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14.05.1999 - 

Gastkommentar

Der E-Commerce braucht XML

Jochen Witte, Geschäftsführer der Poet Software GmbH, Hamburg

IDC prognostiziert, daß die E-Commerce-Umsätze in der Bundesrepublik von 1,7 Milliarden Dollar (1998) auf 63 Milliarden im Jahr 2002 steigen werden. Dementsprechend wachsen auch die Investitionen in den elektronischen Handel: Laut Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) werden die Ausgaben für E-Commerce-Technik hierzulande von 0,7 Milliarden Mark (1997) auf 4,72 Milliarden im Jahr 2001 steigen. Davon sind nicht nur die Großunternehmen betroffen, sondern auch der Mittelstand.

Die Unternehmen müssen ihre Wertschöpfungsketten teilweise ins Web verlagern. Schon heute kaufen viele Firmen via Internet ein, vertreiben darin ihre Waren und kommunizieren mit Tochtergesellschaften und anderen Gesprächspartnern. Hauptmotive hierfür sind Kosten- und Zeitersparnis. Um zum Beispiel über das Internet Bestellungen abzugeben, sind die Unternehmen auf der Hardwareseite in der Regel bereits gut ausgerüstet. Jedoch fehlte bisher softwareseitig das nötige Bindeglied, die gemeinsame Plattform für alle E-Commerce-Betreiber. Diese Funktion kann in Zukunft XML, die Extensible Markup Language, wahrnehmen, indem sie die bisher unterschiedlichen Standards ablöst oder zumindest ergänzt.

Warum? XML kann Inhalte mit "Etiketten" versehen und miteinander verbinden. Nur mit diesen zusätzlichen Informationen können Computer Daten inhaltlich interpretieren. Besonders wichtig ist diese Fähigkeit, wenn man mit Zahlen arbeitet, denen man als solchen ja nicht ansieht, was sie über die reine Mengenangabe hinaus im konkreten Fall bedeuten. Ob die Zahl 50 aber den Preis für eine Maus oder ein Notebook bezeichnet, ist ein Unterschied - nur letzteres wäre aufregend.