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06.12.1991 - 

Konkurrenz im Binnenmarkt nimmt zu, aber

Der europäischen TK-Industrie eröffnen sich neue Marktchancen

LONDON (CW) - Die Überwindung von alten ordnungspolitischen Hemmnissen im Zuge des EG-Binnenmarktes und die zunehmende Liberalisierung der nationalen TK-Märkte wird für die europäische TK-Industrie zu einem immer größer werdenden Wettbewerbsraum führen. Zu diesem Ergebnis kommt das internationale Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan in einer jüngst vorgelegten Studie.

In ganz Westeuropa wird, so der Tenor der Studie, trotz verschärfter wirtschaftlicher Bedingungen der Bedarf an TK-Dienstleistungen und -Anlagen rapide steigen. Alle Anbieter im TK-Bereich stünden damit vor der Herausforderung, ihre Marktposition neu zu definieren und entsprechende Strategien für die neunziger Jahre zu entwickeln, um diese Chancen gewinnbringend zu nutzen.

Bis 1996 werden sich dabei die Absatzgebiete der Netzbetreiber und der Systemanbieter erheblich überschneiden und vor allem nicht mehr vor nationalen Barrieren haltmachen. Konsequenz laut Frost & Sullivan: "Die Anbieter sollten bei der Entwicklung ihrer Strategien davon ausgehen, daß ab Mitte der neunziger Jahre keine regulativen und politischen Handelshemmnisse mehr existieren, die sie vor neuen Marktteilnehmern schützen könnten." Zwar werde, so die Prognose der Marktforscher, die Präsenz im eigenen Land auch weiterhin entscheidend sein, dennoch müsse bei einer Auftragsvergabe die Herkunft eines Unternehmens nicht immer ein Hindernis darstellen.

1990 hatte nach den Untersuchungen von Frost & Sullivan der europäische TK-Dienstleistungs- und -Anlagenmarkt ein Umsatzvolumen von 130,3 Milliarden Dollar erreicht. Bis 1996 wird das Marktvolumen nach Einschätzung der britischen Experten voraussichtlich auf 200,1 Milliarden Dollar ansteigen. Die Bundesrepublik stellt dabei den größten Einzelmarkt für TK-Anlagen dar, für den bis 1996 ein Umsatz von 11,7 Milliarden Dollar erwartet wird, verglichen mit 7,3 Milliarden Dollar im Jahr 1990.

Das größte Wachstum wird jedoch für Portugal, Griechenland und andere wirtschaftlich schwächere Länder innerhalb der EG vorausgesagt, wo dank der Unterstützung aus Brüssel derzeit erhebliche Summen in den Aufbau moderner Infrastrukturen fließen.

Der Umsatz in diesen Ländern wird sich laut Frost & Sullivan in dem genannten Zeitraum fast verdoppeln und bis 1996 auf 4,7 Milliarden Dollar ansteigen.

Die Nachfrageprognosen lassen insbesondere ein starkes Wachstum im Bereich der Inneninstallationen und Privatdienste (Mehrwert- und Mobildienste) erwarten. Mehrwertdienste, die 1990 europaweit mit 3,7 Milliarden Dollar vergleichsweise wenig Umsatz generierten, werden dem Bericht zufolge bis 1996 auf ein Umsatzvolumen von 10,9 Milliarden Dollar kommen.

Generell dürften nach Ansicht der britischen Marktforscher Faktoren wie eine aggressive Preis- und Tarifpolitik sowie die verbesserte Benutzerfreundlichkeit künftig in noch stärkerem Maße die Nachfrage nach TK-Diensten aller Art beleben. Allerdings sei derzeit eine gewisse Umstrukturierung auf der Angebotsseite festzustellen, da die Hersteller und Anbieter von dem zu erwartenden starken Marktwachstum profitieren.

Allerdings verpassen die Frost-&-Sullivan-Analysten der von ihnen selbst geschürten Euphorie auch einen Dämpfer. Wörtlich heißt es in dem Bericht: "Letztendlich werden es die Zulassungsstellen und Verbraucher sein, die Ende der neunziger Jahre die Gewinner bestimmen."