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30.03.1979 - 

VDRZ-Studienreise in die USA:

Der DV-Service wendet sich den Minis zu

HANNOVER (ee) - Die Service-Unternehmen in den USA werden Ende dieses Jahres rund 7500 Minis eingesetzt haben. Die US-Service-Industrie mit jährlich sieben Milliarden Dollar Umsatz ist offensichtlich zu der Überzeugung gelangt, daß man sich mit dem anfreunden sollte, was man nicht überbieten kann. Ende 1979 werden sie rund 7500 Minis und Miniprozessor-Systeme bei ihren Kunden und im eigenen Haus installiert haben. Dies ist eine der wesentlichen Feststellungen des kürzlich erschienenen Überblicks über die Datenverarbeitungsindustrie, in dem der Herausgeber ADAPSO 309 Büros, Softwarehäuser und Datenverarbeitungszentren befragte, die 38 Prozent des Branchenumsatzes repräsentieren.

Warum sie sich dem Mini-Trend anschließen? Die meisten der Datenverarbeitungszentren berichten, daß ein Teil ihrer Tätigkeit (30 Prozent) durch Installationen von Kleinsystemen vor Ort übernommen werden kann. Diese Verschiebung, so wird berichtet, beginnt bei Kunden mit einem monatlichen RZ-Umsatz von mehr als 1000 Dollar und hat den Trend, bis in Regionen von Umsätzen von 5000 Dollar zu marschieren. Gemeinschaftsrechenzentren und Firmen, die sich auf ein oder zwei Industriezweige konzentriert haben, sehen sich hier von besonders betroffen. Diesem Druck auf den Datenservice sehen sich die großen Unternehmen nicht in gleichem Maße ausgesetzt, einerseits wegen ihrer Größe und Komplexität der anzubietenden Anwendung, andererseits aber auch wegen ihrer finanziellen Möglichkeit, diese Mini-Systeme selber zu vermarkten. NCSS, Key-Data und ADP sind bereits voll eingestiegen. Die kleineren Unternehmen wissen, daß sie Gewinn aus der Kostendämpfung, die sich bei der Installierung dieser Systeme ergibt, ziehen können und beginnen, einen Service anzubieten wie zum Beispiel Datenfernverarbeitung (Remote-Processing), den sie bis jetzt nicht bewältigen konnten. Da die kleineren Rechenzentren ohnehin mit kleineren Unternehmen zu tun haben und deren Sprache sprechen, haben sie auch eher die Möglichkeit, das Vor-Ort-System zu vertreiben und zu managen. Im ADAPSO-Überblick wird diese Verfahrensweise Mini-Facilities-Management genannt.

Die Softwarehäuser, die im Jahr 1977 einen Wachstumsanstieg von 36 Prozent verzeichneten, und die Service-Rechenzentren sehen den Einsatz der Minis nicht nur mit ihnen und für sie bei der Erstellung von Software-Paketen, sondern auch in der Implementierung, diesem Mini-Management.

Auch im amerikanischen Markt steht man der Notwendigkeit gegenüber durch Zusammenschlüsse und Fusionen die Schlagkraft zu erhöhen, das Angebot und den Markt zu vergrößern und den Geschäftsverlust, der durch die Vor-Ort-Installation bedingt ist, auszugleichen.

Nach Auffassung von ADAPSO wird die Branche keinerlei Wachstumsschrumpfung verzeichnen, wenn sie sich auf die Marktgegebenheiten einstellt. Es wird vorsichtig geschätzt, daß das US-Geschäft auf allen Service-Gebieten um 19 Prozent gestiegen ist, und zwar auf 6,3 bis 7 Milliarden Dollar. Hier ist das Nicht-US-Geschäft eingeschlossen. Tatsächlich verzeichneten die 309 befragten Firmen in 1977 einen 28 Prozent höheren Umsatz als in 1976 (die 19 Prozent Prognose wurden hergeleitet von mutmaßlichen Berechnungen und Hochrechnungen der Relation zu den übrigen rund 3000 Firmen, von denen die meisten einen Umsatz von zwei Milliarden Dollar und weniger pro Jahr verzeichnen).

ADAPSO schätzt, daß die Branche zwischen 1978 und 1982 ein jährliches Wachstum von 16 bis 17 Prozent haben und 1982 zirka 15 Milliarden Dollar erreichen wird. Hierbei sind Softwarehäuser mit 29 Prozent Wachstum pro Jahr an der Spitze, gefolgt von Service-Rechenzentren mit 17,4 Prozent und Beratungsunternehmen mit 9,2 Prozent.

Neben dem Mini-Mikroprocessor-Trend beobachten die Service-Firmen weitere Marktveränderungen. Die erhöhten Lohnkosten drücken auf die Renditen, dies betrifft besonders kleinere Rechenzentren. Neben dem Preisverfall der Hardware, der gleichermaßen den Endusern wie den Service-Rechenzentren zugute kommt, registriert die Expertise den Trend der Service-Unternehmen, neue Programmier-Techniken und standardisierte Systeme sowie eine Vielzahl von Anwendungspaketen zu erarbeiten und anzubieten. Die Individual-Programmierung (Support-Service) wird weiter zurückgehen. Der Betriebsvergleich zeigt eine exklusive Entwicklung der Implementierung verschiedener Sprachen und Datenbankmanagement-Systeme. Die großen Service-Rechenzentren ziehen größere Vorteile aus der Kostensenkung der Hardware. Andererseits sind sie abhängig beispielsweise, von der IBM-Kompatibilität. Aber während der Rechenzentrumskunde immer mehr Anwendung im eigenen Haus bevorzugt, kann auch das Service-Rechenzentrum seine Kapazitäten vergrößern; und die neuen Hardware-Verbilligungen neuen Produktentwicklungen zugute kommen lassen und somit am Markt durchaus bestehen.

Interessant ist eine weitere Beobachtung: Die Hardware-Aufwendungen (in Relation zu den Gesamtkosten) für Rechenzentren sanken bereits von einem Durchschnitt von 22 Prozent in 1977 auf 18,5 Prozent in 1978. Bei großen Unternehmen sind die Kosten bereits bei 12 Prozent angelangt! Während einige große Unternehmen Bedenken haben wegen des Konkurrenzkampfes zwischen IBM und AT&T um den Kommunikations-Datenbank-Service (communications based services) und der Aussicht aus dem Geschäft zu sein, so sehen sie auch neue Möglichkeiten heranwachsen. In den nächsten fünf Jahren, so berichtet ADAPSO, wird de Wertzuwachs der Daten-, Text- und Nachrichtenverarbeitung, Video und Faksimile, ansteigen. In den 80er Jahren werden Electro Mail, Distributed Data Processing und die Daten- wie Informationsbanken den größten Wachstumsanteil am Markt verzeichnen. Printing und Publishing sind reif für kommunizierende, elektronische Datenverarbeitung.

Der Überblick läßt den Schluß zu, daß Distributing Data Processing nicht von allen Anwendern in den 80er Jahren praktiziert wird, und auch die technische Ausstattung wird längst nicht so verbreitet sein, wie man augenblicklich noch annimmt. Aber in den 80er Jahren werden große Service-Unternehmen ihren überwiegenden Umsatz mit der Zurverfügungstellung von Distributed Processing Network für mittlere und große Firmen erzielen. Der Bedarf an Unterstützung professioneller Datenverarbeitungszentren wird enorm sein. Die Software-Produzenten werden ein weitverzweigtes neues Angebot an Anwendungspaketen und System-Produkten erarbeiten.