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01.07.1977

Der EDV-Leiter als Beratungsklient

Hans Dieter Scholz

Pactel PA Computers and Telecommunications Frankfurt/Main

In den vergangenen zwei Jahrzehnten waren die EDV-Abteilungen ganz wesentliche Verursacher von tiefgreifenden Änderungen innerhalb der Organisationen von Wirtschaft und Verwaltung. Dabei waren die EDV-Abteilungen selbst zwar rapiden technischen Änderungen ausgesetzt, mit denen sie Schritt zu halten und die sie zu verarbeiten hatten, die sich damit stellenden Aufgaben waren allerdings weitgehend auf die Lösung technischer Probleme beschränkt. Mit dem Vorbringen der elektronischen Datenverarbeitung und der wachsenden Leistungsfähigkeit von Hardware und Software wuchs die Bedeutung der EDV-Abteilung für die Gesamtorganisation in scheinbar unaufhaltsamer Weise.

Dieser Trend wurde von den EDV-Abteilungen selbst im allgemeinen noch verstärkt, in dem man die totale Integration aller Systemkreise mit immer größeren und aufwendigeren Rechnern anstrebte. Die Möglichkeit kleinere Systeme für integrierte Teilaufgaben des Gesamtablaufes einzusetzen erschien kaum vorstellbar, derartiges Ansinnen von seiten der Fachabteilungen bzw. der Konzerntöchter wurde schon im Ansatz mit vielfältigen technischen und wirtschaftlichen Argumenten abgeblockt.

Diese technologische Entwicklung ist nun in ein Stadium eingetreten, in dem sich zu neuen EDV-technischen Aufgaben plötzlich die Frage nach dem organisatorischen Status der EDV-Abteilung selbst stellt. Eine schnell wachsende Zahl von Fachabteilungen sieht sich in die Lage versetzt, aus eigenem Budget Rechner zu kaufen, deren Leistungskennzahlen an das heran kommen, womit sich die zentrale EDV-Abteilung vor nur wenigen Jahren noch selbst begnügen mußte. Mit dieser erst am Anfang stehenden Entwicklungsphase erwächst eine neue Dimension von Komplexität für die zentrale EDV-Funktion.

Damit wird der EDV-Leiter auch ein Beratungsklient neuen Stils. In der Vergangenheit ist er zu uns gekommen, um technische Probleme der Softwareentwicklung, der Datenübertragung und der Netzwerkauslegung lösen zu lassen. In Zukunft wird er in verstärktem Maße organisatorische Beratung zusätzlich zu technischen Aufgabenlösungen benötigen. Verteilte Intelligenz wird die zentrale EDV-Funktion nicht ablösen, sondern sie noch schwieriger machen. Die EDV-Abteilungen werden lernen müssen zentralisierte Systeme auf verteilte Systeme umzustellen, ohne daß sie selbst oder das Ganze Schaden nehmen. Sie werden auch sehr viel mehr Beratung lernen und praktiziere müssen.

In Pactel, PA Computers and Telecommunications, haben wir Erfahrungen der Hardwareentwiccklung, der Systemsoftwareentwicklung,- der Telekommunikation, der Anwendesysteme und der Führungsberatung zusammengebracht.

Die Leitung eines interessanten EDV-Projekts, z. B.

Dezentralisierung von einzelnen EDV-Aufgaben, an externe Mitarbeiter zu vergeben, wird bei den eigenen Spezialisten des Anwenders oder auch Herstellers nicht gerade Begeisterung hervorrufen. Den Mitarbeitern das Projekt zu übertragen, ohne sie entsprechend zu schulen, vorzubereiten und einzuarbeiten ist sicher in gleichem Maß gefährlich für die Motivation der Mitarbeiter. Gefährlicher noch für den Erfolg der Realisierung und Anwendung.

Der Bereich der Datenfernverarbeitung ist zwar seit Jahren in allen "EDV-Munden" ein gebräuchlicher Begriff, um so erstaunlicher sind die bisher noch geringen Zahlen der echten Realisierung. Das mag vor allem an der "Dreiteilung der Exekutive" liegen. Der Hersteller des zentralen Rechners, die Post und der Hersteller der Terminals haben nicht immer die gleichen gemeinsamen Vorstellungen und weichen nicht selten auch noch von denen des Anwenders ab. Also, drei gegen einen, oder: jeder für sich. Da drängt sich die Frage des hohen Aufwandes in jeder Richtung auf, ganz besonders natürlich der Kosten, die dann noch keinen Erfolg garantieren.

Wer kann jetzt koordinieren und im Rahmen vertretbarer Kosten dafür sorgen, daß sich weder die Hersteller noch die Post mit dem verständlichen Argument: "Wir nicht, die anderen!", aus der Affäre ziehen und den schwarzen Peter beim Mitarbeiter des Anwenders abgeben?