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19.09.1980 - 

Entwurf und Test können von keinem Generator abgenommen werden:

Der einfachste Weg führt über Struktogramme

STEINBACH (je) - "Ich glaube, daß ein Vergleich unterschiedlicher Techniken im Entwurf von Programmen nicht ausschlaggebend ist", schreibt Volker Elstermann und begründet dies damit, daß die Techniken des Blockdiagramms, des Struktogramms und des Pseudocodes durchgängig auf der modularen Gliederungsidee basierten und im Ansatz damit gleich seien. Elstermann, Verfasser des Beitrags "Wie ich lernte, Struktogramme zu lieben" in CW-Nr. 30 vom 25. Juli, setzt sich mit der Erwiderung auseinander, die von Jürgen Ewald unter der Überschrift "Die Krone gebührt dem modularen Programmieren" in CW-Nr. 34 vom 22. August erschien. (Inzwischen ist der Kreis der Diskutanten um Hermann Lange erweitert worden. Siehe dazu den Beitrag "Den Modul nicht willkürlich bilden" in dieser Ausgabe.)

Mit Blick auf den Universitätsangehörigen Ewald meint Elstermann, es werde "wohl wieder deutlich, daß Theorie und Praxis/Anwendung ganz andere Probleme haben". Den Praktikern - so Elstermann - geht es weniger um die Diagramme selbst und deren Form, sondern um die Anwendbarkeit, Erlernbarkeit und den Erfolg.

Sodann erläutert Elstermann kurz die alternativen Techniken:

Blockdiagramm

Mit dem Blockdiagramm wird ein Programm Befehl für Befehl entwickelt Das widerspricht allen Anforderungen eines gut strukturierten und wartungsfreundlichen Programmes. Aber nach längerer Praxis kommt jeder Programmierer automatisch zu einem Blockdiagramm, das dem modulalen Ablaufdiagramm sehr ähnelt. (Siehe mod. Abl.-Plan von Jürgen Ewald in der CW v. 22. 8.)

Struktogramm

Wie aus dem Vergleich "Struktogramm: modularer Ablaufplan" in der CW vom 22. 8. hervorgeht, sind beide Diagramme gleich aussagefähig. Das Struktogramm bietet auf einer Seite mehr Platz für Text.

Pseudocode

Eine Weiterentwicklung der Struktogramme ist der Pseudocode. (Auch ersichtlich am Vergleich in der CW vom 22. 8. 80.) Beim Pseudocode werden die Striche des Struktogramms lediglich durch genormte Code ausgetauscht.

Elstermann weiter: Unterstützung finden die Entwicklungstechniken durch Werkzeuge und Generatoren wie beispielsweise "Pet" und "Delta". Sie allerdings erleichtern nur den manuellen Aufwand der Dokumentation. Das eigentliche Problem besteht doch allein darin, wie man den Weg von Blockdiagramm zum strukturell aufgebauten Programm findet. Meine Fürsorge gilt hierbei besonders den praktischen Anwendungsprogrammierern, die tagtäglich Programme entwickeln müssen. Der einfachste Weg führt über die Struktogramme. Kein Werkzeug kann helfen, die Logik eines Programmes richtig darzustellen. Der entscheidende Schritt des Programmentwurfs vollzieht sich am Schreibtisch mit Papier und Bleistift:

- Skizzieren des Struktogramms,

- probieren

- radieren

- korrigieren

- testen.

In meinen Augen gibt es kein besseres Darstellungsmittel als das Struktogramm, um die Logik eines Programmes zu überprüfen, und zwar bevor man codiert. Dazu ein Beispiel: (Kein Generator wird die Logik bemängeln.)

Der Test dieses Struktogramms besteht aus Kontrollieren von Strukturblock für Strukturblock und Testfragen über:

- Woher kommen die Daten?

- Wohin gehen die Daten?

- Wie werden die Daten bewegt?

- Ist die Übertragung zulässig?

Bei diesen Fragen stellt man fest: wenn der Folgesatz gelesen wird, überschreibt er den Bereich des Stammsatzes-1. (Dies ist ein Fehler, der Anfängern sehr häufig passiert.) Folgende Korrektur kann nun vorgenommen werden:

Die Erfahrung hat gezeigt, daß Programme, die in der Art entworfen und getestet wurden, lediglich Fehler enthalten, die in der Codierung gemacht wurden und beim Maschinentest leicht zu finden sind.

Ein Programm "Stammdatenverwaltung". kostet nun nur noch einen Tag Entwurfszeit, der Rest ist reine Fleißsache und abhängig von der Codierroutine und den Systemkenntnissen des Programmierers.

Der leichteste Weg zu Strukturierter Programmierung führt über die Struktogramme. Manueller Entwurf und Test am Schreibtisch können von keinem Generator abgenommen werden. Dokumentation und Wartung der Diagramme lassen sich von ihnen jedoch vereinfachen.

Varianten der Struktogramme sind modulare Ablaufpläne und Pseudocode. Sie gehen von der gleichen Strukturierungsidee aus, sind in der Darstellung jedoch. unterschiedlich und gefallen mal dem einen, mal dem anderen mehr.