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10.02.1978 - 

Herstellerwechsel statt Ausbau einer IBM3-15:

"Der Marktführer war uns zu teuer"

AARAU/Schweiz (sf) - Da ihnen der Ausbau ihrer IBM/3-15 mit vier Diskettenstationen (eine online, drei offline) und 10 MB Plattenspeicherkapazität zu kostspielig war, entschieden sich die Industriellen Betriebe der Stadt Aarau/Schweiz für einen Herstellerwechsel: Von den in die engere Wahl gezogenen Systemen Burroughs B 1700, Honeywell Bull 62/40, Univac 90/25 und NCR 8250 machte die HB-Maschine das Rennen.

Die eidgenössische 18000-Seelen-Stadt Aarau liegt ungefähr auf halber Wegstrecke zwischen Zürich und Bern. Auch die umliegenden Gemeinden werden von Aaraus Industriellen Betrieben (entsprechen bei uns in etwa den Stadtwerken) mit Strom, Gas und Wasser versorgt. Zur städtischen Dienstleistung gehören noch das Bauamt sowie Abteilungen für Datenverarbeitung und Finanz-/Rechnungswesen.

Über die in der DV-Abteilung installierte, gemietete /3-15 liefen Lohn- und Gehaltsrechnung, Energiefakturierung, Installationsfakturierung, Debitoren- und Mahnwesen sowie verschiedene Statistiken. Ende 1976 waren die Aarauer an der Auslastungsgrenze ihrer Rechner-Konfiguration angelangt. Sie mußten mehr Haupt- und Plattenspeicherkapazität haben, zumal sich die städtischen DV-Planer für Online-Terminals statt wie bisher für Diskettenstationen entschieden hatten. Von IBM wurde daraufhin eine Offerte für einen entsprechenden /3-Ausbau eingeholt - doch die Eidgenossen fühlten sich vom Angebot des Marktführers finanziell überfordert: "Die Kosten wären ins Unendliche gestiegen", klagt EDV-Chef Urs Biedermann. Weil aber die städtische DV-Abteilung "ohnehin von IBM's bisheriger Unterstützung enttäuscht war" (Biedermann), faßten die DV-Einkäufer kurzerhand den Entschluß, den Entschluß, den Hersteller zu wechseln.

Zunächst wurde für das IBM-Nachfolgesystem ein Anforderungskatalog ausgearbeitet, der folgende Kernpunkte enthielt:

- Anschlußmöglichkeit von zehn Bildschirmen und/oder dezentralen Druckern

- Gleichzeitige Verarbeitungsmöglichkeit von sechs Programmen

- 1:1-Übernahme der rund 150 Cobolprogramme und der Dateien

- Durchführung der Umstellung innerhalb von vier Monaten.

"Nach diesen Kriterien zogen wir die Systeme NCR 8250, Univac 90/25, Honeywell 62/40 und B 1700 von Burroughs in eine engere Wahl", berichtet Chef-EDVler Biedermann. Die Entscheidung zugunsten des Honeywell-Systems fiel Ende Dezember 76.

Biedermann und seine Crew waren beeindruckt von der einfachen Übernahme der Programme und Dateien ("lBM-Files konnten wir direkt auf die Honeywell-Platten konvertieren") sowie vom relativ günstigen Preis. "Außerdem hat HB von allen Mitbewerbern die größte Unterstützung angeboten", resümiert er.

Anfang Januar 77 begannen die Umstellungsarbeiten. Zur Programmübernahme und Dateien-Konvertierung durften die Aarauer ein System 62 in Honeywells Züricher "Einführungszentrum" nutzen. Am 31. März 77 wurde in der Aarauer DV-Abteilung die /3-15 abgebaut. Die kleinstädtische DV lief unterdessen auf dem Züricher HB-System weiter. Die Installierung der 62/40 erfolgte in Aarau schließlich am 15. April 77. Zwei Wochen später war die Umstellungsphase - "während der es", so Biedermann, "keine nennenswerten Probleme gab - abgeschlossen.