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21.04.1989

Der nächste, bitte!

"Wer ist der nächste? Wer bleibt eigentlich? Einstmals hieß es: IBM und die sieben Zwerge. In den USA konkurrieren von den Alten immerhin noch: Burroughs, Univac, NCR, Honeywell, CDC - mancher behauptet, unter den Kleinen einer der Größten zu sein. Und weltweit gibt es Fußkranke, unterstützt mit Regierungskrüken." Vor 13 Jahren kommentierte die COMPUTERWOCHE so den Exitus der Mainframe-Anbieter - Singer hatte gerade das Handtuch geworfen.

Angesichts der Rotstift-Maßnahmen des Control-Data-Managements (Seite 1) fällt es schwer, diese Kolumne mit "Liebe Hinterbliebene!" (so stand's 1976 in der CW) zu beginnen. Als Rechner-Hersteller existiert Control Data praktisch nicht mehr. Es bleibt ein Rest von Altkunden-Aktivität, es bleibt der Service-Bereich. Burroughs/Univac (Unisys), NCR und Honeywell (Bull) sind nach Unixland ausgewandert - was im Verständnis. der IBM soviel heißt wie "nach Labrador". Geblieben, als IBM-Großrechner-Alternativen, sind Cray, der einzige wirklich unabhängige Jumbo-Hersteller, ferner Amdahl sowie die Japaner Fujitsu und Hitachi, allesamt als "Plugs" (Plug Compatible Manufacturers) freilich auf die IBM angewiesen.

Liebe Hinterbliebene! Nichts spricht dafür, daß jetzt das Heulen und Zähneklappern ausbricht. Konkurrenz ist der IBM doch aus dem PC-Lager erwachsen. Zum anderen gibt es "so durch und durch gesunde Firmen wie DEC, Interdata (später Perkin-Elmer, später Concurrent), Data General und so weiter - ja auch Nixdorf". Diese aufmunternden Worte standen in der CW vom 9. Januar 1976.

Der Irrtum ist verjährt. Und selbstverständlich kann man es auch den heutigen Control-Data-Oberen nicht anlasten, daß sich der CDC-Firmengründer William C. Norris vor 16 Jahren auf einen Vergleich mit der IBM einließ, der das Ende von Control Data einläutete - nur wußte das Norris damals noch nicht. CDC hatte einen Schadenersatzprozeß gegen die IBM angestrengt, mit der Begründung, IBM habe durch eine "Papier"-Ankündigung (es ging um die /360-90), Control Data das CDC-6600-Geschäft verdorben.

Doch bevor IBM festgenagelt werden konnte, kam es zu einem außergerichtlichen Vergleich: Control Data bekam IBMs Service-Büros, den Call-Bereich, und obendrein rund 100 Millionen Dollar als Trostpflaster- Norris rieb sich zufrieden die Hände . Das war 1973. Und das war`s. Danach hatten die Ankläger im Antitrust- Verfahren der US-Regierung gegen IBM schlechte Karten - mit den bekannten Folgen , nähmlich keine Folgen für IBM.

Nachruf : An dieser Stelle wollten wir eigentlich ausfürliche auf die Folgen eines Takeover-Prozesses in der Computerbranche eingehen , an dem die IBM auf den ersten Blick nicht beteiligt ist. Aktueller Anlaß : Hewlett- Packard will Apollo übernehmen (Seite 1) . Das Fazit wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

"Der Aufkauf von Apollo durch HP gehört zur defensiven Stategie der Nicht -IBM-Hersteller: Wieder einmal versucht ein Nischen- Anbieter, "a major player in the business as a whole" zu werden in dem festen Glauben , den Erfolg planen und steuern zu können - notfalls an der IBM vorbei".

PS: AT&T will im Computerbereich 1990 schwarze Zahlen schreiben. IBM hat im ersten Quartal 1989 einen Gewinn von rund einer Milliarde Dollar erwirtschaftet.