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13.09.1996 - 

Interview/

Der IBM-NC ist für Intranets optimiert

CW: Sie kündigen heute IBMs Network Computer an. Was ist das für eine Maschine?

McAughtry: Die Network Station ist ein kompakter, kostengünstiger Computer, der für Internet- und Intranet-Benutzung optimiert wurde.

CW: Mit welchen technischen Merkmalen?

McAughtry: Auf ihm laufen sowohl Applikationen von Rechnern wie S/390, AS/400, RS/6000 oder PCs als auch Browser-Software, insbesondere Netscape Navigator in der Version 3.0. Außerdem kann er Java-Anwendungen verarbeiten.

CW: Würden Sie sagen, daß der Rechner speziell für IBM-Anwender konzipiert wurde?

McAughtry: Er ist sicherlich für Intranet-Benutzer gebaut und in jedem Fall ein Business-Computer.

CW: Also kein Gerät für den privaten Endanwender.

McAughtry: Nein, er wurde für die kostengünstige Nutzung der Internet-Techniken im Geschäftsleben konzipiert.

CW: Sie sprechen den Preis an. Wieviel soll das Gerät denn kosten?

McAughtry: Ungefähr 700 Dollar.

CW: Was bekommt man dafür?

McAughtry: Den Rechner und die Tastatur. Der Kunde muß sich nur noch den Bildschirm extra anschaffen.

CW: Oracle-Chef Larry Ellison will solch ein Gerät für rund 300 Dollar anbieten.

McAughtry: Nun, die Preise für vergleichbare Rechner von Wyse oder Sunriver liegen zwischen 500 und 700 Dollar. Ich möchte aber auf die Ausstattung zu sprechen kommen. Unser Gerät arbeitet mit dem Power-PC-Prozessor ...

CW: ... mit welchem?

McAughtry: Dem 403- Power-PC-Chip. Zusätzlich sind 8 MB Hauptspeicher, VGA-Grafik mit 64 000 Farben, Ethernet- und Token-Ring-Anschluß, PCMCIA- und Druckerschnittstelle sowie Audiofunktionalität eingebaut.

CW: Oracle stattet sein Gerät ebenfalls mit 8 MB RAM aus, liefert allerdings keine Tastatur mit.

McAughtry: Ich denke, man muß generell unterscheiden, ob ich einen NC für den Geschäfts- oder den privaten Bedarf baue. Solche Konsolen benutzen meist das Fernsehgerät als Bildschirm und die Fernbedienung als Tastatur.

CW: Welche Software liefert IBM mit?

McAughtry: Der Rechner enthält Netscape 3.0, das die Netscape-Tochter Navio angepaßt hat, sowie die Java-Virtual-Machine und zusätzlich Emulationen für die IBM-Server-Produkte S/390, AS/400, RS/6000.

CW: Wie will IBM die Preispolitik für die Software-Lizenzen gestalten, wenn viele NCs auf ein Programm zugreifen, das auf dem Server läuft?

McAughtry: Details über die Softwarelizenzierung werden noch bekanntgegeben. Aber ich kann heute schon sagen, daß die Systemsoftware - also Betriebssystem, Emulationsprogramme und solche Dinge - sehr preiswert angeboten werden, und ich vermute, daß das auch für alle anderen Softwarepakete gelten wird.

CW: Wie weit ist der Standard für NCs gediehen, den Unternehmen wie IBM, Oracle, Netscape, Sun oder Apple erarbeiten wollen?

McAughtry: Generell entspricht unser NC den entwickelten Spezifikationen. Es muß jetzt nur überprüft werden, ob diese Spezifikationen auch für unsere Kunden passen.

CW: Ist der NC-Standard Refe-rence Profile 1 verabschiedet?

McAughtry: Die Spezifikationen für den Thin Client werden derzeit entwickelt. Der NC entspricht ihnen zwar nicht ganz, kommt dem aber sehr nahe.

CW: Wie will IBM den Verkauf der Geräte organisieren?

McAughtry: Über gewohnte Kanäle und über Wiederverkäufer. Wir erwarten eine starke Nachfrage von Kunden, die ihre Terminals ersetzen wollen oder ein grafisches Display für Business-Applikationen benötigen, aber keine teuren PCs anschaffen wollen.

CW: Wie viele Geräte will IBM in den nächsten zwei Jahren an den Mann bringen?

McAughtry: Generell gibt IBM über Absatzchancen keine Informationen. Aber die Marktprognosen lassen ein enormes Verkaufspotential erwarten. Forrester Research beispielsweise fand heraus, daß 70 Prozent der Entscheidungsträger bis 1997 das Internet für geschäftliche Transaktionen nutzen werden. IDC schätzt, daß im Jahr 2000 22 Prozent aller Internet-Zugangsgeräte keine PCs sein werden. Die IBM-Marktforscher schätzen, daß weltweit mehr als 35 Millionen nicht programmierbarer Terminals installiert sind, von denen ein Großteil abgelöst werden wird, um den Benutzern den Internet-Zugang zu ermöglichen. Hinzu kommen die geringen Kosten für die Wartung solcher Geräte.