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22.03.2007

Der Film-Baukasten

Adobe integriert fast alle seine Produkte in die Creative Suite und bietet diese in sechs Varianten an. Die Production-Premium-Version ist dabei vor allem für den wachsenden Markt der Video- und (Web-)TV-Produktion interessant.

Von Dr. Thomas Hafen

Gleich sechs Versionen wird es von Adobes "Creative Suite 3" geben. Neben erweiterten Funktionen der Paketbestandteile zeichnet sich die Suite vor allem durch eine engere Integration der Softwaremodule aus: Einheitliche Bedienelemente sollen die Einarbeitungszeit reduzieren, Projekte lassen sich per Drag & Drop von einem Programm ins andere übertragen, Dateiformate des einen Programms im anderen öffnen.

Neben den klassischen Varianten "Design Premium" und "Design Standard" gibt es zwei "Web"-Pakete, die mit den aus der Macromedia-Akquisition stammenden Web-Publishing-Tools "Dreamweaver", "Contribute", "Flash" und "Fireworks" aufwarten. "Production Studio", eine Sammlung von Video- und Audiowerkzeugen, hat der Hersteller ebenfalls in die Creative-Suite-Familie integriert. Sie wurde um einige Elemente erweitert und heißt nun "Production Premium". Schließlich gibt es noch eine "Master Collection" mit allen Programmen.

Im Folgenden wird die Production-Premium-Variante ausführlicher vorgestellt. Sie umfasst neue Versionen von "After Effects" und "Premiere Pro", die Extended-Variante von "Photoshop CS3", "Illustrator CS 3", das im Oktober 2006 als Public Beta vorgestellte Audioprogramm "Soundbooth", das DVD-Authoring-Werkzeug "Encore", "Flash CS3 Professional", "Ultra" sowie "OnLocation", eine neue Version der Videosoftware "DV Rack", die mit der Akquisition von Serious Magic zu Adobe kam.

Produktion am Set

OnLocation ist vor allem für TV- und Video-Autoren gedacht, die ohne großes Kamerateam Beiträge produzieren wollen. Das Programm dient als Harddisk-Rekorder, warnt vor Überbelichtung und Tonproblemen, hilft mit dem "Split Screen", Anschlussfehler zu vermeiden, und zeigt im "Underscan"-Modus, ob sich störende Elemente wie Mikrofongalgen oder Stativfüße in den auf dem Kameramonitor nicht sichtbaren Randbereichen des Bildes befinden.

Die Software bietet außerdem einen "Pre-Record-Modus" von bis zu 30 Sekunden. Ist dieser aktiviert, nimmt die Kamera ständig eine Endlosschleife auf. Verpasst der Anwender eine wichtige Szene knapp und drückt zu spät auf den Record-Knopf, läuft die Aufnahme aus der Endlosschleife einfach weiter; er hat die Szene also dennoch "im Kasten".

Ultra ist für den Videojournalisten oder -bearbeiter am Set oder in der Nachproduktion gedacht, der schnell zu publizierbaren Ergebnissen kommen will. Es bietet eine große Auswahl von Hintergründen, die sich einfach in eine Videoszene integrieren lassen. Das Freistellen funktioniert laut Hersteller auch bei schwierigen Motiven, beispielsweise bei sich im Wind bewegenden Haaren oder transparenten Stoffen.

Auch Photoshop und Illustrator haben neue Funktionen, die für den Videoproduzenten interessant sind. In PSCS3 extended lassen sich Filme Frame für Frame bearbeiten, Illustrator bietet neue Dokumentformate, beispielsweise für Videostandards wie HD 1080i. Der Nutzer kann so schnell ein neues Projekt aufsetzen, bei dem Auflösung, Bildgröße, Farbraum und Seitenverhältnis bereits für das angepeilte Ausgabemedium optimiert sind. Das mediengerechte Beschneiden eines Bildes erleichtern vordefinierte Seitenverhältnisse, die auf die einzelnen Videoformate abgestimmt sind.

Kreative Entscheidungshilfe

Für die anspruchsvolle Nachproduktion hat Adobe After Effects um neue Ebenen, sogenannte Shape Layers, und das Animations-Tool "Puppet" erweitert. Wer kreative Entscheidungshilfe benötigt, kann sich außerdem mit "Brainstorm" Varianten eines Effekts anzeigen lassen. Die Software kann nun "Clip Notes" erstellen, was bisher nur in Premiere Pro möglich war. Mit Clip Notes exportiert der Anwender Videos als kommentierbares PDF. Der Kunde kann den Clip im Acrobat Reader betrachten und Kommentare hinzufügen. Die Bemerkungen werden mit Zeitstempel und dem Namen des Reviewers gespeichert. Wird der Film in After Effects re-importiert, findet der Entwickler die Kommentare an den zugehörigen Stellen des Videos und kann die Anmerkungen umsetzen.

Auch die Integration mit Photoshop ist verbessert worden. Das Programm unterstützt nun alle Ebenenfunktionen von Photoshop CS 3. In Photoshop erstellte Fluchtpunkt-Grids lassen sich als Textdatei exportieren und dann in After Effects für Perspektiv-Effekte nutzen. Die Software berücksichtigt nun ICC-Profile, was ein durchgängiges Color-Management ermöglicht. Schließlich kann das Programm ebenso wie Premiere Pro Flash-Filme exportieren, die direkt in Flash Professional weiterbearbeitet werden können.

Zeitlupe in Premiere Pro

Dynamic-Link-Unterstützung gibt es jetzt auch für Mac-Systeme: Clips lassen sich per Drag & Drop von After Effects in Premiere Pro oder Encore ziehen und dort direkt überprüfen, ohne sie vorher rendern zu müssen. In Premiere Pro CS3 lassen sich Clips einfacher suchen und per Drag & Drop in einem Projekt ersetzen. Wird ein neuer Clip in ein Projekt gezogen, passt sich dessen Farbgebung automatisch an, sodass es zu keinen Farbsprüngen kommt. Neu ist auch das "Time Remapping"-Werkzeug, mit dem der Nutzer direkt in Premiere Pro flexibel Zeitlupen- oder Zeitraffereffekte erzeugen kann.

Im Unterschied zur Premiumversion von Production Studio muss der Käufer von CS3 Production Premium auf die Profi-Audiosoftware "Audition" verzichten. Stattdessen erhält er "Soundbooth" mitgeliefert, das speziell für die Videoproduktion konzipiert ist. Mit dem Tool lassen sich Audiospuren schneiden, störende Nebengeräusche und Rauschen entfernen und schnell passende Musikuntermalungen erzeugen.

Ist der Film fertig, kann er mit Encore direkt publiziert werden. Die neue Version gibt neben DVDs, Blu-ray-Discs und Flash-Projekten auch auf mobile Endgeräte angepasste Inhalte aus. Ein Projekt lässt sich simultan für verschiedene Ausgabemedien verwenden.

Nur Teilintegration für Mac

Während Windows-Nutzer alle Tools von CS3 Production Premium nahtlos nutzen können, müssen sich Mac-User mit einigen Einschränkungen abfinden. Ultra wird nur mit der Windows-Version des Pakets ausgeliefert, für OnLocation müssen Besitzer eines Intel-Macs Bootcamp und Windows XP oder Vista installieren. Premiere Pro, Soundbooth und Encore laufen zwar nativ unter Mac OS X, setzen aber ebenso einen Intel-Mac voraus wie die Features Dynamic Link und Capture in After Effects.