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Datenbanken/Allein mehr als 2500 Mozart-CDs im Angebot


21.03.1997 - 

Der Internet-Besucher soll DB-Funktionalität nutzen

Internet-Nutzer sind eine anspruchsvolle Klientel. Erscheint dieselbe Web-Seite über Wochen auf dem Monitor, surfen sie nicht selten auf Nimmerwiedersehen davon. Nur HTML-Seiten aneinanderzureihen, reicht den gewerblichen Anbietern längst nicht mehr aus. Professionelle Internet-Anwendungen leben von ihrer Dynamik. Nicht Animation oder irgendwelche Gimmicks, sondern aktuelle, interaktive Web-Seiten sind bei den kommerziellen Anbietern gefragt. Die kontinuierliche Pflege der einzelnen Seiten und ein konsequentes Herstellen von Links sind Voraussetzungen für eine sinnvolle und effektive Nutzung des Internet.

Eine wesentliche Verbesserung bringt hier das Einbinden von Datenbanken in den Web-Server. Damit lassen sich Daten nicht nur leichter aktualisieren, auch das Handling der Web-Lösung vereinfacht sich ganz erheblich. Daß sich auf diese Weise das Internet auch als interaktives Tool nutzen läßt, war für JPC ganz besonders interessant.

JPC hat über 120 000 Titel in seinem Programm, täglich kommen bis zu 250 neue CDs hinzu, so daß jeder Katalog, ob gedruckt oder als CD, schon bei seinem Erscheinen veraltet ist.

Nachdem das Unternehmen mit Bildschirmtext als Bestellmedium sehr positive Erfahrungen gemacht hatte, wagte sich JPC im Frühjahr 1996 an die Realisierung einer Web-Lösung für den CD-Vertrieb.

Allen Beteiligten war klar, daß JPC nicht für alle Titel eine eigene Web-Page aufbauen konnte. Außerdem mußten die bereits vorhandenen Datensätze, die auf einer AS/400 hinterlegt sind, in die Gesamtlösung integriert werden.

Wolfgang Hanke, Kommunikationsdesigner und Geschäftsführer der Osnabrücker Agentur Hanke + Partner, entwickelte für JPC eine Lösung, der zunächst konzeptionelle Gedanken vorausgingen: "Das Internet-Terminal wird zum Point of Sales (POS), das heißt es muß eindeutig den POS-Gesetzmäßigkeiten entsprechen. Der Kunde muß bei seinem Kauf im Internet Situationen vorfinden, die er bereits kennt." Besonders der visuelle Eindruck der Web-Oberfläche und die interaktive Arbeitsweise waren von besonderer Bedeutung.

Die Hardwarelösung war schnell gefunden: Ein separater Macintosh-Web-Server bietet den Internet-Zugang. Auf diesen Web-Server werden die Datensätze aus der zentralen AS/400 gespiegelt. Der Mac-Server hat als einziger Server Zugang zur AS/400.

Als Software kam 4D von ACI zum Einsatz. 4D fungiert als Frontend der AS/400 und arbeitet in diesem Fall nicht nur als Datenbanksoftware auf dem Mac-Server. Mit der Möglichkeit, Daten auch im HTML-Code ausgeben zu können, erfüllte sich bereits die erste Voraussetzung für eine interaktive Lösung.

Hanke programmierte mit den 4D-Tools die gesamte Oberfläche der Internet-Applikation: "Bereits bei der Programmierarbeit ist eine Kreativität gefordert, die Grafik und Gestaltung der Datenbank in der Anwendung stark mit einbezieht."

Die Übersichtlichkeit durfte nicht verlorengehen

Die grafische Gestaltung der Oberfläche war besonders wichtig, da viele Kunden das breit gefächerte Angebot von JPC schätzen und diese Übersichtlichkeit nicht verlorengehen durfte. Der Internet-Besucher sollte die volle Funktionalität der Datenbank nutzen können. Allein zu Mozart gibt es mehr als 2500 CDs im Angebot. Der Käufer kann deshalb über das Internet eine Datenbankabfrage starten und sich beliebig nach Interpreten, Orchester, Aufnahmeart etc. die vorhandenen Titel selektieren lassen. Gefällt ihm eine CD, legt er sie in seinen Einkaufskorb, sucht weitere aus oder ruft per Mausklick Informationen zu Neuzugängen und Sonderangeboten aus der Datenbank ab.

Damit er einen visuellen Eindruck von seiner ausgewählten CD bekommt, sind in der 4D-Datenbank die gescannten Covers hinterlegt, ebenso Kriterien oder sonstige wichtige Informationen.

Durch die Integration der Scan-Daten in die Datenbank müssen diese nicht auf dem Internet-Server hinterlegt werden. Erst bei Aufruf der Daten werden die Scans in Bildformat umgesetzt. Die Bilddaten werden deshalb nicht auf eine separate Platte ausgelagert. Das reduziert den Verwaltungsaufwand, denn es entfallen die Links der Bilder mit den HTML-Seiten, Namensgebung der Scans etc.

Hat der Kunde seine Auswahl abgeschlossen, sieht er alle CDs in seinem Einkaufskorb. CDs, die er nicht kaufen möchte, kann er sich zurücklegen lassen. Die Datenbank erstellt automatisch die Rechnung, aufgelistet nach den einzelnen CDs. Schließlich bestätigt der Kunde den Kauf und wird gebeten, seine Kundennummer einzugeben. Sollte sich seine Adresse geändert haben, kann er nun die neue eingeben. Die Kaufdaten werden in der 4D-Datenbank gespeichert und einmal pro Tag mit der AS/400 abgeglichen, die sogleich den logistischen Teil übernimmt, beispielsweise den Druck der Lieferscheine, die Fakturierung oder die Lagerverwaltung und das Bestellwesen.

Dazu Michael Richter, DV-Leiter bei JPC: "Hauptzielgruppe unserer Internet-Lösung sind die Kunden, die bisher unsere Katalog-CD bestellt haben. Sie verfügen bereits über einen PC, in den meisten Fällen sogar mit Modem und sind offen für Lösungen, wie wir sie bieten." Um das Performance-Problem in den Griff zu bekommen - nicht alle Kunden verfügen über schnelle Modems und die Einwählknoten sind oft überlastet - wurde die gesamte Oberfläche in Frame-Technik programmiert.

"Wir wollten in unserer grafischen Gestaltung bunter werden, ohne den Anwender mit langen Wartezeiten für den Seitenaufbau zu nerven", erläutert Hanke das Konzept. Dazu wurden die HTML-Seiten in verschiedene Felder aufgeteilt, so daß bei einer neuen Seite nur bestimmte aktualisiert werden müssen, die anschließend übertragen werden. Das Menüfeld bleibt zum Beispiel immer am unteren Bildrand, unabhängig davon wie groß die Bilder in der Mitte sind. Der Programmieraufwand ist zwar höher, weil sehr viele Links und Verknüpfungen aufgerufen werden müssen, im Vergleich zum herkömmlichen Seitenaufbau werden aber weniger Daten übertragen.

Der Seitenaufbau ist bei JPC grundsätzlich in drei Bereiche gegliedert. Im oberen Teil befindet sich der "Kopf", in der Mitte das Display und unten das Menü. In der klassischen HTML-Programmierung wären das vier Seiten, die Mutterseite sowie drei Bereichsseiten.

"Das Internet ist absolut schnellebig"

Bei den mit 4D programmierten Seiten wird erst zum Zeitpunkt der Abfrage der HTML-Code definiert. Es gibt Formatmarken für kursiv, fett, Tabellen, Bilder etc., die direkt in die 4D-Datenbank geschrieben werden. Bei Abruf der Information erscheinen die Datensätze, lassen sich formatieren und als Web-Seite ausgeben.

Das Internet-Projekt wurde im Frühjahr 1996 konzipiert, eine reduzierte T-Online-Lösung war dabei als Vorstufe gedacht. Richter: "Im Herbst 1995 hätte ich noch gesagt, es ist wohl etwas zu früh für den Einstieg ins Internet. Im Frühjahr 1996 war ich mir absolut sicher, daß wir den richtigen Zeitpunkt gefunden hatten. Dieses Medium ist absolut schnellebig..

Angeklickt

Das Internet-Terminal sollte zum Point-of-Sale werden. Die Kunden des CD-Vertriebs JPC - teilweise durch Btx und eine Katalog-CD ans Bestellen per PC gewöhnt - wurden direkt an die Datenbank herangeführt. Ihre Aktualität und Einbindung in die Logistik des Hauses, wie Fakturierung, Lagerverwaltung und Bestellwesen, macht sie zum zentralen Tool des Spezial-Handelshauses.

*Michael Richter ist DV-Leiter bei JPC Schallplatten in Georgsmarienhütte (Internet: http://www.jpc.de).