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18.12.2015 - 

Ex-und-Hopp-Elektronik

Der "Lebenszyklus" vieler Geräte wird immer kürzer

Wir reden gerne über Nachhaltigkeit. Doch wer das ernst meint, muss nicht nur auf Plastiktüten und Einwegbecher verzichten. Die Wegwerfgesellschaft manifestiert sich auch bei teureren Produkten, die eigentlich langlebig sein sollten.

Geschirrspüler und Waschmaschinen verbrauchen heute deutlich weniger Energie und Wasser als früher. Nur länger halten - das tun die meisten Haushaltsgeräte nicht. Experten haben festgestellt: Der "Lebenszyklus" vieler Geräte ist heute sogar kürzer als früher. Dadurch entsteht mehr Abfall. Noch höher ist der Ex-und-Hopp-Faktor bei Handys und Laptops. Sie werden oft auch ausgetauscht, wenn sie noch funktionieren.

Technische Geräte halten heute kaum noch - nicht, weil sie nicht könnten, sondern weil die Nutzer wieder etwas Neues haben wollen.
Technische Geräte halten heute kaum noch - nicht, weil sie nicht könnten, sondern weil die Nutzer wieder etwas Neues haben wollen.
Foto: carl ballou-shutterstock.com

Wie lange hält ein Haushaltsgerät heute im Schnitt?

Das ist je nach Produktgruppe unterschiedlich. Insgesamt ist die Nutzungsdauer der in Deutschland verwendeten Geräte jedoch gesunken. Bei einer Befragung von Käufern neuer Waschmaschinen durch das Öko-Institut im Jahr 2004 stellte sich heraus, dass die alten Geräte im Durchschnitt nach 12,5 Jahren kaputt gegangen waren. In den Jahren 2012 und 2013 lag der Durchschnittswert nur noch bei 11,6 Jahren.

Woran liegt das?

Die Geräte sind in den vergangenen Jahren insgesamt preiswerter geworden, die Reparaturen aber nicht. Deshalb entscheiden sich die Verbraucher oft gegen die Reparatur und für den Neukauf. Das ist schlecht für die Umwelt, da mehr Ressourcen für die Herstellung neuer Geräte benötigt werden und mehr Abfall anfällt. Aber es ist gut für das Geschäft. Einige Umweltverbände sehen böse Absicht im Spiel. Sie behaupten, manche Hersteller würden ihre Geräte bewusst so konstruieren, dass sie nach einer bestimmten Zeit kaputtgehen und besonders schwer zu reparieren sind. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagt, der Gesetzgeber sollte hier eingreifen. Er sollte die Hersteller zu längeren Garantiezeiten und "preiswerteren Reparaturen" verpflichten. Denn dann hätten diese selbst ein Interesse daran, "robustere Geräte" zu bauen.

Was ist mit Computern und anderem Arbeitsgerät?

Evelyn Hagenah vom Umweltbundesamt geht davon aus, dass einige Drucker von den Herstellern bewusst so konstruiert werden, dass sie schon nach wenigen Jahren ausgetauscht werden müssen. Sie sagt: "Da ist vielfach dokumentiert, dass es eben vorgesehen ist, dass nach einer Weile das Schwämmchen voll ist von der Resttinte, und dann funktioniert der Drucker nicht mehr. Das ist also wirklich ein Fall von geplantem Verschleiß." Bei Notebooks sieht es etwas anders aus. Sie werden oft ausgewechselt, obwohl das alte Gerät noch gar nicht kaputt ist. Entweder weil ein neues Modell attraktiver erscheint oder weil neue Software nicht auf dem älteren Gerät läuft. Nur etwa jedes vierte Notebook, das in den Jahren 2012 und 2013 ausgetauscht wurde, funktionierte nicht mehr.

Und wie lange hält ein Handy?

Laut Stiftung Warentest tauschen 42 Prozent aller Mobiltelefon-Nutzer in Deutschland ihr Gerät innerhalb von zwei Jahren aus. 16 Prozent nutzen das Handy drei Jahre lang. Weitere 12 Prozent besorgen sich im Schnitt alle vier Jahre ein neues Handy. Nur etwa 20 Prozent der Handy-Besitzer telefonieren mit ihrem Gerät fünf Jahre oder länger. Mehr als die Hälfte derjenigen, die häufig ihr Handy wechseln, tun dies nicht, weil das alte Mobiltelefon kaputt ist. Der häufigste Grund für einen Neukauf ist der Wunsch nach einem noch besseren Gerät. Mehr als ein Viertel der Handy-Nutzer, die ihr Telefon innerhalb der ersten drei Jahre wechselten, gaben bei einer Befragung an, sie erhielten durch ihren Mobilfunk-Vertrag regelmäßig ein neues Gerät. (dpa, Anne-Beatrice Clasmann/sh)

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James Bond

Konsum dient im Übermaß nicht seltem dem Druckabbau, also der Kompensation widriger Lebensumstände oder unnötiger Bedürfnisweckung. Insofern braucht der Konsum auch immer den inneren Antrieb. Man könnte schließlich auch gebrauchte Güter zum Ersatz kaufen, doch darum geht es nicht, schon klar.

Ich bin jedenfalls nicht bereit, im Angesicht der Gerüchte um unterdimensionierte Kondensatoren meinen Fernseher durch ein SmartTV zu ersetzen, auch wenn er schon vier Jahre alt ist. Mein Notebook ist noch älter, aber nach einer Speichererweiterung und einer Grundrenovierung auf Betriebssystemebene ist das kein Problem. Da investiere ich lieber in neue Technik wie ein Tablet. Wir sollten kritisch sein, wo Technik gehypt wird. Ein iPhone für über tausend Euro kann keine Alternative sein.

Plastiktüten halte ich übrigens nicht für Wegwerfartikel. Plastiktüten sind äußerst robust und sie ideologisch zu diffamieren, ersetzt keine Papiertüte, die nach zweimaligem Gebrauch reißt, mit buntem Aufdruck aus fossilen Rohstoffen.

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