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03.08.2001 - 

Kolumne

"Der etwas andere Anwendungsstau"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Die jüngsten Quartalszahlen der IT-Industrie stärken die Hoffnung auf einen baldigen Aufwärtstrend nicht unbedingt. Bis auf wenige Ausnahmen haben fast alle großen Player schlechte Resultate vorgelegt, und für die nahe Zukunft verbreiten sie auch eher Pessimismus. Einige warnen davor, dass die Talsohle noch keineswegs durchschritten sei und die Resultate der nächsten Berichtszeiträume ebenfalls zu wünschen übrig lassen würden.

Für eine dermaßen auf Wachstum programmierte Branche wie die IT müssen die vergangenen Monate traumatisch gewesen sein. So etwas wie sinkende Umsätze hat es in der Breite seit Jahren nicht mehr gegeben. Viele Manager in IT-Unternehmen haben noch nie eine Krise erlebt, alles, was sie über deren Bewältigung wissen, kennen sie nur aus Büchern.

Natürlich fragt sich jetzt jeder, wa-rum niemand den Abschwung vorausgesehen hat. Noch in den ersten drei Monaten des Jahres waren die Auftragsbücher gut gefüllt, die Umsätze versprachen, trotz des Rekordjahres 2000 weiter anzusteigen. Bis zum Platzen der Dotcom-Blase Ende März, mit dem danach jeder schon lange gerechnet haben wollte - nur offenbar nicht so gründlich und so plötzlich -, deutete nichts auf die Nachfrageschwäche hin, unter der die gesamte Branche jetzt leidet.

Mit dem Beginn des zweiten Quartals kam dann die dramatische Wende. Mit dem Dotcom-Sterben trauten sich offenbar viele Anwender, die Frage zu stellen, die zurzeit des Internet-Booms verpönt war: Zahlen sich die hohen Investitionen in E-Commerce und Internet tatsächlich aus? Als außerdem klar wurde, dass auch im B-to-B-Sektor nur mit Wasser gekocht wird und der traditionelle Handel nicht dem virtuellen weichen wird, fuhren die Unternehmen ihre Investitionen sehr schnell zurück, schalteten von "Vollgas ins Internet" auf "erst einmal abwarten" herunter. Das macht sich jetzt in den Auftragsbüchern der Hersteller bemerkbar.

Doch offenbar überprüfen Anwender nicht nur ihre Internet-Investitionen, sondern angesichts der sich weltweit breit machenden Rezession ihre gesamten IT-Planungen. Wenn ein IT-System vor ein paar Monaten nicht den erwarteten geschäftlichen Erfolg oder den versprochenen Effiktivitätsgewinn brachte, wurde noch mehr investiert, in der Hoffnung, dass mehr Equipment, mehr Leitungen und mehr Software die angepeilten Ziele näher bringen würden. Da diese Hoffnungen nicht erfüllt wurden, sind die Anwender nach Jahr-2000- und Internet-Boom häufig überausgestattet und halten ihr Geld aufgrund (wieder einmal) enttäuschter Erwartungen fest. Wie lange noch? Schwer zu sagen, mittelfristig dürfte jedenfalls erst einmal jedes bisschen Performance aus den bestehenden Systemen gequetscht werden, bevor zusätzliche gekauft werden.