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02.03.2001 - 

Aktien sind weiter gefährdet

Der Glasfasermarkt steht still

Lange Zeit galten die Hersteller optischer Komponenten für die Glasfaserindustrie als unverwundbarer Bestandteil der New Economy. Dieser Nimbus ist nach zahlreichen Gewinnwarnungen nun gebrochen. Von Stephan Hornung*

Immer mehr Internet-Nutzer, komplexere Anwendungen, E-Commerce und neuartige Applikationen führen zu einer enormen Masse an Daten, die momentan nur mit Hilfe von Glasfaserleitungen übertragen werden kann. Glasfaser sind den bisherigen Übertragungstechniken - ob elektronisch oder kabellos - sowohl was die Geschwindigkeit als auch was die Zahl der gleichzeitig zu verkraftenden Anwender betrifft, deutlich überlegen.

Sie haben jedoch auch einen Nachteil: Glasfaserleitungen sind sehr teuer. Zum einen ist das Verlegen der unterirdischen Kabel sehr kapitalintensiv, zum anderen sind die Daten aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Komplexität nur schwer zu handhaben.

Finanzschwache KundenGenau in diesem Segment, der Kontrolle des Datenstroms, ergaben sich aussichtsreiche Verdienstmöglichkeiten für technisch führende Firmen wie Cisco, Juniper, Lucent, Alcatel oder Nortel. Das größte Wachstumspotenzial liegt aber bei der digitalen Datenübermittlung mit Lichtsignalen. Führend sind hier JDS Uniphase, Nortel, Corning oder Ciena.

Die Aktien der Netz- und Glasfaserfirmen wurden vor dem Hintergrund dieser intakten Wachstumsstory im letzten Jahr in kaum vorstellbare Höhen getrieben. Jedoch bedachten die Börsianer nicht, dass die Kunden dieser Anbieter, nämlich die Telekommunikationskonzerne, in große finanzielle Bedrängnis geraten könnten. Von Firmen wie AT&T, Deutscher Telekom oder MCI Worldcom wurden jährlich zunehmende Investitionen in Milliardenhöhe erwartet. Doch diese Firmen kämpfen aktuell mit einem enormen Margendruck oder den hohen Vorleistungen für ihre UMTS-Netze. Aufgrund ihrer hohen Verschuldung müssen deshalb die Investitionen zumindest vorübergehend stark gedrosselt werden.

Trotzdem dürfte nach einer Durststrecke der Glasfasermarkt wieder wachsen. Einer aktuellen Studie der Dell''Oro Group zufolge wird der Markt für optische Datenübertragung von 23,5 Milliarden Dollar im Jahr 2002 bis 2005 auf 57,3 Milliarden Dollar zulegen.

JDS Uniphase will an die SpitzeNach der 17,7 Milliarden Dollar teuren Fusion mit SDL ist JDS Uniphase Weltmarktführer bei technischen Komponenten für die Glasfasersysteme. Der 1999 aus der Fusion von JDS Fitel und Uniphase hervorgegangene Konzern zeichnet sich durch eine kräftige Akquisitionstätigkeit aus. Aus kartellrechtlichen Gründen musste eine Schweizer Tochter an Nortel Networks verkauft werden. Das Ziel der Kanadier ist es, weltweit den Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugang zu dominieren. Einer der strategischen Partner von Nortel ist der führende Hersteller von Glasfaserleitungen Corning. Das Traditionsunternehmen stellte bereits 1879 Glas für die erste Glühbirne von Thomas Edison her und ist auch heute noch in seiner Nische führend. Ernsthafte Konkurrenz könnte aber dann entstehen, wenn das derzeit in Finanznöte gekommene Lucent Technologies seine Glasfaserkabel-Einheit, deren Wert auf rund sieben Milliarden Dollar geschätzt wird, verkaufen muss. Als Käufer werden die französische Alcatel, der Mischkonzern Tyco, aber auch Corning gehandelt.

Auch am Neuen Markt gibt es mit Adva Optical einen interessanten Nischen-Player. Die auf DWDM-Technologie spezialisierte Firma ermöglicht es, dass mehrere Datenströme gleichzeitig durch eine Glasfaser geschickt werden können.

Bisher galten die Glasfaserfirmen als relativ immun gegenüber dem Wachstumsrückgang der Branche. Zahlreiche Gewinnwarnungen der vergangene Monate belehrten die Branche jedoch eines Besseren. Auch in den nächsten Monaten ist mit weiteren Hiobsbotschaften zu rechnen. Sinkende Investitionsbereitschaft der Telcos, wachsende Lagerbestände bei den Abnehmern und ein Abflauen der US-Konjunktur werden für eine Wachstumsdelle und weitere schlechte Zahlen sorgen.

* Markus Lindermayr und Stephan Hornung sind Analysten der CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.