Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.06.1998 - 

Thema der Woche

Der Fall Digital Equipment

DEC hat im Geschäftsjahr 1997 (Ende: 30. Juni 1997) rund 13,7 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Allein zwei Milliarden Dollar hiervon resultierten aus dem Geschäft mit PCs und Servern, die mit Intel-Prozessoren bestückt sind. Digital sei also, urteilt das FTC, für Intel ein wichtiger Kunde. DEC entwickelt, produziert, vermarktet und vertreibt andererseits aber auch die Alpha-Technologie. Hierbei handele es sich um die weltweit schnellste Chiparchitektur. Sie sei nicht nur jedem Intel-Produkt überlegen, sondern außerdem die einzige Konkurrenzplattform neben den Intel-CPUs, auf der Microsofts Betriebssystem NT verbreitet ist.

1995 stellte Intel den "Pentium-Pro"-Prozessor vor. Bei näherer Prüfung des Chips mußten Digital-Ingenieure feststellen, daß das kalifornische Unternehmen in der CPU Technologie aus dem Alpha-Design verwendete und sich dabei zehn Digital-Patente widerrechtlich zunutze gemacht habe. Aus diesem Grund klagte DEC am 12. Mai 1997 gegen Intel.

Daraufhin, argumentiert das FTC in seinem Schriftsatz, erklärte Intel öffentlich, DEC werde nicht mehr mit Informationen über Intels Prozessortechnologien beliefert. Diese aber sind Voraussetzung, um rechtzeitig neue, mit Intel-Prozessoren ausgestattete Computer entwickeln zu können. Intel habe ferner an Digital gegebene Technologieinformationen sowie Prototypen von Prozessoren zurückverlangt, so das FTC weiter. Last, but not least streute Intel in der Folge gezielt Informationen, wonach DEC auch nicht mehr mit Intel-Prozessoren versorgt werden würde.

Durch diese Verhaltensweise, schlußfolgern die Beamten, habe Intel Digital daran gehindert, rechtzeitig Rechnersysteme zu entwickeln und zu vermarkten, die mit Intels Prozessoren bestückt sind. Hätte Digital sich Intel nicht gebeugt und seine Prozessortechnologie wohl oder übel an den Prozessorgiganten lizenziert, hätte Intel Digital auch langfristig schweren geschäftlichen Schaden zugefügt.