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15.10.1976 - 

ICI-Erfahrungen mit der Michael-Jackson-Technik

Der Kampf gegen das Flußdiagramm

CHESHIRE - "Es ist nicht ein technisches, sondern ein Führungsproblem, die Vorteile der strukturierten gegenüber der traditionellen Programmierung zu verdeutlichen und zu realisieren", erklärt Ken Ratcliff, verantwortlich für Software-Entwicklung im englischen Chemie-Konzern ICI.

ICI war vor einigen Jahren durch den Umfang der Programmierarbeiten gezwungen, entweder die bestehende Technik weiterzuentwickeln oder etwas völlig Neues auszuprobieren. Durch einen zweitägigen Workshop lernte die Agricultural Division von ICI die Michael-Jackson-Methode kennen. Auch andere Abteilungen wurden auf die Technik aufmerksam.

Als Vorteile der Methode galten die kurze Testzeit, der einfache Aufbau, der das Flußdiagramm überflüssig machte, sowie die Unabhängigkeit von Programmiersprachen. Daraufhin nahmen Programmierer der verschiedenen Divisions an einem einwöchigen Workshop von Jackson teil. "Die Reaktion war verschieden", heißt es in einem Erfahrungsbericht des ICI Central Management Services. Für viele Programmierer bedeutete es einen Schock, daß gute Programme geschrieben werden konnten - "nach einer Methode, die die früheren Erfahrungen überflüssig machte".

Umstellung zu radikal

Viele Programmier konnten sich konnten sich das Arbeiten ohne Flußdiagramm nicht vorstellen. Die meisten Kursteilnehmer waren der Meinung, daß die Umstellung von der traditionellen auf die Jackson-Methode einfach zu radikal sei. Dennoch wurde die Schulung fortgesetzt. Dabei waren Anfänger und erfahrene Programmierer praktisch auf eine Stufe gestellt. Gute Programmierer hatten Schwierigkeiten, von der eigenen, altbewährten Methode wegzukommen und jetzt völlig schematisch denken zu müssen. Besonders den Älteren fiel es schwer, die neue Methode zu akzeptieren. Sie fürchteten, daß der Wert ihrer Erfahrungen nichts mehr gelten würde, und fühlten sich durch die neue Technik in ihrer Tätigkeit eingeengt.

Fortbildung mit heftigen Debatten

Viele dieser Probleme konnten lokalisiert und auf einige Personen beschränkt werden. Um den Widerstand zu überwinden, versuchte Ken Ratcliff die Programmierer von der neuen Methode zu überzeugen und nicht gewaltsam zu zwingen, sie anzunehmen. Seine Kurse waren oft von heftigen Debatten begleitet, in denen sich zwei Parteien - für und wider gebildet hatten. Heute wird in vielen ICI Departments nach der Jackson-Methode gearbeitet. "Die Mitarbeiter haben ihre Vorteile erkannt", erklärt Ken Ratcliff. "Es war eine schwierige Aufgabe, diese Stufe zu erreichen." hz