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29.04.1983 - 

Harter Konkurrenzkampf der Kopiergerätehersteller:

Der Markt explodiert - die Preise implodieren

Mehr als 20 Anbieter von Kopiergeräten aller Größenordnungen und Preisklassen präsentiert sich Terminschwerpunkte für die miteinander konkurrierenden Systeme Kopieren, Vervielfältigen und Büro-Offsetdruck angesiedelt.

Nach Meinung vieler Experten ist der Kopiermarkt der am härtesten umkämpfte Markt innerhalb des Bürobereichs.

Hintergrund dieses Verdrängungswettbewerbes ist zum einen das Vordringen der preisgünstigen Geräte aus Japan, andererseits die Innovationsfreude der Herstellerfirmen, die das Angebot an Kopierern immer breiter und damit aber auch unübersichtlicher macht; weiterhin die steigenden Produktionsmengen vieler Modelle, die die Preise für das Einzelgerät in den Keller drücken.

Der österreichische Kopiermarkt, der nach einhelliger Branchenschätzung noch gut entwicklungsfähig ist, wird schon zu gut 80 Prozent von Geräten japanischer Herkunft beherrscht. Zieht man die Kopiergerätedichte anderer westeuropäischer Industriestaaten zum Vergleich heran, so zeigt sich für Österreich eindeutig ein Kopierernachholbedarf.

Bei der Analyse der Markttrends ist die Branche unterschiedlicher Ansicht: Die meisten meinen, der Zug fahre in Richtung auf besser ausgestattete, dezentrale Tischgeräte mit hoher Zuverlässigkeit und weg von den ganz teuren, großen Zentralgeräten. Andere sprechen dem kleinen, handlichen "Personalkopierer" die besten Zukunftschancen zu, wenn er - wie zu erwarten ist - noch billiger wird. Eindeutig zum Trend gehört die enorm verminderte Störanfälligkeit. Mehr Elektronik, perfektere Selbstreinigung, Stabilisierung der Temperatur und gesteigerter Bedienungskomfort sind hier die wesentlichsten Errungenschaften.

Zukunftsmusik, aber in Ansätzen schon jetzt erkennbar, ist die Kombination von Kopiergeräten, Textautomaten und Mikrofilm mit dem Ziel einer perfektionierten Büroorganisation und höchster Rationalisierung administrativer Vorgänge. Der konkrete Entwicklungsschritt in diese Richtung dürfte allerdings noch etwas Zeit brauchen.

Der Einzug der computergesteuerten Digitalisierung ist aber wohl nicht mehr aufzuhalten. Der Gutteil der Innovation beim Kopiergerät geht offenbar in Richtung digitale Speicherung der Originale und jederzeitige Abrufbereitschaft der Botschaft über Laserprinter unter Verzicht auf die derzeitigen fotochemischen-elektrostatischen Übertragungstechniken. Sinnvoll wird diese Kopiertechnik der Zukunft aber nur dann, wenn sie gleichzeitig elektronische Änderungen und Kombinationen mit anderen Text- und Bildelementen in einer Art Modulbauweise zuläßt. Für diesen Entwicklungspfad gibt es zwar schon einzelne Wegweiser in Form von Prototypen, auf dem Markt wird diese Generation von Kopierern aber erst in einigen Jahren erwartet. Dennoch - was Compact Disk auf dem Audiosektor und Laser Bildplatte auf dem Videosektor schon jetzt können, wird im Büro- und Verwaltungsbereich nicht mehr lange aufzuhalten sein: die Verwandlung aller Botschaften in digitale Impulse und ihre jederzeitige, verschleißfreie Abrufbarkeit.

Die Kopierzukunft scheint, wenigstens für den Konsumenten, rosig auszusehen. Gerätehersteller allerdings dürften das erleben, was in der Sparte Taschenrechner fast schon abgeschlossen ist: ein explodierender Markt mit implodierenden Erlösen.