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14.11.1997 - 

Pro und Kontra die IBM-Cluster-Technologie (Teil 2)

Der Einsatz von Parallel Sysplex sollte gut durchdacht werden

Umsonst ist nichts. Die Gartner Group betont deshalb auch, daß die Entscheidung für Parallel Sysplex Mehrkosten nach sich zieht. Hierzu gehört der Preis für Elemente wie Timer und für die Coupling-Facilities und -Links. Um eine Verbindung zwischen den MVS-Images herzustellen, benötigt man zudem Tools, die den direkten Zugriff auf die gemeinsamen Speicherressourcen ermöglichen. Auch hierdurch werden die Kosten in die Höhe getrieben. Eine Parallel-Sysplex-Umgebung ist bei allen Vorteilen zudem sehr komplex und bedarf der sorgfältigen Planung.

Damit die teils heterogenen Rechner untereinander kommunizieren, die Arbeitslast sinnvoll verteilen und Daten gemeinsam nutzen können, ist ein erheblicher Systemverwaltungsaufwand, der sogenannte Overhead, erforderlich.

So erfordert die Option der ubiquitären Datennutzung nach Analyse der Gartner Group zwischen 15 und 26 Prozent zusätzliche Maschinenzyklen. Damit sind die vier Arbeitsvorgänge (Holen, Decodieren, Ausführen, Speichern) gemeint, die ein Prozessor ausführen muß, um eine Instruktion abzuarbeiten. Ein drei- bis vierprozentiges Mehr an Maschinenzyklen ist nötig, um eine heterogene Rechnerumgebung zu verwalten.

Erste Untersuchungen in Produktionsumgebungen sollen laut Gartner Group zwar ergeben haben, daß der Overhead durch den Einsatz von Parallel Sysplex lediglich acht bis zwölf Prozent beträgt. Die Analysten rechnen aber damit, daß er in Applikationsumfeldern, in denen im hohen Maße Daten gemeinsam genutzt werden wie beispielsweise beim Einsatz der Datenbank DB2, sehr viel höher ist. Zudem könnten künftige Funktionen die Systembelastung noch weiter in die Höhe treiben.

Nicht jeder Mainframe für Parallel Sysplex geeignet

Gartner sagt aber auch, die Overhead-Problematik sei in symmetrischen Multiprocessor-(SMP-) Umgebungen noch virulenter. IBM selbst will versuchen, die zusätzliche Systembelastung auf fünf Prozent zu drücken.

Auch die mangelnde Abwärtskompatibilität von Mainframe-Prozessoren ist zu beachten. Alte CPUs unterstützen die Coupling-Links der Parallel-Sysplex-Technologie nicht. Sie müssen durch neue Maschinen ersetzt werden - durchaus im Sinne der IBM.

Sowohl beim MVS-Betriebssystem wie auch bei Software-Subsystemen wie IMS, CICS, DB2, VSAM oder VTAM muß beachtet werden, daß sie alle nur ab einer bestimmten Version oder einem bestimmten Release-Stand Parallel Sysplex überhaupt unterstützen. Das gilt es auch bei den Softwareprodukten von Independent Software Vendors (ISVs) zu berücksichtigen. Anwender müssen außerdem gewärtig sein, daß es eines erheblichen Aufwands bedarf, um verschiedene Applikationen in einer Parallel-Sysplex-Umgebung reibungslos zu verzahnen.

Während ferner die IBM verständlicherweise von Kopf bis Fuß auf ihre Cluster-Technologie eingeschworen ist und die eigenen Softwareprodukte darauf abstimmt, hinken ISVs bei der Parallel-Sysplex-Unterstützung nach. Zwar haben viele Anbieter entsprechende Versionen ihrer Programme entwickelt. Anwender sollten sich vergewissern, ob es für von ihnen benutzte Lösungen schon eine Parallel-Sysplex-Version gibt. (wird fortgesetzt)