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Gründe für das Scheitern von DB-Projekten - Teil 1: Vorbereitungsprobleme


04.08.1978 - 

Der Kaufpreis ist der geringste Kostenfaktor

Bessere Kontrolle der Daten-Ressourcen, höhere Verfügbarkeit der Daten, weniger Programm-Wartung - viele Gründe sprechen für den Einsatz eines Datenbank-Management-Systems (DBMS). Und doch wünschen sich viele Anwender wieder in den "Urzustand" zurückversetzt. Sie haben mittlerweile festgestellt, daß das implementierte DBMS den Anforderungen des Unternehmens nicht entspricht. Welche Fehler bei der Auswahl eines geeigneten DBMS vermieden werden können, hat Hans-Werner Steffen, Marketing-Manager des Softwarehauses Inc.-International, Hamburg, vier Problemkreisen zugeordnet: "Vorbereitung", "Software-Auswahl", "DB-Design" und "Firmenpolitik". Hier nun Teil 1 seiner Analyse:

Häufig wird nicht beachtet, daß die Nutzung der Datenbank-Technologie längerfristig geplant werden sollte. Eine Datenbank verursacht größere Veränderungen der Datenverarbeitung, so daß das Schwergewicht auf längerfristige Vorteile und Ziele, die sehr oft im Gegensatz zu kurzfristigen Erwägungen stehen, gelegt werden muß. Kurzfristige Interessen des Unternehmens sollten bei der Auswahl, dem Design und der Implementierung eines DBMS unbeachtet bleiben.

Die Implementierung eines DBMS sollte auf dem realen Verständnis des DB-Konzeptes und der möglichen Vorteile ohne Schwierigkeiten basieren. Die Einführung dieser Technologie ohne klare und definierte, von den Mitarbeitern der EDV-, Organisations- und Fachabteilung akzeptierte Ziele ist nicht sinnvoll.

In vielen Firmen sind die Führungskräfte bei der Planung und Einführung einer Datenbank nicht entsprechend verpflichtet und einbezogen worden. Aus dem mangelnden Verständnis der Implikation einer Datenbank ergibt sich eine mangelnde Unterstützung der Führungskräfte bei der Datenbank-Implementierung.

Große Schwierigkeiten entstehen häufig bei der Erkennung der hauptsächlichen Kosten, die während der Entwicklung und der Nutzung einer Datenbank auftreten. Eine Entscheidung zugunsten eines DBMS aufgrund des Kaufpreises ist eine eindeutige Fehlentscheidung. Der Kaufpreis ist der geringste Kostenfaktor überhaupt.

Zu ihrer Unterstützung benötigt eine Datenbank zusätzliche Hardware. Eine wesentliche Beeinträchtigung der Vorteile einer Datenbank erfolgt typischerweise durch die aus einem schnelleren Rechner und einem größeren Hauptspeicher resultierenden Kosten. Diese zusätzlichen Hardwarekosten werden sehr oft unterschätzt. Für den zukünftigen DBMS-Anwender besteht die Schwierigkeit in der Kalkulation des zusätzlichen Hauptspeichers zur Sicherung eines vorgegebenen Throughputs sowie einer erforderlichen Response-Time.

Sehr vie]e "alte Hasen" der EDV meinen, die Auswahl, das Design sowie die Implementierung eines DBMS aus dem Wissensstand der eigenen Mannschaft heraus vornehmen zu können. Sie übersehen dabei, daß die Entwicklung einer Datenbank grundsätzlich verschieden ist im Vergleich zu der Entwicklung eines konventionellen Systems. Die Folge davon sind falsche Zeitschätzungen, Unterschätzung der anfallenden Tagesprobleme während der Entwicklung einer Datenbank sowie Fehlentwicklungen, verbunden mit entsprechenden Wiederholungsarbeiten.