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Kolumne


10.10.2006 - 

Der neue starke Mann der Telekom

T-Systems Chef Lothar Pauly hat im Interview mit der CW (siehe Seiten 1 und 12) viel Aufschlussreiches gesagt. Neben seinen Äußerungen zur künftigen Ausrichtung des Dienstleisters offenbaren seine Erklärungen vor allem, dass T-Systems vom Rand in das Zentrum der Telekom-Strategie gerückt ist. Nicht T-Com-Chef Walter Raizner, sondern T-Systems-Boss Pauly ist verantwortlich für den Aufbau der neuen IP-Netze. Die gesamte Netztechnik, inklusive der Mobilfunkinfrastruktur steht unter der Obhut von Pauly. Auch die IT des gesamten Telekomkonzerns - ein wesentlicher Teil der abrechenbaren Leistungen wird durch sie erbracht - verantwortet T-Systems. Gleichzeitig ist Pauly im Vorstand für das Großkundengeschäft verantwortlich. Wenn es also einen neuen starken Mann im Vorstand der Telekom gibt, dann ist es Pauly.

Außerdem zeigt die von Kai-Uwe Ricke Anfang Oktober verkündete neue Strategie, dass man die T-Systems offenbar zum zentralen Infrastrukturlieferanten der Telekom machen will. Von ihr geht alles aus. Netzttechnik, IT und Innovation werden von hier aus geplant und gesteuert. T-Com und T-Mobile werden zu mehr oder weniger reinen Vertriebsorganisationen.

Wird konsequent umgesetzt, was Pauly andeutet, liegt darin sicher großes Potenzial zur Effizienzsteigerung. Die T-Systems würde zur technischen Zentrale, die Vertriebsorganisationen T-Com und T-Mobile können sich darauf konzentrieren, die Produkte unters Volk zu bringen.

Spinnt man diesen Strategieansatz weiter, wäre durchaus vorstellbar, dass die Telekom langfristig auch die organisatorische Trennung von T-Mobile und T-Com aufgibt und sich nicht mehr an der Technik, sondern an ihren Kunden orientiert. Das Ergebnis könnte eine Trennung in Großkunden, Mittelstand und Privatkunden sein und/oder eine Vertikalisierung des Vertriebs nach Branchen, wie sie Pauly für das von ihm verantwortete externe Dienstleistungsgeschäft bereits angekündigt hat. Auf diese Weise ließe sich auch der Vertrieb effizienter aufstellen, der alle Produkte und Dienstleistungen der Telekom aus einer Hand den anvisierten Zielgruppen anbieten könnte - vom Mobilfunk über Festnetz, Internet-Dienste bis hin zu IT-Dienstleistungen. Aber vielleicht existiert das nur in der Wunschvorstellung des Kolumnisten und Ricke wurschtelt weiter vor sich hin und träumt vom großen Triple-Play-Durchbruch.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.