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30.11.1979 - 

Zu kurze Kapitaldecke:

Der Fluch der Mini-Planiere

NEW YORK (vwd) - Während der vergangenen Jahre gehörte die Minicomputerindustrie in den USA zu den wachstumsintensivsten Industriezweigen. Dieser geschäftliche Erfolg brachte allerdings für viele Unternehmen der Branche Liquiditätsprobleme mit sich. Nach einem Bericht der Bundesstelle für

Außenhandelsinformationen (BfA), Köln, setzte die Branche in den letzten beiden Jahren durchschnittlich je 35 Prozent mehr um. 1978 erreichten die Umsätze 3,7 Milliarden Dollar; in Fachkreisen erwartet man, daß die Zehn-Milliarden-Dollar-Marke in fünf Jahren erreicht sein wird. Die nicht ausreichende Kapitaldecke einiger Unternehmen erklärt, warum frühere Spitzenreiter ihre Position nicht mehr zu hatten vermögen.

An Beispielen für "abgesackte" Firmen fehlt es nicht. General Automation Inc (Anaheim/Kalifornien) rutschte von Platz vier der Branche an die siebente Stelle. Im Mai 1979 berichtete das Unternehmen von einem 54prozentigen Gewinnrückgang während der ersten drei Quartale im Geschäftsjahr 1979. Bei Computer Automation Inc (Irvine/Kalifornien) endete erstmals das Geschäftsjahr 1979 mit Verlust; das Unternehmen vermochte kaum seinen Bankverpflichtungen nachzukommen. Die Umsätze der Microdata Corp., die sich zwischen 1972 und 1977 verfünffacht hatten, fielen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1979 merklich unter den Branchendurchschnitt. Ein Abbau der Beschäftigtenzahl um 30 Prozent war erforderlich. Als starker Partner sollte der Flugzeugbauer McDonnell Douglas Corp. garantieren, daß eine Umsatzausweitung der Umsätze nicht an fehlender Liquidität scheitert. Nach dem Verlustjahr 1975 befindet sich Modular Computers zwar wieder in der Gewinnzone, die jährliche Umsatzausweitung läßt aber zu wünschen übrig.

Gemeinsam ist den vorgenannten Unternehmen, daß ihre Gründer vorwiegend ausgezeichnete Ingenieure waren, die sich in betriebswirtschaftlichen Fragen aber als weniger bewandert erwiesen. Die Folge waren vielfach unzulängliche Kontrollen des Geschäftsganges. Das Schwergewicht lag in der Vergangenheit auf den Produkten, nicht auf dem Marketing. Laut "Business Weck" dürfte ein weiterer Grund für die Firmenprobleme darin zu suchen sein, daß die Unternehmen durch die Entwicklung zu vieler neuer Produkte ihre unternehmenspolitischen Energien oftmals verschwendeten und sich bei Produktinnovationen "verzetteln".