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19.01.2001 - 

Gespräche mit Provider Bouygues

Der französische UMTS-Markt reizt die Deutsche Telekom doch

MÜNCHEN (CW) - Telekom-Chef Ron Sommer will die Finger nun doch nicht vom französischen Mobilfunkmarkt lassen. Dem deutschen Carrier werden Gespräche mit dem Provider Bouygues nachgesagt.

In der Konzernzentrale in Bonn hüllt man sich wie üblich in Schweigen. "Kein Kommentar", heißt es zu den Gerüchten um die Verhandlungen mit Bouygues, dem kleinsten der drei französischen Mobilfunkanbieter. Doch der Kontakt der deutschen Mutter von T-Mobil zu dem TK- und Baukonzern gilt als sicher, auch wenn Ron Sommer im November letzten Jahres noch verlauten ließ, sein Unternehmen werde sich nicht an der UMTS-Ausschreibung in Frankreich beteiligen.

Die Bonner scheinen noch einmal nachgedacht zu haben. Zu oft war Kritik laut geworden, dass die Telekom dem Anspruch, sich als internationaler Provider aufstellen zu wollen, nicht gerecht werde. Im Gegensatz zu den Konkurrenten Vodafone und France Télécom hatten es die Deutschen nicht geschafft, in Spanien, Italien, Schweden und der Schweiz eine der begehrten UMTS-Lizenzen zu ergattern. Würde Sommer nun auch noch die französische Ausschreibung kampflos sausen lassen, über die im Juni entschieden wird, hätte die Telekom endgültig jeden Kredit als paneuropäischer Provider verspielt.

Diesen Imageverlust will das Management in Bonn wohl nicht riskieren. Wahrscheinlich sehr zur Freude von T-Mobil-International-Chef Kai-Uwe Ricke, der immer wieder betonte, Länder wie Spanien, Italien und Frankreich dürften keine weiße Flecken für die Telekom im Mobilfunkgeschäft der dritten Generation bleiben. Er hatte sich mit dieser Aussage indirekt immer gegen Sommer gestellt und angekündigt, Wege zu suchen, um auf diesen Märkten doch noch Fuß zu fassen.

Wird der Eon-Anteil zum Rettungsanker?Eine Beteiligung der Telekom an Bouygues würde durchaus Sinn geben, weil der Konzern jenseits des Rheins bereits mit dem Festnetzbetreiber Siris, dem Internet-Provider Club Internet sowie im Systemkundengeschäft mit dem Debis Systemhaus vertreten ist. Der Einstieg in ein französisches Konsortium würde das Angebot optimal ergänzen.

Zu optimistisch sollten die Bonner jedoch nicht sein. Die Chancen, mit Bouygues ins Geschäft zu kommen, stehen eher schlecht. Die Franzosen sollen auch mit dem größten japanischen Mobilfunker NTT Docomo und der niederländischen KPN verhandelt haben.

Doch noch in einem der französischen Konsortien unterzuschlüpfen wird für die Telekom jedenfalls schwer. Bisher haben vier Bewerber ihre Teilnahme an der Ausschreibung bekundet. Neben Bouygues sind dies France Télécom, Vivendi und Suez Lyonnaise des Eaux. France Télécom und Vivendi sind direkte Wettbewerber der Deutschen. Gespräche mit Suez Lyonnaise hat die Telekom bereits geführt. Sie scheiterten jedoch an der Forderung der Deutschen, dass die Telefonica aus der Allianz aussteigen müsse. Bleibt also nur noch der Provider Bouygues. Denkbar ist in diesem Zusammenhang der Kauf des 17,5-prozentigen Anteils der Düsseldorfer Eon AG an Bouygues Telecom durch die Bonner. Der Düsseldorfer Energieversorger will sich ohnedies aus dem TK-Geschäft zurückziehen.

Indes scheint es die französische Regierung mit den UMTS-Bewerbern gut zu meinen. Vor Ende der Ausschreibungsfrist mit diesem Monat gab sie bekannt, dass die Hälfte der festgeschriebenen Gebühr von rund zehn Milliarden Mark in den Jahren 2001 und 2002 bezahlt werden muss, der Rest kann über einen Zeitraum von 13 Jahren abgestottert werden. Im Gegensatz zu Deutschland wird die Zahlung der Lizenzgebühr also nicht auf einen Schlag fällig.