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30.05.1975

Der günstige Leasing-Preis tröstet über vieles

30.05.1975

Viele Anwender schalten grundsätzlich ab, wenn sie das Stichwort "Leasing" hören. Insbesondere Leasing von Gebraucht-Computern hat ein wenig "Arme-Leute-lmage", mit dem sich kein guter EDV-Leiter identifizieren will. An dieser Einstellung ändern auch die beachtlichen Kosteneinsparungen von 40 und mehr Prozent nichts.

Die Gegenargumente sind schnell parat: langfristige Bindung, Inflexibilität, technischer Rückstand. Allerdings müßte es zu denken geben, daß Leasing heute als kostengünstige Alternative mehr und mehr Verbreitung findet.

Vier von CW befragte Anwender haben das angebliche Risiko gewagt, - alle vier bleiben beim Leasing:

Lutz Strauch-Wassmann, Leiter der EDV-Abteilung der Firma Gebrüder Kaiser & Co. Leuchten, Nieheim

Der Grund für unsere Entscheidung, ein System zu leasen, war eine Senkung der Kosten, um die ständig steigenden Personalkosten zu kompensieren. Der erste Schritt war, 1972 erst einmal mit Mixed Hardware anzufangen. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Für uns war es wichtig zu wissen, wie ist es, wenn man nicht mehr als IBM -Anwender gilt. Die BASF hatte innerhalb eines Nachmittags alle Bänder ausgetauscht und sie liefen auf Anhieb. Dies ermutigte uns zum zweiten Schritt, uns nach einem geeigneten Leasing-Partner umzusehen. Aus den vielen Angeboten haben wir uns für eine Gesellschaft entschieden und einen Vertrag über eine 360/30 mit 64 K abgeschlossen. Das System wurde im Frühjahr 1973 geliefert und installiert, ebenfalls an einem Nachmittag.

Wir haben also gute Erfahrungen mit Mixed Hardware und Leasing gemacht. Bisher hatten wir keine Schwierigkeiten - weder mit der Leasing-Firma, noch mit dem Mixed-Hardware-Anbieter, noch ernstlich mit der IBM.

Derzeit betreiben wir eine Untersuchung in unserem Hause, ob der Leasing-Vertrag auszubauen ist und ob wir Terminals anschließen können.

Wenn man als " Abspringer" von der IBM gilt, wird man auf der Software-Seite doch etwas vernachlässigt: Dann muß sich meiner Meinung nach der Anwender stark machen und argumentieren, daß er immer noch IBM-Systeme im Haus habe und ob die IBM denn nicht wieder einmal ins Geschäft kommen möchte.

Wir stehen auf dem Standpunkt daß man - vor allem aus Prestige-Gründen - nicht immer das letzte Modell haben muß. Richtiger ist es, ein vorhandenes System erst einmal zu 100 Prozent auszulasten. Wir planen für die nächsten zwei Jahre erst einmal bei der 360/30 zu bleiben. Diese Einstellung spart uns im Jahr etwa 100 000 Mark, ein Kostenfaktor, der bei einem mittleren Unternehmen nicht zu verachten ist.

Ernest Schambil, Leiter der EDV-Abteilung der Ford-Werke, Saarlouis

In der ersten Hälfte 1973 haben wir uns zum Leasing entschlossen. Damals hatten wir eine 360/ 22 gemietet, deren Kapazität nicht mehr ausreichte. Die Miete inklusive Wartung lag bei 26 000 Mark monatlich. Wir suchten nun die Möglichkeit, mehr Kapazität zum gleichen Preis zu bekommen. Nach umfassender Angebotseinholung fanden wir eine Leasing-Firma, die uns eine 360/30 mit schnellerer Peripherie zu etwa dem gleichen Preis der IBM-Miete angeboten hat, das heißt Leasing-Gebühren plus Wartung inklusive.

Damals hatten wir den Vertrag über eine Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen, mittlerweile wurde verlängert bis zum September dieses Jahres.

Einziger Nachteil dieses Leasings ist, daß das System eine 60-Hertz-Anlage ist, für die sehr schwierig Ersatzteile zu bekommen sind. Vor kurzem mußten wir uns die benötigten Teile aus Amerika schicken lassen.

Im großen und ganzen sind unsere Erfahrungen mit der Leasing-Gesellschaft sehr gut, da das Unternehmen über einen eigenen Maschinenpark verfügt und so jederzeit Equipment austauschen kann. Auch mit der Software gab es keine Probleme, da wir selbst in der Lage waren, unsere Programme zu generieren. Freundlicherweise hat die IBM uns einen Software-Mann zu unserer Unterstützung bereitgestellt, - die Beziehungen zur IBM sind nach wie vor ungestört.

Unsere Berechnungen haben ergeben, daß wir für das gleiche System bei der IBM 50 Prozent mehr bezahlen müssen. Langfristig gesehen bleiben wir beim 360 -Leasing. Generell kann ich sagen, daß die Probleme, die durch das Leasing entstanden sind, vollkommen durch den günstigen Preis kompensiert werden. Und wer muß heute nicht kostenbewußt denken ?

Dr.Wilhelm Schmidt, Leiter des RZ-Bereichs der MBB in Hamburg

Aus internen Gründen wurde es im vergangenen Jahr notwendig, unsere IBM 370/145 zu erweitern. Nach eingehenden Analysen und Berechnungen stand fest, daß das System nicht mehr ausreichen würde. Nach eingehenden Diskussionen im Hause haben wir uns entschlossen, eine geleaste 370/l58 zu installieren.

Als ersten Schritt haben wir einen Mietvertrag bei der IBM abgeschlossen, um die langen Wartezeiten abzufangen. Zwischenzeitlich suchten wir einen Leasing-Partner, der mit unseren Bedingungen einverstanden war: Übernahme des IBM-Mietgeschäftes sowie der Einsatz von Mixed Hardware.

Zu dieser Zeit gab es nur einen einzigen Hersteller, der unsere Bedingungen akzeptierte. Dieses Angebot wurde noch attraktiver durch das sogenannte "Financial Leasing". Die Mixed Hardware (Platten und Bänder) stammt von der BASF. Eigene Überlegung und zusätzliche Befragung von Anwenderkollegen ergaben keine Bedenken gegen den Mixware-Abschluß. Mit dieser Firma haben wir im Mai vergangenen Jahres einen Package-Leasing-Vertrag abgeschlossen. Die Gesellschaft verhandelt intern mit der BASF, besorgt sich dort die Peripherie und vermietet das ganze als "Package", so daß wir es nur mit einem Vertragspartner zu tun haben.

Bei der Lieferung gab es eine Verzögerung von vier Wochen, die ich aber durchaus als normal akzeptiere. Zwar hatten wir die üblichen Installationsprobleme, aber nach weiteren vier Wochen lief das System zu unserer vollen Zufriedenheit. Auch die Wartung klappt - was letztlich auf das gute Hamburger BASF-Team zurückzuführen ist.

Durch den Leasing-Abschluß sind wir der IBM-Preiserhöhung entgangen. Die monatlichen Einsparungen gegenüber einer gleichen gemieteten Anlage lagen ohne Berücksichtigung der Mehrschichtmiete bei 15 Prozent.

Unser Vertrag läuft für die Dauer von 60 Monaten. Das setzt voraus, daß man in dieser Zeit mit dem System auskommen muß, -leider kann das kaum ein RZ-Leiter vorher genau sagen. Aber auch hier gibt es die Möglichkeit, Kernspeicher dazuzukaufen und das System zu erweitern.

Verglichen mit den Einsparungen sind diese Probleme sekundär.

Rolf Hammelehle, Leiter der EDV-Abteilung der Firma Cross Europa-Werk GmbH, Wendlingen

Als im März 1971 von der Geschäftsleitung entschieden wurde, zum 1. Januar 1972 unsere IBM 360/20 Kartenanlage und das " RAX " Fernverarbeitungs-System durch eine IBM 360/30 Anlage mit 96 K, sechs Magnetplattenspeicher 2319, einer Magnetbandeinheit 2415, Karteneinheit 2540, Bildschirme, einen Drucker 1403/002 und einen Lochstreifenleser 1012 abzulösen, dachte man zu diesem Zeitpunkt nur indirekt daran, die Kosten durch Mixed Hardware und Leasing zu reduzieren. Die primäre Aufgabe war, die von unserer Mutterfirma in USA zur Verfügung gestellten Programme entsprechend unserer Organisation zu modifizieren und termingerecht einzuführen.

Der erste Schritt zur Kosteneinsparung war dann, den Kernspeicher im Laufe des Jahres 1972 mit einem Fremdkernspeicher auf 128 K zu erhöhen. Zum 1. 1 . 1973 wurden die IBM Magnetplattenspeicher, zum 1. 1. 74 die Magnetbandspeicher und zum 1. 8. 74 die Bildschirme durch Fremdperipherie ausgetauscht.

Zum 1. 1. 74 wurde eine 360/40 mit 192 K, 1403/002 Drucker sowie die Steuereinheit 2821 geleast installiert.

Durch diese Maßnahmen ersparen wir uns bei gleichzeitiger Kapazitätserweiterung jährlich rund 250 000 Mark, obwohl unsere Leasing- und Mietverträge aus Gründen der Beweglichkeit nicht länger als für zwei Jahre abgeschlossen wurden, falls sich die Situation ändert und die Hersteller Alternativen anbieten.