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09.07.2004 - 

EU-Erweiterung bringt keine Entspannung

Der Druck auf Freiberufler steigt weiter

MÜNCHEN (CW) - Nur die Freiberufler werden überleben, die sich Zusatzqualifikationen aneignen und sich dem internationalen Wettbewerb stellen, meint Ian Miller, CEO von Parity Eurosoft, im Gespräch mit CW-Redakteur Hans Königes.

CW: Wie entwickelt sich der IT-Freiberuflermarkt?

Miller: Der Markt ist trotz der leicht steigenden Anzahl von Projekten nicht besser geworden. Diese sind kleiner mit entsprechend geringeren Budgets.

CW: Welche Freiberufler sind gut ausgelastet, wer hat Schwierigkeiten, beschäftigt zu sein?

Miller: Grundsätzlich verzeichnen wir ein größeres Interesse aus dem SAP-Umfeld, Mainframe-Anfragen gibt es dagegen weniger. Die Pharmabranche und die Industrie rekrutieren vermehrt Freiberufler für ihre Projekte. Zurückhaltender agieren die Finanzdienstleister, die Telekommunikations- und die IT-Industrie.

CW: Wie sieht die Lage in den Unternehmen aus?

Miller: Die Unternehmen betreiben bei der Vergabe von anstehenden Projekten ein härteres Benchmarking und sind ständig auf der Suche nach noch kostengünstigeren Lösungen.

CW: Wie lässt sich da sparen?

Miller: Durch die härtere Personalpolitik der Unternehmen ist der Anspruch an flexible Lösungen gestiegen, was manchmal auch den Einsatz von Freiberuflern bedeutet, die für einen klar definierten Zeitraum und somit limitierte Kosten tätig sind.

CW: Welche Konsequenzen hat das für die Freiberuflervermittler?

Miller: Für die Freiberuflervermittlungsagenturen hat sich durch die veränderte Marktsituation einiges geändert. Es reicht nicht mehr aus, einfach nur IT-Spezialisten zu vermitteln. Wir unterstützen die Unternehmen in ihrer Forderung nach Kostenreduzierung und entlasten den Freiberufler mit administrativen und rechtlichen Services.

CW: Freiberufler hatten sich in letzter Zeit immer wieder über den starken Honorardruck der Auftraggeber beklagt. Wie gestalten sich die Verhandlungen?

Miller: Dieser Trend hält an, die Preissensibilität der Auftraggeber ist nach wie vor hoch. Wir legen Wert auf Transparenz und verhandeln offen mit unserem Kunden und dem Freiberufler. Dadurch entstehen auf allen Seiten keine verzerrten Zahlen.

CW: Worauf müssen Freiberufler heute achten, wenn sie sich um Aufträge bemühen?

Miller: Wie bei allen Dienstleistungen muss der erste Eindruck stimmen: Klare Lebensläufe, eine ehrliche Selbsteinschätzung sind das A und O. Marktgerechte Stundensätze und Zuverlässigkeit im Projekt sind sehr wichtig. Im Alleingang wird es für Freiberufler immer schwerer.

CW: Viele arbeitslose IT-Beschäftige sehen die Freiberuflichkeit als Rettungsanker. Wer sollte trotzdem die Finger davon lassen?

Miller: Gute Qualifikationen und Erfahrung sind am ehesten der Garant, um ein Projekt an Land zu ziehen. Der Freiberuflerstatus ist kein Freibrief für Dauerbeschäftigung. Wer sich mit dem Gedanken der Selbständigkeit beschäftigt, sollte sich unbedingt genauestens informieren.

CW: Welche Konsequenzen wird die EU-Osterweiterung für Ihr Unternehmen und für die Selbständigen haben?

Miller: Konsequenzen können sein, dass die Preise und Stundensätze weiterhin sinken und immer mehr Unternehmen die Möglichkeiten des Nearshoring in die osteuropäischen Länder nutzen werden. Schon jetzt verlagern viele Firmen ihre Anwendungentwicklung und -wartung aufgrund geringerer Auslastung in diese Länder.

Langfristig wird es zu Preiserhöhungen kommen, da sich die neuen Länder der EU an die vorhandenen Gegebenheiten anpassen. Insgesamt wird es für die Freiberufler sehr wichtig werden, sich Zusatzqualifikationen anzueignen, Mobilität mitzubringen und internationale Einsätze nachzuweisen, da sich die Freiberufler-Community durch die Osterweiterung vergrößert. Nur so werden sie im Wettbewerb bestehen.

Parity Eurosoft

Parity Eurosoft gehört zu den großen europäischen Vermittleragenturen für IT-Selbständige. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, die IT-Freiberufler so vorzubereiten, damit diese "völlig entspannt am ersten Tag des Projektes ihre Arbeit aufnehmen", wie es CEO Ian Miller formuliert. Das bedeutet, der Freiberufler wird nicht nur bei der Vertragsgestaltung, sondern auch bei den Behördengängen und der Wohnungssuche unterstützt.

Für Unternehmen bietet Parity neben der Vermittlung von Selbständigen auch Beratungsleistungen vor allem zur Frage an, wie sich Management- und Beschaffungsprozesse optimieren lassen. Dadurch würden Budgets für Vor-Ort-Projekte frei und etwa Near- beziehungsweise Offshore-Überlegungen überflüssig.