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22.07.1977 - 

Erfahrungen der STARG:

Der Großrechner bleibt ein Konzept auf Zeit

Welche technischen Anforderungen sind an künftige Großrechner zu stellen? Mit diesem Problemkreis setzt sich Prof. Dr. Werner Dirlewanger, Institut für Informatik der Universität Stuttgart, in einer Serie auseinander, die in der nächsten Computerwoche (Nr. 31) beginnt. Dirlewanger ist der Überzeugung, daß Großrechner auf absehbare Zeit auf dem Markt bleiben werden und ihnen - entgegen vielen Tagesmeinungen - nicht in nächster Zeit durch Minis oder Maxi-Minis oder Netze aus Minis das Lebenslicht ausgeblasen wird.

Die Serie des Informatik-Professors wird den Platz des CW-Lesern so vertrauten Scholz-Reports einnehmen. Nach 125 Beiträgen gibt es zunächst mal eine Scholz-Pause. Welche Themen im einzelnen in der neuen Serie angesprochen werden, beschreibt Dirlewanger in der nachfolgenden Einleitung.

Wann immer eine bestimmte Version eines technischen Gerätes einige Zeit produziert worden ist und schon zum Alltag gehört, dann fängt der Kunde allmählich an danach zu schielen, was der oder die Hersteller wohl bei der nächsten Version dieses Gerätes alles neuer, besser oder aber auch "bloß anders" machen werden. Das ist bei Autos so, bei Kraftwerken, bei Skiern und bei Computern ist es nicht anders. Der Kunde hat das Gefühl des Veraltens, das heißt, er erwartet ein neues "verbessertes" Gerät. Er glaubt dabei, daß das Markt-Angebot die von ihm benötigte neue Geräteversion mit genau den für ihn richtigen Leistungen und Eigenschaften beinhalten wird und er sich aufs Auswählen beschränken kann.

Ein solches Kundenverhalten insbesondere auf dem Computer-Gebiet ist nicht der richtige Weg, um (aus der Sicht des Anwenders gesehen) zu wirklich guten Systemen zu kommen. Es wäre vielmehr nötig, daß die Kunden aktiv in die Gestaltung des Angebotes mit eingreifen, indem sie wie folgt vorgehen:

Sie müssen sich selbst viel stärker als bisher Klarheit über ihre Anforderungen an das System verschaffen und diese dann den Herstellern als Forderung vorlegen. Dirlewanger meint, daß auf dem Computer-Gebiet inzwischen der Zeitpunkt erreicht ist, in dem aus verschiedenen Gründen ein solches Verhalten der Kunden besonders dringlich wird. Als Beitrag in dieser Richtung sind die kommenden Aufsätze zu verstehen.

Im ersten Teil beschäftigt sich der Informatiker ausführlich mit dem Thema "Anwendereinfluß auf Systemkonzipierung". Dann folgen mehrere Aufsätze zum Thema Systemsoftware (wobei eine Aufteilung in "Programmiersystem" und "Betriebsysteme" vorgenommen ist). Die letzten Aufsätze gehören zum Thema Hardware. Dabei geht es jeweils primär um die Formulierung von Anforderungen aus Kundensicht und nicht um Konstruktionsvorschläge.

Die Aufsatzreihe geht auf die Tätigkeit des Autors in einem Arbeitskreis zurück, der den Auftrag hat, sich mit technischen Anforderungen an zukünftige DV-Großanlagen zu befassen. Dieser Arbeitskreis wurde von der STARG (das ist die Benutzervereinigung der Anwender der TR440-Anlagen) eingesetzt. Er soll sich mit allgemeinen und nicht etwa nur TR440-bezogenen Aspekten zukünftiger Systeme befassen. In diesem Arbeitskreis sind Großrechenzentren mit Anlagen verschiedener Hersteller vertreten. Die Initiative zu diesem Arbeitskreis ist aus der besonderen Zielsetzung, die sich die STARG für ihre Arbeit gegeben hat, zu sehen: Sie trifft sich in regelmäßigen Abständen, nicht nur, um Erfahrungen beim Betrieb ihres Anlagentyps auszutauschen, sondern um darüber hinaus Gedanken zur Weiterentwicklung ihres Systems zu formulieren. Im Gegensatz zur Tätigkeit der Benutzerorganisation vieler anderer Hersteller hat die STARG durch ihre Arbeit wichtige Weiterentwicklungen des Systems im Sinne der Benutzerbedürfnisse erreicht. So war es nur folgerichtig, daß sich die STARG auch mit dem allgemeineren Thema "zukünftige Großrechenanlagen" befaßte, wozu unter anderem der o. g. Arbeitskreis ins Leben gerufen wurde. Daß sich in der vorliegenden Aufsatzreihe u. a. viele Diskussionsergebnisse aus dem Arbeitskreis widerspiegeln, hat nicht nur die Zustimmung der STARG; es entspricht ihrem ausdrücklichen Wunsch, solche Ergebnisse einem breiteren Publikum zugänglich: zu machen.