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28.09.1984 - 

Nach Wildwuchs wird Rechnerintelligenz an Arbeitsplätzen vorsichtiger beurteilt:

Der Mikro kann das Terminal noch nicht ersetzen

MÜNCHEN(CW) - Die Anwendung bestimmt die Entscheidung: Arbeitsplatzcomputer (statt Terminals) werden dort stehen, wo Informationen gezielt empfangen, verarbeitet und versendet werden sollen. An Arbeitsplätzen mit geringen, lokalen Verarbeitungsanforderungen sollte man hingegen von der CPU gesteuerten Datensichtgeräten den Vorrang geben. Diese These formuliert Dieter Egermann, Vertriebsleiter im Unternehmensbereich Datenverarbeitung von Hewlett-Packard. Als dritter Lösung im Bunde räumt er aber auch der Mikro-Host-Verbindung große Zukunftschancen ein.

Mit dem jetzigen Stand der Technik ist es heute möglich, ein immer breiteres Aufgabengebiet in einem Unternehmen mit Computern zu unterstützen. Da somit die Anforderungen an den vorhandenen Hauptrechner wachsen, werden heute vermehrt Möglichkeiten zur Entlastung der CPU diskutiert. Hier bieten sich Mikrocomputer an, da sie inzwischen eine große Palette von arbeitsplatzbezogenen Anwendungen abdecken.

Für kleinere Betriebe reicht der Mikrocomputer

Viele Mikros lassen sich aber auch, in eine zentrale Datenbank anschließen, erlauben das Downloading von Daten und Programmen oder können mit anderen Mikros zu Netzen verbunden werden. Außerdem ist es möglich, sie als Datenkonzentrator zwischen ein unintelligentes Terminal oder andere periphere Geräte und einen Host zu schalten. Ferner unterstützen die meisten Arbeitsplatzcomputer auch Bürokommunikationsfunktionen wie zum Beispiel Bildschirmtext oder Teletex.

Die Frage nach einem verbundfähigen Mikrocomputer oder Terminal stellt sich hauptsächlich für mittlere und größere Unternehmen, die in der Regel Mini-Supermini- oder Großcomputer einsetzen. Man kann davon ausgehen, daß dort aufgrund der großen Datenbestände und der notwendigen umfangreichen beziehungsweise komplexen Programme Mikros überlastet sind. Kleinere Unternehmen hingegen wie zum Beispiel Handwerksbetriebe kommen normalerweise mit Arbeitsplatzcomputern völlig aus, da sie überschaubare Datenvolumina zu verarbeiten haben.

Für wachstumsorientierte Unternehmen empfiehlt es sich jedoch einen Hauptrechner zu installieren und die Arbeitsplätze mehr mit Terminals als mit Arbeitsplatzcomputern auszustatten. Außerdem sollte ein wachsendes Unternehmen bedenken, daß es mit der alleinigen Anschaffung von Mikros nicht in größere Systeme hineinwachsen kann. Wenn Arbeitsplatzcomputer dort eingesetzt werden, dann geschieht das sinnvollerweise nur im Verbund und nicht als Insellösung.

Heute ist mehr Überlegung im Spiel

Nachdem mit der Mikro-Welle in den letzten Jahren ein regelrechter Wildwuchs in den Unternehmen entstanden ist, der auch sehr viel Geld verschlungen hat, sind die EDV-Chefs heute vorsichtiger. Sie untersuchen zunächst genau, ob und wann ja, an welchen Arbeitsplätzen Rechnerintelligenz erforderlich ist und an welchen nicht.

Im Hinblick auf DV-Lösungen in einem Unternehmen ergibt sich heute im einzelnen folgendes Bild: Betriebe mit vergleichsweise geringem Verwaltungsaufwand, bei denen im Rahmen der Sekretariatsarbeiten neben Schreibaufgaben auch ein gezielter Zugriff auf Unternehmensdaten erforderlich ist, sollten im Bürobereich Arbeitsplatzcomputern vorziehen. Wenn man aber einen Mikro-Einsatz in der Fertigungsabteilung plant und dort der Bildschirm und die, Tastatur lediglich dazu benutzt werden sollen, um auf Teile-Stücklisten zuzugreifen, dann bietet ein Arbeitsplatzcomputer dafür einfach zuviel Leistung an.

Unkontrollierte Privatnutzung

Gegen die Anschaffung von intelligenten Terminals spricht aus der Sicht mancher Unternehmen auch die Tatsache, daß ein Kleinrechner für private Zwecke genutzt werden kann. So besteht nämlich die Gefahr, Mikros in Spielzeuge umzufunktionieren.

Auf der anderen Seite haben sich inzwischen ebenfalls viele Argumente für einen Mikro- Einsatz herauskristallisiert, wobei man allerdings Verbundlösungen die größeren Chancen einräumen kann. So muß man, wenn man mit einem Mikrocomputer arbeitet, keine langen Wartezeiten mehr in Kauf nehmen, weil die Host-Verbindung wegfällt. Mit der Produktivitätssteigerung bleibt Zeit, andere Aufgaben zu lösen oder Lösungen zu verbessern.

Ein Arbeitsplatzcomputer ist auch dann günstiger als ein Terminal, wenn häufig auf eine Datenbank zugegriffen wird, die Informationen verarbeitet und zurückschaufelt. Dort kann man die CPU sinnvoll entlasten. Dies ist zum Beispiel bei Grafikanwendungen der Fall, die Zahlen in Präsentationsgrafiken umsetzen. Bei großen Adreßkarteien ist es von Vorteil, wenn der Mikro und der Host die gleiche Datenbanksoftware fahren.

Arbeitsplatzcomputern, die in Verbindung mit einem Host treten können, wird man zukünftig besonders an Arbeitsplätzen mit bestimmten Stabsfunktionen und Verantwortlichkeiten einsetzen, so mit mittleren und höheren Management.

Da in diesen Bereichen spezielle Informationen verarbeitet und Entscheidungen getroffen werden, eignet sich hier der Mikro-Einsatz besonders. Auf diesem Sektor liegt ein sehr großer Markt für PC- Host- Verbindungen, weil eine gezielte Zugriffskontrolle auf Unternehmensdaten ermöglicht wird.

Kein Unternehmen, daß mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt, kommt um die Entscheidung einer Installation von intelligenten Terminals herum. Und die Bereitschaft, sich selbst einmal an die Tastatur zu setzen, wächst im Management rapide an. Natürlich entstehen bei einer so breiten Öffnung des Zugriffs auf Unternehmensdaten Probleme des Datenschutzes und der Datensicherheit.

Engere Zusammenarbeit

Diese können jedoch gelöst werden, wenn die Organisations- und die EDV-Abteilung in einem Unternehmen enger zusammenarbeiten. In der Regel geht man dazu über zusätzlich zu dem DV-Leiter eine Person zentral und hauptberuflich mit den Organisationsaufgaben zu betrauen.

Ein derartiger Mikro-EDV-Organisator führt dann alle mit der Installation verbundenen Aufgaben von der Arbeitsplatzanalyse bis hin zur Gewährleistung der Sicherheit und Geheimhaltung von Paßwörtern durch. Denn wenn die Code- und Paßwörter erst auf einem Zettel auf dem Schreibtisch geschrieben stehen, ist es um Schutz und Sicherheit des Datenbestandes schlecht bestellt. Leider werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt in den meisten Unternehmen die erhöhten Organisations-Anforderungen durch den Einsatz von Mikros noch verkannt.