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19.02.1993 - 

Hersteller wollen sich nicht das eigene Grab schaufeln

Der Downsizing-Boom lehrt die DV-Anbieter das Fuerchten

Diese Sorgen sind nach einer Erhebung des Marktforschungs- Unternehmens Input nur zum Teil begruendet. Zwar gingen die Absatzmengen und der Servicebedarf im Mainframe-Umfeld deutlich zurueck, doch diesem Aderlass stuenden gute Ertragschancen fuer Anbieter gegenueber, die das Downsizing-Projektgeschaeft beherrschten. Die in Langgoens bei Giessen ansaessigen Analysten berufen sich auf eine Befragung von Anbietern und Anwendern.

Downsizing gehe in vielen Faellen mit einem umfangreichen Re- Engineering der Geschaeftsablaeufe einher, heisst es in der Studie "Impact of Downsizing on Systems Integration, Europe 1992-1997". Enorme Einsparungen seien zu erzielen, wenn bereits in dieser Phase der Einsatz von Standardsoftware in die Ablauforganisation integriert werde. Software-Anbieter und Berater, die bei den entsprechenden Anpassungsmassnahmen ansetzen, haben demnach gute Marktchancen.

Bei altgedienten DV-Mitarbeitern, die in einer zentral organisierten DV-Abteilung beschaeftigt sind, loest die Idee einer dezentralisierten, verteilten Datenverarbeitung Misstrauen aus. Laut Input ist diese Reaktion verstaendlich: Diese Beschaeftigten verlieren nicht nur Kompetenzen, sie muessen auch um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes

fuerchten. Durch ein Re-Engineering der Geschaeftsablaeufe, so schreibt Input, werden durchschnittlich 40 Prozent der DV- Personalkapazitaeten freigesetzt.

Allerdings ergeben sich auch neue Aufgabengebiete. Dezentralisierung der Informationsverarbeitung bedeutet gleichzeitig, dass die einzelnen Fachabteilungen ueber ein deutlich groesseres IT-Know-how verfuegen muessen. Hier koennten DV-Mitarbeiter zu Schulungszwecken im eigenen Unternehmen eingesetzt werden.

Vom Personalabbau sind vor allem Programmierer betroffen. "Weshalb", fragt Input, "sollte jedes Unternehmen eigene Programmierer unterhalten?" Die Praxis der Informationsverarbeitung werde von Projektablaeufen bestimmt, wobei der Bedarf an Programmierern extrem schwanke. Insofern koenne eine groessere Flexibilitaet erzielt werden, wenn IV-Spezialisten von externen Serviceanbietern auf Projektbasis eingesetzt wuerden.

Bei rund 30 Prozent aller Mainframe-Anwender faellt nach Input- Ermittlungen derzeit eine Entscheidung fuer oder gegen ein Downsizing-Projekt. Die Marktforscher sehen eine Gefahr darin, dass innerhalb der Konzerne haeufig nicht einheitlich vorgegangen wird.

Das Problem wird noch komplexer, wenn die Dezentralisierung der Informationsverarbeitung gleichzeitig zu einer Dezentralisierung der Entscheidungsbefugnis bezueglich der Anschaffung neuer Informationssysteme fuehrt. Auch wenn offene Systeme installiert sind, so die Marktforscher, muessen das Daten-Management, die Datenmodellierung und die Datensicherheit zentral organisiert sein.