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27.09.1991 - 

Mehr als 1000 Transaktionen pro Sekunde

Der Ncube-Supercomputer mit Oracle-Server ist am schnellsten

MÜNCHEN (zek) - Im Vergleichstest "TPC Benchmark B" konnte der US-Hersteller Ncube gleich zwei Rekorde erringen: Der Ncube-Supercomputer ist in Verbindung mit der Datenbanksoftware von Oracle sowohl der schnellste, als auch der wirtschaftlichste Datenbankrechner.

Der TPC Benchmark B beruht auf einem standardisierten Verfahren der Non-Profit Organisation "Transaction Processing Performance Council" mit Sitz im kalifornischen San Jose. Er simuliert die Transaktionen einer großen Bank mit mehr als 1000 Zweigstellen und mehr als 100 Millionen Einzelkonten.

Der Rekord von 1073 Transaktionen pro Sekunde (Tps) wurde mit einem 64-Prozessor-Modell des Ncube 2 Supercomputers erreicht, auf dem der Oracle Parallel Server DBMS Version 6.2, installiert war. Dabei handelt es sich um das Einstiegssystem, das nach dem heutigen Stand der Technik bis auf 8192 Prozessoren erweitert werden kann.

Beim Testsystem waren an zusätzlichen 48 E/A-Prozessoren noch 205 Plattenspeicher angeschlossen. Im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Installation ermittelte das Testinstitut ein Verhältnis von weniger als 2500 Dollar pro Tps. Das entspricht etwa einem Zwanzigstel der Kosten auf einem herkömmlichen Großrechner.

In diesen Ergebnissen sieht Ncubes President und CEO, Michael Meirer, denn auch die klare Linie, wohin die Zukunft in Sachen Großrechnerleistung führen muß. Seiner Ansicht nach waren die achtziger Jahre das Jahrzehnt der "Clients", die Neunziger werden das Jahrzehnt des "Servers". Während ein Tps auf einem PC heute rund 2000 Dollar koste, müsse man für die gleiche Leistung auf einem Mainframe immer noch rund 40 000 Dollar bezahlen.

Dieses Mißverhältnis werde sich - so Meirer gegenüber der COMPUTERWOCHE - in den nächsten Jahren auflösen. Zum einen werden die Desktop-Rechner in den Leistungsbereich von Mainframes vordringen, zum anderen müssen bei den Großsystemen die Preise heruntergehen. Bislang vermochten Preisunterschiede um den Faktor eins bis zehn die Anwender noch nicht zu überzeugen, ihre bisherige Großrechnerumgebung aufzugeben. Aber Preisunterschiede um den Faktor 20 und bessere Rechenleistung dürften in den nächsten Jahren für ein Umdenken sorgen. Dieses Umdenken hat nach Meirers Ansicht in den USA bereits eingesetzt.

Diese Aussagen ergänzte Meirer durch einen Blick auf die technischen Voraussetzungen zukünftiger Serversysteme. Wirkliche Höchstleistungen könnten in Zukunft nur Parallelsysteme mit Non-shared-Memory erreichen, also Rechner, wie sie etwa von Ncube, Tandem und Teradata angeboten werden. Nur hier seien die nötige Fehlertoleranz und die hohe Rechengeschwindigkeit zu gewährleisten. In Verbindung mit einer parallelen Datenbanksoftware können auf dem Großrechner der Zukunft viel größere Datenbanken als heute gefahren werden.

Die meisten heute üblichen Großrechner und Mainframes haben eine Shared-memory-Architektur (SMP), dabei nimmt die Leistung der einzelnen Prozessoren ab, je mehr Prozessoren parallelisiert werden. Eine Maximalkonfiguration verfügt in der Regel über sechs bis 16 Prozessoren, während Non-shared-Memory-System mit mehreren tausend Prozessoren ohne Leistungsverlust ausgestattet werden können.

Die Unternehmen Ncube und Oracle sehen jedenfalls die Kombination ihrer Systeme als Alternative zu Großrechnern für Datenbankanwendungen. Zielgruppen sind Branchen, in denen extrem hohe Transaktionsraten auf sehr großen Datenbanken benötigt werden. Dazu zählen weltweite Reservierungssysteme, Finanzdienstleistungs- und Verkaufssysteme.

Daß ein 100-Mann-Unternehmen wie Ncube nicht in der Lage ist, alleine die Großrechnerwelt zu verändern, ist Meirer klar. Deshalb versucht der Ex-Siemens Manager, einen oder mehrere große Partner zu finden, mit deren Hilfe Ncube in größere Märkte einsteigen kann.