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Der ZAV-Trend für Karriereaussichten bei DV-Berufen:

Der Kommunikations-Manager hat Hausse

17.10.1986

In zunehmendem Maße günstig sind die Arbeitsbedingungen im DV-Sektor - für den Einsteiger wie den Profi auf der zweiten Unternehmensebene. Zwar läßt sich nicht eindeutig definieren, welche Jobs auf Dauer die besten Aussichten haben werden, stellen Experten der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung für Führungskräfte in Frankfurt fest Computer-Aided (CA)- sowie Kommunikations-Know-how indes sind die Universalschlüssel für Karrieresteps.

Von der hohen Arbeitslosigkeit in vielen Berufen, die eine Hochschulausbildung voraussetzen, blieb der EDV-Sektor bisher verschont. Die Arbeitsmarktbedingungen sind hier nicht nur gleichbleibend günstig, sie sind es sogar in zunehmendem Maße, vorzugsweise im Software-Bereich. Der Hardware-Bereich zeigt Symptome einer beginnenden Konsolidierung, da mit der zur Zeit gängigen Technologie nur Verbesserungen, aber keine großen Entwicklungsschübe mehr erwartet werden können.

Die Anforderungsprofile an Bewerber um eine Führungsposition als Leiter Org./DV, des Rechenzentrums, der Software-Entwicklung oder als Projektleiter variieren je nach Unternehmensgröße und installierter Hardware. Eine Analyse entsprechender Stellenangebote ergibt aber einige immer wieder genannte Qualifikationen und Kenntnisse.

Es dominieren in den Stellenangeboten die IBM-Rechner /36, /38, 30xx, 43xx sowie die Großrechner von Siemens. Geforderte Betriebssystemkenntnisse sind auf die jeweiligen Anlagen zugeschnitten.

Gute Kenntnisse in den Programmiersprachen RPGII, RPGIII, PL1, Cobol, Assembler und Fortran werden je nach Anlage vorausgesetzt.

In den Stellenangeboten für EDV-Führungskräfte wird ein Studium mit Abschluß an einer Hoch- oder Fachhochschule in den Fächern Informatik oder Wirtschaftsingenieurwesen, in Einzelfällen auch des Ingenieurwesens vorausgesetzt.

Ein häufig zu beobachtender Karriereschritt sieht etwa folgendermaßen aus: einige Jahre Tätigkeit beim Hersteller oder im Software-Unternehmen und dann Wechsel zu einem Anwender, der unter Umständen vorher bereits als Kunde betreut wurde.

Festzustellen ist nach wie vor ein ausgeprägtes Nord/Süd-Gefälle sowohl bei Bewerber- als auch bei den Stellenangeboten. Während in Süddeutschland die Bereitschaft zu einem Stellenwechsel noch relativ groß ist, weil man sich bei einem "Fehlgriff" relativ leicht neu orientieren kann, ist die Bereitschaft hierzu nördlich der Mainlinie kaum noch vorhanden. Man ist dort weniger zu einem Ortswechsel bereit. Aus dieser Konkurrenz-Situation liegt auch das Gehaltsniveau südlich der Mainlinie um bis zu 30 Prozent höher als im Norden. Dennoch ist zu beobachten, daß die Zeit der großen Gehaltssprünge vorbeizusein scheint. Ein Gehaltspoker wie noch in den vergangenen Jahren ist kaum noch möglich, da auch in den Geschäftsleitungen das Wissen und Verständnis für die EDV zunehmend gewachsen ist.

Gespräche mit EDV-Führungskräften zeigen aber auch, daß die Unternehmen durchaus bereit sind, bei dem idealen Bewerber über den ursprünglichen Gehaltsrahmen hinauszugehen, um zu einem Vertragsabschluß zu kommen.

Ohne Studium ein schwerer Stand

Die Gehaltsskala der bei der ZAV gemeldeten Stellenangebote variiert je nach Unternehmensgröße, Umsatz, installierter Hardware und Branche von zirka 80000 Mark bis knapp unter 200000 Mark (und liegt damit im Rahmen anderer Untersuchungen).

Bemerkenswert ist, daß ein guter System-Programmierer oder Software-Spezialist in einem Software-Unternehmen häufig ein höheres Einkommen erzielt, als beispielsweise der EDV-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen.

Grundsätzlich gilt aber immer noch, daß Aufgabenumfang, Berufserfahrung, Engagement, Leistung und Führungserfahrung das Gehalt entscheidend beeinflussen.

Nach den Beobachtungen der ZAV haben es Führungskräfte ohne Studium in der EDV-Führungsebene zunehmend schwerer, ihre Position zu halten oder bei einem Stellenwechsel wieder eine adäquate Position zu bekommen.

Dieser Personenkreis hatte sich sein EDV-Wissen teilweise in Fernkursen oder berufsbegleitend angeeignet und in den vergangenen Jahren häufig mit relativ technisch veralteten Anlagen gearbeitet. Viele Unternehmen vollziehen heute den Schritt zu modernster Computertechnologie, wobei häufig eine ganze Computergeneration übersprungen wird. Damit einhergehend werden komplexe Software-Pakete für die Bereiche Einkauf, Materialwirtschaft, CAD/CAM, Produktionsplanung- und -steuerung (PPS) eingeführt.

Erst zirka 60 Prozent der EDV-Führungskräfte haben ein Studium absolviert, aber bei nahezu allen neu ausgeschriebenen Stellen wird ein solches vorausgesetzt, mit zunehmendem Trend zur wissenschaftlichen Hochschule.

Kaum ein Unternehmen hat in der EDV-Abteilung einen Mitarbeiter, der ohne längere Vorlaufzeit den Leiter ersetzen könnte. Dies belegt die Tatsache, daß über 60 Prozent der EDV-Führungskräfte aus einem anderen Unternehmen in diese Position gewechselt haben.

Die Unternehmen legen bei Neubesetzungen im EDV-Führungsbereich häufig darauf Wert, daß die Bewerber aus der gleichen oder einer artverwandten Branche kommen, mit Nachweis der Projektarbeit, erfolgreicher Systemumstellungen und Systemimplementierungen sowie Netzwerkinstallationen.

Für alle in der EDV Beschäftigten nimmt zunehmend die berufliche Weiterbildung eine hohen Stellenwert ein, um nicht von der technologischen Entwicklung überholt zu werden.

Häufige Ursache des Scheiterns von EDV-Leitern ist die Tatsache, daß die Aufgaben zwar irgendwie bewältigt, aber die erwarteten Vorstellungen des Unternehmens an die Datenverarbeitung nicht erfüllt wurden. Daß es sich teilweise um eine überzogene Erwartungshaltung seitens der Unternehmen handelt, an der Hersteller und Software-Anbieter nicht ganz unschuldig sind, hat manches Unternehmen leider schon feststellen müssen.

In Gesprächen mit Arbeitgebern kommt immer wieder zum Ausdruck, daß Systemumstellungen zwar realisiert wurden, ohne jedoch die Belange der Fachabteilungen, sprich Anwender, zu berücksichtigen.

Die Folge war, daß viele Fachabteilungen versucht haben, durch den Einsatz von PCs ihre Probleme zu lösen.

Der EDV-Leiter sollte seine Abteilung nicht vor seinem Umfeld abschotten, sondern sich vielmehr als Kommunikations-Manager verstehen.

Ein wichtiges Kriterium, dem sich künftig EDV-Führungskräfte zu stellen haben, ist die Verknüpfung der Informations- und Nachrichtentechnik (ISDN, SNA).

Eine Analyse der gesamten Stellenangebote in den überregionalen Tageszeitungen und Fachzeitschriften ergab, daß von den insgesamt ausgeschriebenen Stellen nur zirka 25 Prozent dem Führungsbereich zugeordnet sind. Entsprechend groß ist dann bei ausgeschriebenen Top-Positionen die Resonanz, aber auch das "Nord-Süd"-Gefälle kommt zum Tragen. Auf eine von der ZAV im Firmenauftrag in einer überregionalen Tageszeitung geschalteten Anzeige "Hauptabteilungsleiter EDV und Organisation" ohne Angaben des Standortes kam es zu über 60 Reaktionen. Als der Firmensitz mit "nördlich der Mainlinie" genannt wurde, blieben noch 25 Interessenten übrig, die sich auch schriftlich bewarben.

CAD/CAM-Know-how

Obwohl Anforderungskriterien deutlich in der Anzeige genannt waren, entsprachen über 50 Prozent der Bewerbungen nicht dem Anforderungsprofil. Deshalb ist es für eine erfolgreiche Bewerbung wichtig, kritisch das eigene Fachwissen mit den Angaben in den Stellenausschreibungen zu vergleichen.

Für eine Karriere im EDV-Führungsbereich sind folgende Kriterien wesentliche Voraussetzung:

- Einschätzung der Möglichkeiten der Datenverarbeitung sowie der Informationstechnik mit Blick auf das Unternehmen;

-konsequente Anwendung von Management-Techniken;

-Kommunikationsvermögen mit den Fachabteilungen und Durchhaltevermögen;

-Studium, englische Sprachkenntnisse und regionale Mobilität.

In zunehmendem Maße werden von den Bewerbern auch Kenntnisse in CAD/CAM erwartet. Wer sich als EDV-Führungskraft dieser Entwicklung verschließt, wird in den nächsten Jahren sicherlich beruflich im Abseits stehen.

Manager-Börse für Einsteiger und Profis

Die organisatorische Aufgabenverteilung innerhalb der Beratungs- und Vermittlungsdienste der Bundesanstalt für Arbeit weist zwei Stoßrichtungen auf. 24 Fachvermittlungsdienste (FVD) an Hochschulorten in der Bundesrepublik und Westberlin sind organisatorisch in die Arbeitsämter ihres jeweiligen Standortes eingegliedert. Sie berate und vermitteln Berufsanfängen mit (Fach-) Hochschulabschluß bis zu Bewerbern mit Berufserfahrung einschließlich der Führungskräfte im mittleren und gehobenen Führungsbereich (Gruppenleiterebene).

Demgegenüber liegt die Aufgabe der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Frankfurt schwerpunktmäßig auf der zentralen Vermittlung von Führungskräfte der zweiten und ersten Unternehmensebene. Die erste Ebene umfaßt die Positionen von Vorstandsmitgliedern, Direktoren und Geschäftsführern. Die zweite Ebene umfaßt die sonstigen leitenden Positionen in Wirtschaft und Verwaltung, die als Schlüsselposition für den Bestand und die Entwicklung eines Unternehmenseiner Institution von entscheidender Bedeutung sind, etwa Abteilungsleiter und Bereichsleiter.