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26.07.1996 - 

Symantec sieht seine Zukunft in Windows-PCs

"Der Nutzen des NC ist längst nicht erwiesen"

26.07.1996

CW: Was halten Sie vom Internet-PC, der jetzt von Oracle als Netzcomputer oder NC propagiert wird?

Eubanks: Eine Sache ist, daß heute jeder PC am Netz funktionieren muß. Etwas anderes ist Ellisons Vision eines Billigcomputers, der ausschließlich am Netz funktioniert, weil er sich alle Programme von dort laden muß (Larry Ellison ist der Chef von Oracle, Anm. der Redaktion). Doch damit gibt es einige Probleme. Vor allem werden die erhofften Preisvorteile weitgehend ausbleiben. So ist zum Beispiel die Prozessorleistung für die Bildschirmdarstellung unerläßlich.

CW: Sie glauben also, die NCs werden teurer als versprochen?

Eubanks: Es geht eher um die Preisdifferenz zum normalen PC, die meines Erachtens etwa im Bereich von vielleicht 600 Mark liegen wird. Diesen Aufpreis vom NC zum ebenfalls netzfähigen PC mit Festplatte werden wohl viele Anwender bereit sein zu zahlen. Ein weiteres Problem ist, daß das Internet die Bandbreiten nicht zur Verfügung stellen kann, die ein umfassender NC-Einsatz voraussetzt.

CW: Für den Intranet-Einsatz, bei dem man nicht auf öffentliche Netze angewiesen ist, spielt dieses Argument aber keine Rolle.

Eubanks: Die Leute nehmen ihre Rechner heute überall mit hin und brauchen auch im Flugzeug und im Hotel eine akzeptable Funktionalität und Leistung. Insofern können sie sich nicht von einem NC abhängig machen.

CW: Die Internet-Engpässe werden aber doch beseitigt.

Eubanks: Vielleicht ist es irgendwann einmal vorstellbar, daß alle Anwendungen vom Netz geladen werden. Aber glauben Sie wirklich, daß dann die Festplatten kleiner sein werden als heute? Das eigentliche Argument aber ist: Der Nutzen des NC ist längst nicht erwiesen. Hier ist noch vieles unklar.

CW: Kleine Softwarekomponenten könnten die jetzigen Applikations- Monolithen ersetzen.

Eubanks: Das ist naiv. Heutige Anwendungen bestehen in der Regel aus Komponenten, die aufwendig integriert wurden. Es geht also darum, dafür zu sorgen, daß alle Teilanwendungen im Netz problemlos miteinander arbeiten können. Das schaffen selbst die Marktführer nur unter großen Anstrengungen. Wie sollen damit erst kleine unabhängige Softwarehäuser zurechtkommen? Außerdem geht es bei dieser Technik vor allem um Wettbewerbsvorteile durch rasche Upgrades. Komponenten nutzen also nicht den Anwendern, sondern den Herstellern.

CW: Sie teilen demnach die Meinung der Intel-Manager, die davon ausgehen, daß die Anwender insbesondere wegen Multimedia-Techniken immer mehr lokalen Speicherplatz brauchen?

Eubanks: So ist es. Der Desktop-Computer wird keine Aufgaben abgeben. Dem Internet fällt daher im wesentlichen die Aufgabe zu, unsere lokalen Anwendungen auf den neuesten Stand zu bringen.

CW: Wird sich ihr Unternehmen also beim Internet-Boom zurückhalten?

Eubanks: Wir werden sicher keine reine Internet-Company. Wir bieten Produkte für die Umgebungen, in denen unsere Kunden sich bewegen, das umfaßt netzfähige Rechner und natürlich auch das World Wide Web. Der Desktop-PC hat noch eine lange Zukunft vor sich, da sind wir uns mit Andy Grove und Bill Gates einig.