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17.10.2003 - 

Kolumne

"Der nächste Trend kommt ohne IT aus"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Alle, die wir gebeutelt sind von Sinn- und Nachfragekrise in der IT, sehnen uns nach einem neuen Trend. Was kommt nach Jahr-2000- und Internet-Boom? Was hat das Zeug, den Zuwachs der IT-Investitionen zumindest wieder in den hohen einstelligen Bereich zu treiben?

Niemand traut sich so recht, das nächste große Ding vorauszusagen. Fast alle Marktforscher präsentieren daher eine Sammlung von potenziell mittelgroßen Dingern. Sie reden von Mobile Computing, Wireless Computing, Security und - wenn es auch um den Endverbrauchermarkt geht - von Spielen und Online-Gaming. Wer sich schon einmal angesehen hat, was am Wochenende auf den einschlägigen Spiele-Sites los ist, hegt keinen Zweifel mehr, dass künftig das Privatkundengeschäft vom Entertainment angetrieben wird. Hier stellt sich nur die Frage, welche Anbieter das Rennen gewinnen.

Im IT-Markt für Unternehmen existiert ein solcher Megatrend nicht. Die Marktforscher von Gartner sehen jedenfalls in den nächsten zwei Jahren keinen neuen Tsunami auf uns zu rasen. Zwar glauben auch sie, dass Wireless an Bedeutung gewinnt und serviceorientierte Softwarearchitekturen auf dem Vormarsch sind. Aber sie stufen diese Phänomene genauso wie Mobile Computing als evolutionär ein. Diese Neuheiten schaffen demnach ein innovatives Klima, aus dem heraus ab 2006 hoffentlich wieder Großes entstehen kann.

Was aber wäre, wenn keine neue Technologiewelle das Alte hinwegschwemmt? Was passiert eigentlich, wenn der nächste IT-Trend gar nichts oder nur wenig mit neuer Technik zu tun hätte? Was, wenn die nächsten großen Innovationen darin liegen würden, dass wir Vorhandenes endlich sinnvoll anwenden oder sogar neue Anwendungsfelder dafür fänden? Das ist zugegeben eine weit hergeholte Annahme, aber selbst Gartner-Chef-Researcher Peter Sondergaard ist aufgefallen, dass IT seit 40 Jahren mehr oder weniger die gleichen Prozesse unterstützt, zum Beispiel Finanzbuchhaltung, Auftragsbearbeitung von der Bestellung bis zur Faktorierung oder verschiedene Produktionsprozesse.

Man stelle sich deshalb einmal vor, wie viel produktiver und effizienter ein Unternehmen würde, wenn sich mit IT auch "höhere" Management-Prozesse wie Entscheidungsfindung, Personalführung, Partner- und Lieferantenauswahl oder strategische Unternehmensplanung systematisch unterstützen ließen. In Ansätzen existieren dafür bereits Werkzeuge. Das Interesse an Themen wie Prozessorganisation, Collaboration und Business Performance deutet darauf hin, dass sich IT auf weitere Prozesse in den Unternehmen ausdehnt. Auf neue Technik muss man deswegen nicht unbedingt warten, neues Denken ist gefragt.