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30.10.1992 - 

Neue Werkzeuge von IDS vorgestellt

Der "papierlose Berater" ist schon bald keine Utopie mehr

MÜNCHEN (hv) - Als Hilfestellung für Unternehmensberater konzipiert, könnten die "Aris-Consulting Assistants" von der IDS Professor Scheer Gesellschaft für integrierte Datenverarbeitungssysteme mbH, Saarbrücken, das DV-Beratungsgeschäft schon bald erheblich rationalisieren. Die Tools helfen bei einer Bestandsaufnahme der Abläufe und Funktionen im Unternehmen sowie bei der Einführung neuer Software.

"In diesem Ansatz ist mein wissenschaftliches Werk zusammengefaßt", resümierte August Wilhelm Scheer in einem Vortrag vor Unternehmensberatern und Journalisten. Der Saarbrücker Hochschullehrer spielte damit auf seine langjährige Erfahrung im Bereich der Datenmodellierung an, die in die neu vorgestellten Werkzeuge eingeflossen sei.

Ziel der IDS ist es, den "papierlosen Berater" zu schaffen. Ausgerüstet mit einem Laptop und der zugehörigen Software, die das Beratungs-Know-how für Planung, Aufbau und Realisierung integrierter Informationssysteme enthält, sollen nach der Vision Scheers künftig die Consultants beim Anwender vorsprechen. "Wir haben vor, groß in diese Sache einzusteigen", kündigte der Professor an. Der Expansionsdrang seines Unternehmens scheint diese Aussage zu bestätigen: In Saarbrücken errichtet IDS zur Zeit ein neues Firmengebäude, das im Endausbau 400 Mitarbeitern Platz bieten soll.

Scheer widersprach der These, seine Produkte könnten möglicherweise den prosperierenden Berufsstand des Unternehmensberaters überflüssig machen. Allerdings wolle er nicht ausschließen, daß innovative Anwender nach einem entsprechenden Training auch selbständig mit den komplexen Werkzeugen arbeiten können.

Den Consultants werde langfristig ohnehin keine andere Wahl bleiben, als Papier und Bleistift daheim zu lassen und aus Rationalisierungsgründen mit Tools dieser Art umzugehen. Die Werkzeuge ermöglichen nach Einschätzung des Professors eine höhere Transparenz im Beratungsgeschäft sowie eine deutliche Kostenreduzierung. Eine offenere Darlegung ihrer Arbeitsweise stehe dieser vielkritisierten Branche gut an.

Das wohl wichtigste Element der Aris-Produktpalette ist neben einer Projekt-Management-Software der "Analyzer", mit dem Berater eine Bestandsaufnahme der einzelnen Unternehmensfunktionen ihrer Kunden durchführen können. Das Produkt ermöglicht, in Form eines Soll-Ist-Vergleichs in den Fachbereichen vor Ort die Schwachstellen der einzelnen Unternehmensfunktionen - zum Beispiel des Vertriebs - zu ermitteln. Ebenfalls analysiert werden der Informationsfluß sowie die vorhandenen Datenaustausch-Beziehungen.

In der Phase der Ist-Analyse lassen sich anhand einer detaillierten Checkliste Schwachstellen anzeigen, die bei einzelnen Funktionen entstehen: zum Beispiel DV- und systemtechnische Brüche, organisatorische Schwächen oder Qualitätsschwankungen. Um ablauforganisatorische Schwachstellen zu lokalisieren, werden die Ist-Vorgangsketten mit vorgegebenen branchenorientierten Referenz-Vorgangsketten verglichen. Auf diese Weise lassen sich grobe Soll-Abläufe entwickeln. Die Ergebnisse der Analysephase können in grafischer oder tabellarischer Form (über das Microsoft-Spreadsheet Excel) ausgegeben oder in diversen Windows-Programmen weiterverarbeitet werden.

In der nun folgenden Modellierungsphase wird auf der Basis des groben Sollkonzeptes mit Hilfe des Werkzeugs "Modeller" ein detailliertes Unternehmensmodell einschließlich Daten-, Funktions-, Prozeß- und Organisationsmodell entwickelt. Dieses dient dann als Grundlage für die Auswahl von Standardsoftware beziehungsweise die Entwicklung individueller Anwendungen. Scheint eine Individualentwicklung ratsam, so können die erarbeiteten Modelle an CASE- Tools übergeben und dort später DV-technisch realisiert werden. Eine Dokumentation des entstandenen Unternehmens-Datenmodells erfolgt auf der betriebswirtschaftlichfachlichen Ebene mit Hilfe des Werkzeugs "Navigator". Das Tool hilft dem Berater dabei, sich im Unternehmens-Datenmodell zu orientieren und sich die Zusammenhänge von Funktionen, Daten, Organisationsstrukturen und Prozessen anzeigen zu lassen.

Im Stile eines Management-Informationssystems beantwortet das Werkzeug Fragen wie: Welche Abteilungen verwalten welche Daten? Welche Funktionen sind in welchen Prozessen enthalten? Welche Funktionen benötigen welche Input-Daten beziehungsweise erzeugen welche Output-Daten? Sind Anwender an einem fortlaufenden Einsatz dieses Werkzeugs interessiert, so können sie die Aris-Produkte von ihrem Berater oder von der IDS GmbH selbst erwerben Der Analyzer kostet 48 000 Mark, der Modeller rund 25 000 Mark. Für den Navigator ist noch kein Preis festgelegt.