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Claude Shannon starb mit 84 Jahren


09.03.2001 - 

Der "Erfinder" des binären Codes ist tot

MÜNCHEN (CW) - Der amerikanische Mathematiker Claude Elwood Shannon ist einem Bericht der "New York Times" zufolge am vergangenen Wochenende im Alter von 84 Jahren an den Folgen seines Alzheimer-Leidens gestorben. Der Amerikaner avancierte in den dreißiger Jahren zum Wegbereiter für die moderne Kommunikationstechnologie.

"A Symbolic Analysis of Relay and Switching Circuits" gilt als eine der wichtigsten Diplomarbeiten, die jemals geschrieben wurde. In der Abhandlung zeigt der Mathematiker Shannon, wie die Zustände von 0 und 1 bei elektrischen Schaltkreisen angewandt werden. "Er war derjenige, der den Binärcode als Fundament aller Kommunikation entdeckte", erklärt Robert Gallager vom Massachusetts Institute of Technology. Mit dieser Schrift wurden die Voraussetzungen für das Zeitalter der Kommunikationstechnologie geschaffen.

Bereits vor über 60 Jahren konstruierte der aus Petoskey stammende junge Wissenschaftler eine der ersten Rechenmaschinen. Das war kurz bevor er 1940 am Massachusetts Institute of Technology promovierte. Zuvor hatte Shannon seinen Abschluss als Mathematiker und Elektroingenieur an der University of Michigan gemacht. 1948 schrieb Shannon ein weiteres wichtiges Kapitel in der Geschichte der Informationstechnologie: "A Mathematical Theory of Communication". Hierin befasst er sich mit den Problemen der Datenübertragung. Shannon war der Meinung, dass sich jede Nachricht, egal ob Bild, Musik oder Text, in 0 und 1 übersetzen lässt. Das so genannte Shannon Limit, die obere Grenze der Übertragungsgeschwindigkeit bei einem vorgegebenen Rauschpegel, beschäftigt auch heute noch die Experten bei der Suche nach Komprimierungsverfahren zur Datenübertragung.

Auch der damals revolutionäre Bereich der künstlichen Intelligenz profitierte von dem Amerikaner. Shannon erfand einen der ersten Schachcomputer sowie eine elektronische Maus, die selbständig den Weg aus einem Labyrinth finden kann. Seine damaligen Mitarbeiter sagten über ihn, dass er ein eifriger und wissensdurstiger Forscher war. Mit ebenso viel Geduld und Wohlwollen beantwortete der Wissenschaftler auch die Fragen seiner Kollegen. So äußert sich David Slepian in der "New York Times": "Er konnte ein Problem sofort erfassen. Er war wirklich ein Genie."