutschen Ring zugeschnittenen PAD-Software. Sie ermöglichte es, die 8810-PCs in den Bezirksdirektionen als Arbeitsplatzsysteme zu betreiben, die mit den 8860 Rechnern in den Filialdirektionen verbunden sind. Aufgrund der hohen Durchsatzraten der von den Frankfurter Outsourcing-Spezialisten eingesetzten Datus-X.25 Systeme konnte diese Transitfunktionalität ohne merkliche Einschränkung der Performance realisiert werden.

Durch die Anbindung der Geschäftsstellen an die Hamburger Zentrale über das private Inasnet sind die derzeitigen Anforderungen des Deutschen Ring an eine effektive Kommunikations-Infrastruktur erfüllt. Außerdem bietet diese Struktur nach Ansicht der verantwortlichen DV-Planer gute Voraussetzungen für die zukünftige Integration von moderner Bürokommunikations-Technik sowie den Einsatz und die Anbindung de zentraler LANs in den Geschäftsstellen.

Die Kooperation des Deutschen Ring mit DATUS hat sich letztlich auch in der Entwicklung des Netzmanagement-Tools "Datus-Monitor" fortgesetzt. Mit Hilfe entsprechender Features des Produktes kann so vom zentralen Rechenzentrum des Hamburger Versicherers ein gemeinsames Alarm Handling über IBMs NetView sowie gleichzeitiges Remote Operating aller Filialknoten des X.25 Netzes erfolgen.

Tool beinhaltet VTAM und 3270-Interface

Datus-Monitor besteht aus zwei Teilen: Dem Datus-Alert Monitor, der als VTAM-Anwendung auf dem Host läuft und die Datus spezifischen Alarme nach Netview routet, sowie dem Datus-3270-Interface, mit dem der Netzwerk-Operator über ein 3270-Terminal das Datus-Netz managen kann.

Das Management Werkzeug ist eine VTAM Applikation, die zwei wesentliche Funktionen abdeckt: Alarme aus den Datus 5810 Systemen werden als Alerts im NMVT-Format an den Netview Hardware-Monitor NPDA weitergeleitet, und über ein Operator-Interface können XNM-Commands wie beispielsweise das Reset eines Moduls oder die Anwahl einer beliebigen Rufnummer im Netz analog zum XNM-PC abgesetzt werden.

Client-Server und ISDN im Visier

Neben den genannten Anforderungen an eine zukünftige Kommunikations-Infrastruktur denkt man beim Deutschen Ring im Rahmen eines Projektes zur Neuausstattung der Außenstellen bereits über weitergehende Aspekte nach. Diese "Außenstellen" Applikation wird sich nach dem gegenwärtigen Stand der Planungen auf eine Client-Server-Architektur stützen und damit die jetzige hierarchische Umgebung ablösen.

Darüber hinaus liebäugeln die DV-Planer des Deutschen Ring mit der Integration der Übertragung von Fax und Sprache über das paketorientierte Netz, mit Fast-Packet-Switching sowie der Nutzung von ISDN.