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18.10.1985 - 

Mit Supermini MPx 9000 und Workstation DS 500:

Der MAI-Baum wächst nach unten und oben

FRANKFURT/M. (lo) - Neue Modelle sollen aus dem Produkt-Angebot der Management Assistance Informations MAI GmbH In Frankfurt/M. eine "runde Sache" nach oben und unten machen - zusammen mit der Strategie des General Managers Jürgen Gerhards. Sein Motto: Der Vertrieb ist die zentrale Aufgabe.

Der "Stillstand" des High-Tech-Productes dauerte zu lange, stellt der neue Führungsmann des einstigen Senkrechtstarters in den 70er Jahren fest. Wieder vorangehen soll es nun mit einer breiteren Produktpalette, die sich an den alten Eckwerten wie MAI-Kompatibilität und neuem "vertical Marketing" ausrichtet. Gerhards, seit elf Jahren mit der Tochtergesellschaft der kalifornischen MAI Basic Four Inc. verbunden, findet sich im Einklang mit dem Management der amerikanischen Mutter, was der Nachfolger Gert Mensings glaubt betonen zu müssen. Dort halten William B. Patton jr. und William Weksel die Fäden in den Händen; Firmeneigner ist seit Januar 1985 Bennet Le Bow.

Die neue MAI-Linie umfaßt das "Einstiegsmodell" MPx 7000 - sofort lieferbar, melden die Frankfurter und das System MPx 9000, das ab Frühjahr 1986 weltweit vertrieben werden soll. Beide Geräte benutzen - wie auch die virtuelle 32-Bit Supermini-Serie MPx 8000 - das Betriebssystem Boss/VS: "Wachstumsprobleme" gäbe es also nicht, stellt der vormalige Vertriebs-Chef Gerhards fest. Für Dezember dieses Jahres sind die Workstations DS-500, DS-510 und DS-520 angesagt. Business-Basic sei, wie eh und je bei MAI, die durchgängige Programmiersprache.

Die 32-Bit-Superminis Typ MPx 7000 gliedern sich in zwei Systeme und sind unterhalb der MPx-8000-Familie angesiedelt. Als Preis nennt MAI die Spanne von 1 00 000 bis 300 000 Mark. Der Ein-Prozessor 7010 könne auf 16 serielle Anschlüsse erweitert werden, am Zwei-Prozessor-System 7020 stünden bis zu 48 Anschlüsse zur Verfügung.

Beide MAI-Produkte besäßen in der Basiskonfiguration 2-MB-Hauptspeichert einen Micro Peripheral Controller und ein 5?-Zoll-Plattenlaufwerk in Winchester -Technik. Datensicherung soll der Anwender mit einem 5?-Zoll-Magnetic-Cartridge-Streamer betreiben. Der Micro Peripheral Controller könne bis zu vier 5?-Zoll-Winchester-Plattenlaufwerke, einen Magnetic Cartridge Streamer, und bis zu zwei Paralleldrucker unterstützen. Beide Systeme ließen sich mit zusätzlichem Speicher und Plattenlaufwerken ausstatten, Wie MAI mitteilt, kann die 7010 bei Kunden im Feld auf die nächsthöhere Stufe aufgerüstet - "Aufwand: ein halber Tag" - sowie die bestehenden Peripherien der größeren MPx-8000-Serie können an die 7000 Linie angeschlossen werden.

Als Flaggschiff bezeichnet MAI das Rechnersystem Mpx 9000. Das von ausgebaute - Modell biete 255 serielle Anschlüsse zu dem 12-MB-Hauptspeicher; diese Speicherkapazität des Rechners an - der oberen MAI-Linie solle künftig noch wachsen. Mit einem zusätzlichen DAM-Controller, der bis zu vier Plattenlaufwerke unterstütze, könne auch die Peripherie der Serie 8000 übernommen werden. Die Datensicherung besorge ein Hochleistungs-Streamer. Die MPx 9000 benutze einen 32-Bit-Prozessor mit etwa dreifacher Leistung gegenüber 7000ern und 8000ern. Der Rechner liegt mit 400 000 bis 1,3 Millionen Mark im Markt.

Die drei Workstations der 500-Serie seien sowohl in Hard- wie auch Software IBM-kompatibel. Sie sind an der unteren Seite des MAI-Baums - auch vom Preis mit etwa 8500 Mark - angesiedelt. Als Daten der Einplatzsysteme nennt MAI einen 256-KB-Hauptspeicher, einen 8088-Prozessor in 16 Bit mit der Option eines 8087-Koprozessors sowie als Betriebssystem MS-DOS (2.11). Für die IBM-kompatiblen Disketten ist eine Kapazität von 360 KB angegeben.

Mit zwei Half-hight-Festplattensystemen im 5?-Zoll-Format ließen sich die DS-510 um 10 MB und die DFS-520 um 20 MB erweitern. Durch die MAI-Verbundsoftware PC-Harmony können diese Arbeitsstationen zum Mehrplatzsystem wachsen und dann mit den Serien MPx 7000 und MAI 2000 als 7270-Bildschirm kommunizieren. Bei dem Mehrprozessor MPx 8000 muß ein asynchroner Ausgang vorhanden und als 7270-Bildschirm und -Kabel konfiguriert sein. Bearbeitete Daten könnten so an die Workstations übertragen und mit Standardpaketen der Text- und Tabellenverarbeitung im Stand-alone-Betrieb weiterbehandelt werden.

Für die DS-Serie sieht MAI genug Raum bei ihren Kunden. Als Beispiel für die Bundesrepublik nennt Gerhards eine Zahl von 170 Installationen mit mindestens 40 Bildschirmen. Die Management Assistance GmbH sieht sich als "Branchenexperten" mit Komplettlösungen für rund 100 Marktsegmente. Zielgruppen sind neben Krankenhäusern, Steuerberatern und dem Kfz-Handel die Textilfertigung und Druckereien sowie Verlage. Gegenseitige Sicherheit böten langfristige Verträge mit Software-Partnern. Auch sollen einige künftig, als Ergänzung zum Direktvertrieb, Hardware führen. Die Frankfurter fühlen sich im Aufwind: Die Gewinnsteigerung zum Vorjahr soll fast 100 Prozent betragen; bei einem Umsatz von 133 Millionen Mark zeige sich ein Gewinn vor Steuern von sechs Millionen Mark, rund gerechnet.

Besonders Investitionen in die Entwicklung des Betriebssystems, seiner Verkäufer sowie des technischen Kundendienstes und der Datenkommunikation will MAI vermehren.

Selbst wenn der neue MAI-Eigner Bennet S. Le Bow seinem - "falschen" - Ruf als verkaufsfreudiger Spekulant nachkämen sinniert General Manager Jürgen Gerhards über Mutmaßungen hierzulande, bestände für die Kunden des Dialog-Computeranbieters kein Anlaß zur Sorge. Zwar sei er darin vielleicht nicht mehr am Telefon: Produktpalette und Support wären jedoch nach wie vor vorhanden.