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03.10.1986

Der Markt für Meß- und Automatisierungstechnik:Westeuropa folgt nach USA auf Platz zwei

DÜSSELDORF (pi) - Grundlegend erweitert wurde die Struktur der Interkama im Jahre 1986. Sie bezieht sich heute und in Zukunft auf Prozeßautomatisierung und Fertigungsautomatisierung. Daraus ergibt sich für dieses Jahr ein geschätzter Weltmarkt für die gesamte Automatisierung der Produktionstechnik von 270 Milliarden Mark.

Die Schätzung für den Weltmarkt der Prozeßautomatisierung wurde von Jahr zu Jahr nachträglich korrigiert und auf den neuesten Stand gebracht. Trotzdem ist es, so die Messegesellschaft in einer Presseinformation, auch nach Erweiterung des Interkama-Programms auf die gesamte Produktionsautomatisierung weiterhin sinnvoll, die Angaben über Prozeßautomatisierung und Fertigungsautomatisierung getrennt zu behandeln und nachträglich die Summe dieser Daten als Zahlenwert für die Produktionsautomatisierung auszuwerfen.

Grundlegend kann festgestellt werden, daß die Produktion an Automatisierungsmitteln aller Art in den technischen Führungsländern seit der Interkama 1983 um rund 20 Prozent jährlich gestiegen ist. Das meiste ging in den Export. Im vergangenen und im jetzigen Jahr muß man diesen Prozentsatz noch etwas erhöhen und von einem jährlichen Zuwachs um etwa 25 Prozent ausgehen.

50 Prozent der Fertigungskosten durch Prüfen

Für Instrumentierung und Automatisierung der gesamten industriellen Produktion in der Welt hätte 1983, also im letzten Interkama-Jahr, der geschätzte Weltmarkt rund 180 Milliarden Mark betragen (allerdings war seinerzeit die Interkama "nur" für die Prozeßautomatisierung zuständig). Die Zahlenangaben beziehen sich heute und in Zukunft nur auf die Industrieautomatisierung.

Der Zuwachs bei der Produktion von Automatisierungsmitteln und -systemen betrug 1984 beispielsweise sowohl in den USA als auch in der Bundesrepublik Deutschland etwa 30 Prozent pro Jahr. Die Minicomputer haben allein auf dem Teilmarkt der USA einen Zuwachs von 60 Prozent. Auch die Personal Computer für den Industrieeinsatz, die in diese Betrachtung miteinbezogen werden müssen, erreichten in allen industrialisierten Staaten ähnliche Zuwachsraten. Bei CAD - dem Computer Aided Design - ist heute in den Industrieländern ein Wachstum von über 40 Prozent pro Jahr zu verzeichnen. Die weltweite Zunahme der Computertechnik und ganz allgemein der Elektronik, erbrachte das unerwartete Ergebnis, daß inzwischen wegen der erforderlichen Stückprüfung in der Fertigung von Geräten, Systemen und Modulen der Automatisierungstechnik mehr als 50 Prozent der Fertigungskosten reine Prüfkosten sind.

Auf einen einfachen Nenner gebracht, liest sich das in der weltweit verbreiteten Fachzeitschrift "Control Engineering" so: "Control's future is more and more computerbased". Hierbei ist zu berücksichtigen, daß auch Mikroprozessoren und selbst einfache integrierte Rechenschaltungen hierbei selbstverständlich mitgezählt sind.

Die Zuwachsraten des Marktes, die sich bei der bisherigen Betrachtung auf ein Jahr beziehen, werden bei den untenstehenden Angaben auf drei Jahre bezogen, das heißt, sie sind auf einen Interkama-Zyklus berechnet und damit für diese Branche übersichtlicher, denn sie gelten jeweils von einer Interkama zur nächsten.

Bei einem Weltmarktzuwachs von etwa 46 Prozent zwischen zwei Interkama-Veranstaltungen ergibt sich für das Jahr 1986 ein geschätzter Weltmarkt von rund 270 Milliarden Mark. Hier sei nochmals darauf hingewiesen, daß es sich dabei um die Summierung von Instrumentierung, Prozeßautomatisierung und Fertigungsautomatisierung handelt.

Aus den Zahlenschätzungen geht eindeutig hervor, daß die USA mit einem Automatisierungsaufwand von 106 Milliarden Mark der größte Automatisierungsmarkt sind. Bereits auf Platz zwei folgt Westeuropa (genauer gesagt, die Länder der Europäischen Gemeinschaft plus Schweiz und Österreich) mit 65 Milliarden Mark. Japan liegt derzeit noch auf dem dritten Platz mit einer Produktionsautomatisierung von 35 Milliarden Mark. Das hängt allerdings damit zusammen, daß die Fertigungsautomatisierung in Japan noch etwas "unterbelichtet" ist.

Zum Schluß seien noch die Schätzungen für die Bundesrepublik Deutschland angeführt. Hier steht der Prozeßautomatisierung für das Jahr 1986 von 17 Milliarden Mark eine Fertigungsautomatisierung von 13 Milliarden Mark gegenüber, so daß die Automatisierung der gesamten Produktionstechnik auf 30 Milliarden Mark veranschlagt werden muß. Auch hier dürften sich zum Jahresende 1986 noch größere Verschiebungen ergeben.