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25.04.1997 - 

Cabletron, HP, IBM und Intel mit neuen Lösungen

Der Layer-3-Switch ist der neue Liebling des Networking-Markts

Nachdem sich Intel schon beim Übertragungsverfahren Fast Ethernet kräftig ins Zeug gelegt hat, will der Chipgigant nun auch beim Geschäft mit Layer-3-Switches einiges stemmen. Die Networking-Division verbreitert ständig ihr Portfolio um Adapterkarten oder Hubs. Um der Kundschaft die vielbeschworere Möglichkeit des One-stop-Shopping zu offerieren, hat das in Santa Clara, Kalifornien, ansässige Unternehmen nun einen Switch mit Routing-Funktionalität vorgestellt.

Intel schickt den "Express 100 FX" gegen Router der Cisco-Klasse "7500" ins Rennen. Der Neueinsteiger in diesem Markt zeigt sich mit Blick auf die enormen Preisunterschiede optimistisch, dem etablierten Platzhirsch Paroli bieten zu können. So kostet ein Cisco-Router etwa 50000 bis 60000 Dollar, wogegen Intel für den Express-Switch vom Käufer knapp 12000 Mark verlangt.

Gleich vier neue Switches von HP

Den von Analysten erwarteten Boom im Multilayer-Switching-Markt will sich auch die IBM nicht entgehen lassen. Zum Ende des Jahres wird es eine Big-Blue-Lösung geben, so kündigten die Armonker kürzlich an. In einer einzigen High-speed-Box namens "Integrated Switch/Router" (ISR) will das Unternehmen Verfahren vereinen, die Routing- und Switching-Funktionalität auf OSI-Schicht 2 und 3 kombinieren.

Die zugrundeliegende Software ist eine Weiterentwicklung von IBMs "Aggregate Route-based IP-Switching" (Aris). Sie nutzt zudem Features der "Multiprotocol Switching Services" (MSS), einer Software, die Routing, Traffic Management und virtuelle Kanalverbindungen via ATM unterstützt. Das Gerät wird eine "Prizma"-Backplane enthalten, wobei IBM keinerlei Angaben über die Durchsatzleistung veröffentlichte. Allerdings kündigte das Unternehmen kürzlich in einem anderen Zusammenhang einen Hub mit einer 12-Gbit/s-Backplane an, so daß Marktbeobachter eine ähnliche Leistung auch für den ISR erwarten.

Big Blue legte sich noch auf keine detaillierten Produktplanungen oder technischen Daten fest, konnte jedoch den adressierten Markt bereits beschreiben. Mit ISR möchte IBM die dicken Fische unter den Anwendern ködern. Die Netzwerker haben Installationen in sehr großen Gebäuden, Switched Backbones und Internet-Service-Provider im Auge. Damit steht der blaue Riese jedoch nicht allein da, denn nicht weniger als zehn Hersteller, darunter Bay Networks, Foundry Networks und Rapid City Communications wollen sich mit High-speed-Lösungen und geringen Latenzzeiten Anwender angeln.

Erstmals mischt auch Hewlett-Packard in diesem Markt mit. Die Familie "Advancestack LAN Switch" bekommt Zuwachs, denn HP kündigte neue Workgroup-Switches an. Sie werden Softwareverfahren für das Layer-3-Switching integrieren, die in IP- oder IPX-Umgebungen etwa den Broadcast-Verkehr kontrollieren. Die Implementierung erlaubt zudem die Multicast-Verbreitung von Daten, so daß nicht alle Ports eines unternehmensweiten Netzes in der Nachrichtenflut versinken.

Insgesamt stellt HP vier neue Workgroup-Switches der Advancestack-Linie vor. Nur die leistungsstärkeren "Advancestack 800" und "Advancestack 2000" verfügen über Switching-Kapazitäten, die auch Routing-Aufgaben übernehmen. Die lernfähigen Geräte lesen IP-Adressen und verbinden sie mit Ethernet-Adressen. Dem sendenden Knoten läßt sich somit die physikalische Empfangsadresse übermitteln, wodurch die Latenzzeit bei der Durchquerung des Netzes verkürzt wird.

Nicht mit Produkten, sondern mit einer Strategieänderung trat die Cabletron Systems Inc. kürzlich in Erscheinung. Das Unternehmen zahlte rund 20 Millionen Dollar an die Ipsilon Networks Inc., um deren IP-Switching-Verfahren in den eigenen Switches nutzen zu können. Cabletron bezweckt mit diesem Abkommen, sich vom Routing-Code des Marktführers Cisco zu lösen. Beide Unternehmen waren im letzten Jahr aneinandergeraten. Cisco hatte Cabletron ein unfaires Marketing vorgeworfen und die Lizenzvereinbarungen über das eigene "Internetworking Operating System" (IOS) aufgehoben.

Ipsilons Software unterstützt weiterhin Routing-Verfahren von Cisco, so daß die Cabletron-Lösungen auch künftig kompatibel zu den Implementierungen des Marktführers sind. Der Deal verwässert ein wenig die weitere Vorgehensweise Cabletrons im IP-Switching-Markt, denn plötzlich kann das Unternehmen über zwei Softwarelösungen verfügen. Offensichtlich hat Cabletron schon einen Weg gefunden, beide Verfahren ohne Überschneidungen einzusetzen. So soll die hauseigene Technik "Securefast Virtual Networking" (SFVN), die zwar Layer-3-Switching, nicht aber Interdomain-Verbindungen unterstützt, für High-speed-Anwendungen zwischen Data-Center und Desktop, also innerhalb einer Domain, genutzt werden. Ipsilons Routing-Protokoll wird die Verbindungen zwischen verschiedenen SFVN-Domains sicherstellen.

Der 20-Millionen-Dollar-Kontrakt erlegt aber auch Ipsilon einige Pflichten auf. So wird der Newcomer Cabletrons Lightweight Flow Admission Protocol (LFAP) in die Switching-Software integrieren. Das Nachrichtenprotokoll LFAP ermöglicht laut Hersteller die effektive Nutzung der verfügbaren Bandbreite. Außerdem arbeitet Ipsilon an einer Lösung, mit der sich IP-Switching-Umgebungen mit Hilfe der "Spectrum"-Plattform von Cabletron verwalten lassen.