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06.09.2002 - 

Kosten senken in der IT/Beispiel: Commerzbank

Der kontinuierliche Marktvergleich hilft, die IT-Kosten zu senken

Seit über 30 Jahren spielen in Peter Kraemers Arbeit IT-Kosten eine wesentliche Rolle. Offensives Herangehen an diese Frage hat die gesamte Karriere des Konzernleiters IT-Production bei der Commerzbank bestimmt. "Wir wollten nicht warten, bis wir möglicherweise wegen zu hoher Kosten angesprochen werden. Unser Ziel war, von Anfang an Ursachen und Nutzen von IT-Ausgaben möglichst genau zu kennen, begründen zu können und natürlich positiv zu beeinflussen."

Eine der ersten Maßnahmen zur Steuerung der Kosten war bereits Anfang der 70er Jahre der Aufbau einer IT-Statistik. Wirklich stichhaltige Fakten lieferte Kraemer seine Metrik allerdings erst, als zwei neue Größen aufgenommen wurden: "Die Umrechnung der IT-Kennzahlen in Geldbeträge und der direkte Marktvergleich mit unserer Bezugsgruppe."

1992 beauftragte die Commerzbank erstmals die Unternehmensberatung Compass mit der vergleichenden Analyse ihres Data Centers. Darauf bauten konkrete Optimierungsempfehlungen auf.

In den folgenden zehn Jahren wurde die Studie jährlich wiederholt und ausgeweitet. "Früher untersuchten wir das Rechenzentrum und hatten damit die ganze Wahrheit - heute ist es nur noch die halbe", konstatiert Kraemer. "Denn auch bei der Kostenanalyse müssen wir den entscheidenden Paradigmenwechsel berücksichtigen: von Ein-Plattform- zu Multi-Plattform-Anwendungen."

Ab 1997 wurde auch die Client/Server-Umgebung gemessen, ab 1999 die Netzwerke und in diesem Jahr erstmals die Wettbewerbsfähigkeit der Bank. "Ursprünglich untersuchten wir nur die IT-Basisgrößen, dann die optimale Ausnutzung der Softwareressourcen, und heute sind wir bei den Geschäftsprozessen angelangt", resümiert Kraemer. Auch die IT-Bankprodukte selbst werden zunehmend in Frage gestellt: ob sie wirklich vom Kunden gewürdigt werden, was sie kosten und ob sie den Deckungsbeitrag erwirtschaften.

Handlungsfelder aufgezeigt

Entscheidend ist für Kraemer der detaillierte Vergleich über einen langen Zeitraum. "Wir erkennen, wo wir gegenüber dem Markt stehen. Damit können wir kontinuierlich Kosten senken und die Qualität verbessern." Im Laufe der Jahre hat die Commerzbank unter anderem den Workload auf den Großrechnern optimiert, den Overhead durch einheitliche Programmiersprachen minimiert, von Arbeitsplatz- auf Abteilungsdrucker umgestellt, die Serverlandschaft konsolidiert und immer wieder günstigere Verträge mit Netzwerk-Providern sowie anderen Dienstleistern ausgehandelt. So hat sie beispielsweise die Stückkosten im Rechenzentrum innerhalb von zehn Jahren um mehr als 90 Prozent reduziert. Die Inventar- und Dienstleistungskosten im Client-Server-Bereich sanken von 1997 bis 2001 um 21 Prozent - bei gestiegener Leistung.

Auch zur aktuellen Kostensenkungsoffensive, die der Bankvorstand im September 2001 verabschiedet hat, kann die IT den geforderten Beitrag leisten. Kraemer: "Wir haben ungefähr die Hälfte der in den Studien dieses Jahres empfohlenen Maßnahmen umgesetzt. Damit haben wir die Kosten bei Großrechnern um weitere 1,8 Millionen Euro reduziert, bei den Netzwerken um 1,1 Millionen und im Client/Server-Bereich um 5,4 Millionen. Ohne die vergleichenden Analysen, die uns konkrete Handlungsfelder aufgezeigt haben, hätten wir das nicht geschafft." (bi)

Abb: Entwicklung der Stückkosten

Die Stückkosten im Rechenzentrum (RZ) der Commerzbank sind innerhalb von zehn Jahren um mehr als 90 Prozent gesunken. Grundlage dieser Berechnung ist eine verdichtete betriebswirtschaftliche Kennzahl, welche die RZ-Gesamtkosten auf Stückkosten normiert. Quelle: Compass