Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

13.04.1990 - 

Marktforscher der West-LB-Tochter Westcapital

Der Hardwaremarkt ist weltweit im "Abschwung"

DÜSSELDORF (CW) - Mit der Neuinstallation von Hardware ist kein Geschäft mehr zu machen, so ein Ergebnis der Marktforscher von der Düsseldorfer West-LB-Tochter Westcapital Investment Research. Außerdem machen die Analysten starke Unternehmens- Konzentrationen sowohl auf dem Hardware- als auch auf dem Softwaremarkt aus.

Nach einem Bericht der Westcapital-Marktforscher befindet sich der Hardwaremarkt weltweit in einer "Abschwungphase". Relativ geringfügige Wachstumsraten von fünf bis sieben Prozent verdanken die Hersteller in erster Linie dem Absatz von Ersatzsystemen und hochwertigen Peripheriegeräten.

Die Analysten machen nicht nur Sättigungserscheinungen und schrumpfende Gewinnmargen aus, sie konstatieren auch einen Konzentrationsprozeß in der Branche, der vor allem in Deutschland deutlich zu spüren sei. Demnach lag 1988 mehr als 72 Prozent des gesamten Rechner-Marktvolumens von rund 24,5 Milliarden Mark in den Händen von sechs Anbietern.

Den weitaus größten Marktanteil - hier beziehen sich die Marktforscher auf einen Bericht im Diebold Management Report - konnte IBM mit insgesamt 44 Prozent für sich verbuchen. In großem Abstand folgten Siemens mit 15 und Nixdorf mit sechs Prozent. Gemeinsam haben die beiden deutschen DV-Anbieter 1988 demnach noch nicht einmal die Hälfte des Hardwareumsatzes von IBM erreicht. Unisys, mit einem Marktanteil von drei Prozent sowie DEC und NCR mit je zwei Prozent waren weit abgeschlagen.

Im internationalen Vergleich schneidet die deutsche Datenverarbeitung denkbar schlecht ab: Nach Einschätzung der Westcapital-Analysten hinkt sie weit hinter dem japanischen und dem amerikanischen Markt her. Der Trend zum Personal Computer sei hierzulande erst zu einem Zeitpunkt erkannt worden, als sich dieses Marktsegment bereits in festen Händen befunden habe.

Trotzdem soll sich das Geschäft deutscher Hardwarehersteller in Zukunft um den Microcomputer drehen: Peripheriegeräte für professionelle PCs werden nach Einschätzung der Analysten in den nächsten Jahren das größte Wachstum verzeichnen. Kleinen Hardwareanbietern bleibe künftig nur die Wahl, in eine hochspezialisierte Marktnische zu schlüpfen oder sich unter die Fittiche eines der größeren Unternehmen zu begeben.

Auch auf dem Softwaremarkt machen die Analysten eine "deutliche Konzentration" aus. Die Tage der Ein-Mann-Unternehmen seien gezählt, da die Anwender zunehmend Komplettlösungen mit einem hohen Anteil an Service- und Beratungsleistungen haben wollen. Auf europäischer Ebene sind deutsche Softwareanbieter nach Ansicht der Marktforscher "Zwerge", die spätestens 1992 unter Konkurrenzdruck geraten werden.

Gute Chancen räumen die Analysten dagegen Anbietern von Komplettlösungen mit einem hohen Anteil an Service und Beratungsleistungen ein. Vertriebsgesellschaften, die Hard- und Software aus dem Ausland beziehen, um sie deutschen Bedürfnissen anzupassen, haben großen Zulauf.