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24.02.1984 - 

PCs, Minis, Großrechner: BSC, MSV, SNA, Btx; Teil 4

Der PC im Spektrum der DFÜ-Möglichkeiten

Ein Personal Computer erfährt eine hohe Wertsteigerung, wenn man über ihn Zugriff auf entfernt installierte Datenbanken und Computer erhält und mit diesen kommunizieren kann. In den USA ist das bereits seit mehreren Jahren eine Selbstverständlichkeit: Dort gibt es Datenbanken und Programmbibliotheken, die für eine geringe Gebühr zugänglich sind. Man läßt sich einfach eine Benutzernummer zuteilen und wählt den Dienst per Telefon an. Die anfallenden Gebühren werden automatisch mitgeteilt und verrechnet.

Selbstverständlich muß auch der PC die hierzu erforderliche Kommunikationsfähigkeit besitzen; auch hier gibt es ein deutliches Gefälle zwischen den USA und der Bundesrepublik. Anders als in deutschen Landen ist in den Vereinigten Staaten nämlich der Einbau von Modems in den Computer gestattet. Dies hat zur Folge, daß viele PCs sich für einen zweistelligen Dollarbetrag mit einer Datenkommunikationsfähigkeit über das öffentliche Telefonnetz ausrüsten lassen oder sogar einfach schon fabrikseitig mit dieser Möglichkeit ausgerüstet sind. Automatische Wahl (Autodialing) und Nummernspeicherung sind selbstverständliche Optionen.

Bei uns dagegen hat die Deutsche Bundespost das Installationsmonopol für Modems und nützt dieses durch entsprechend hohe Monatsmieten kräftig aus - ganz abgesehen von der Zulassungsproblematik, wenn PCs überseeischen Ursprungs an das Modem angeschlossen werden sollen. Einzige praktikable Alternative für den kommunikationsfreudigen PC-Benutzer ist die Verwendung von Akustikkopplern.

Seit wenigen Monaten gestattet die Post gnädigerweise sogar die Kommunikation zweier über Aktustikkoppler miteinander verbundenen EDV-Einrichtungen; die Aufhebung der ursprünglichen Beschränkung, daß in einer derartigen Kommunikationskette ein Teilnehmer ein festinstalliertes Modem aufweisen mußte, hatte wohl mehr symbolischen Charakter, weil sie sowieso kein Anwender berücksichtigte.

Leider hilft diese nachträgliche Legalisierung dem bundesdeutschen DV-Kommunikator im Klein- und Mittelbetrieb wenig, da Akustikkoppler folgende Handicaps aufweisen:

- Niedrige Datenübertragungsrate (300 Baud)

- Hohe Störanfälligkeit (rund zehnmal höher als bei festinstallierten Modems)

- Keine Möglichkeit zum automatischen Verbindungsaufbau bei Sender und Empfänger; die Datenendgeräte können nur unter der persönlichen Überwachung einer Bedienperson kommunizieren.

Interessanter wird es da bei den Datex-Diensten, die ja spezifisch für einen möglichst freizügigen und wirtschaftlichen Datenaustausch über private Grundstücksgrenzen hinaus etabliert wurden; seit 1980 steht in diesem Rahmen das Datex-P-Netz zur Verfügung.

In ihm wird die Information nicht mehr über speziell geschaltete Leitungen dem Empfänger zugeordnet, sondern per Computer mit Hilfe einer dem "Datenpaket" zugefügten Adresse. Anwenderdaten wandern darin nach bestimmten Regeln "blockweise" von Speicher zu Speicher bis zu ihrem Ziel.

Die Übertragung geschieht also zwischen den einzelnen Vermittlungstellen von Speicher zu Speicher, wobei die Übertragungsgeschwindigkeit auf allen Leitungen unterschiedlich sein können. Ein solches Netz führt eine Geschwindigkeitsanpassung durch, ermöglicht folglich die Kommunikation von Datenendeinrichtungen unterschiedlichster Datenübertragungsarten.

Mehrfachnutzung der Anschlußleitungen, Geschwindigkeitsanpassung, feste und gewählte virtuelle Verbindungen, Anpassungsdienste für unterschiedliche Übertragungsprotokolle, verkehrsmengenorientierte Gebührenstruktur sowie Nutzung des Dienstes über Hauptanschlüsse oder aus anderen Wählnetzen heraus sind die Haupteigenschaften des Datex-P-Netzes, die ganz neue Anwendungsbereiche eröffnen.

Das Dienstleistungsangebot umfaßt Hauptanschlüsse im Geschwindigkeitsbereich von 110 bis 48 000 Bit/s, Zugänge aus dem öffentlichen Fernsprechnetz, dem Datex-L-Netz, oder für asynchron arbeitende Geräte "PADs = Packet Assembler/Disassembler "), sowie Zugänge für synchrone Datenendgeräte, die firmenspezifische Protokolle bedienen.

Die Universalität dieses Verfahrens ist bemerkenswert. So erlaubt der PAD-Service die Verwendung von Datenendgeräten zum Anschluß an einen Datex-P-fähigen Host-Computer selbst in Fällen, wo die Implementierung der für Datex-P-Unterstützung nötigen Software auf einem preisgünstigen Terminal oder einem PC nicht wirtschaftlich ist.

Damit steht mit Datex-P über die PAD-Option der Post ein professionell ausgelegter Daten-Kommunikationspfad auch für PCs zur Verfügung, da

- keine dienstspezifische PC-Hardware erforderlich ist (der PAD-Anschluß ist über V.24 möglich )

- die grundsätzlichsten Softwareanforderungen gering sind (es ist beim PAD lediglich eine asynchrone Schnittstelle zu bedienen)

- die Zulassungsprozedur zumutbaren Umfang bewahrt (sie ist vom finanziellen und zeitlichen Aufwand her mit der Fernsprechmodem-Zulassung vergleichbar).

Als Gegenleistung für die Überwindung der Anschluß-Hürden erhält der Anwender neben einer freizügigen nationalen Datenkommunikationsmöglichkeit die Zugangsmöglichkeit zu den Netzen Telenet und Tymnet in den USA, Datapac in Kanada, Transpac in Frankreich, PSS in Großbritannien und dem Euronet auf dem übrigen europäischen Kontinent.

Nachteilig für den Benutzer bleiben die hohen Kosten, die Bundespost dem Anwender für die Brücke der asynchronen Welt zu Datex-P in Form von PAD-Gebühren in Rechnung stellt.

Protokolltransparenz mit Datex-L

Trotzdem ist in allen Fällen, wo Kommunikationsfähigkeit hohe Einsparungen erlaubt, Datex-P ein interessantes Daten-Transport-Medium - außerdem natürlich ein hervorragendes Kommunikationsmittel für alle Teilnehmer, die dieses Protokoll "verstehen" . Dies ist aber nicht immer der Fall (vor allem bei den PCs, die wir hier im Vordergrund stehen haben) und auch nicht generell wirtschaftlich machbar. Auch hierfür bietet die Post eine Lösung: I)Datex-L für protokollunabhängige Informationsübertragung zwischen Computersystemen.

Eine solche Eigenschaft bezeichnet man als "Protokolltransparenz". Sie hat den großen Vorteil der Kommunikationsfähigkeit zwischen zwei Partnern, die das gleiche Protokoll sprechen, birgt aber andererseits den Nachteil in sich, daß eben die Kommunikation nur zwischen solchen Kommunikationspartnern möglich ist, die vorher zu einer Kommunikation aufeinander abgestimmt wurden, das heißt, daß die Nachrichtenübermittlung bei der Verwendung des Datex-L-Dienstes auf von vorneherein vorgesehene Kommunikationspartner eingeschränkt ist. Eine Kommunikation zwischen beliebigen Kommunikationspartnern ist dagegen Netzen und Diensten wie Datex-P vorbehalten.

Die Abwicklung des Datex-L-Kommunikationsprotokolls ist relativ einfach; es gibt für PCs eine Reihe von Softwarepaketen, die eine direkte Kommunikation mit Großrechnern unter dessen DFU-Protokoller. (zum Beispiel 3720, 3780, MSV I, MSV II) über das Datex-L-Netz ermöglichen.

Man kann bei diesen Paketen davon ausgehen, daß sie bereits in mehreren PC-Implementierungen FTZ-geprüft sind, so daß die Zulassung keine grundsätzliche Problematik aufwirft; selbstverständlich ist es erforderlich, daß der PC-Hersteller die vorgeschriebene Zulassungsprozedur durchläuft.

Das Datex-L-Netz ist anwendungsneutral, das heißt, daß es für verschiedene Text- und Datenkommunikationsanwendungen gleichermaßen gut genutzt werden kann. Eine dieser Anwendungen ist der von der Post bereitgestellte Teletex-Dienst. Dieser Dienst gestattet mit eingeschränktem Zeichenvorrat den Zugang zum Telex-Dienst über einen Telex-Teletex-Umsetzer. Damit ist die Kommunikationseinrichtung am Arbeitsplatz zu weltweiter, sekundenschneller Schriftstückübermittlung in Briefqualität, kombiniert mit dem persönlichen Textautomaten, Wirklichkeit geworden: Eben durch den Teletex-fähigen Personal Computer am Arbeitsplatz.

An diesen werden dabei nicht eben niedrige Anforderungen gestellt (sie sind in der entsprechenden CCITT-Empfehlung S. 60 niedergelegt):

- Wenn das Teletex-Endgerät zur Texterstellung benutzt wird, sollte dies nicht durch ankommende Sendungen unterbrochen werden. Wenn jedoch der Empfangsspeicher bis auf 2000 Byte seiner Kapazität gefüllt ist, muß ein Hinweis an den Bediener zum Freimachen des Speichers gegeben werden. Das Freimachen geschieht durch Anfertigen einer Kopie des Speicherinhaltes auf Papier, Lochstreifen, Magnetträger oder ähnliches.

- Das Teletex-Endgerät muß alle Zeichen der S. 61 Empfehlung senden und empfangen können.

- Endgeräte im Bereich der Bundespost müssen 24 Stunden täglich betriebsbereit sein.

- Jedes Endgerät muß die Möglichkeit des Ausdruckens vorsehen. Der Ausdruck muß horizontal und vertikal orientiert möglich sein. Das Format entspricht entweder DIN A4 oder dem nordamerikanischen Format von 216 x 280 mm Kantenlänge.

- Jedes Teletex-Endgerät muß über eine Identifikationsnummer verfügen.

- Der Empfangsspeicher muß "ausreichend" groß sein. Die Größe des Empfangsspeichers richtet sich in erster Linie nach der Anzahl der durchschnittlich empfangenen Nachrichten und nach der Dauer des Lokalbetriebs. Dieser Empfangsspeicher muß nichtflüchtig sein. In der Realisierung durch Halbleiterspeicher muß dieser batteriegepuffert sein und 10 Stunden überbrücken können.

- Die Löschung eines empfangenen Textes im Empfangsspeicher darf erst erfolgen, wenn mindestens die ersten 20 Zeilen dieses Textes visualisiert wurden oder der Text in einen nichtflüchtigen Speicher übernommen wurde.

- Das Endgerät muß über Anzeigen verfügen, die über Einschränkungen der Betriebsbereitschaft informieren. Dies sind:

a) Gerät nicht oder bald nicht mehr empfangsbereit, da der Empfangsspeicher (fast) gefüllt ist.

b) Operator-Anruf, um die Papierlage von DIN A4 auf DIN A4 auf zu ändern.

c) Nachricht empfangen

Jedes Endgerät muß die X.21 Schnittstelle zum Datex-L-Netz bedienen können. Dies ist eine Forderung der Post, da für den Telex-Dienst - von der internationalen Normung her - sowohl dieses Netz als auch das Fernsprechnetz oder paketvermittelte Netze zugelassen sind . Aufgrund der Güte des Datex-L-2400-Dienstes entschied man sich bei uns für dieses Netz.

Für den Teilnehmer ergeben sich folgende Leistungen:

- Teletex ermöglicht die verzögerungslose Übertragung von Nachrichten von Speicher zu Speicher (kein Dialog)

- Teletex-Nachrichten haben da gut leserliche Format eines maschinengeschriebenen Briefes

- Die Teletex-Nachrichten werden mit 20 bis 30 Mal höherer Übertragungsrate übertragen, als dies, bei Telex der Fall ist

- Teletex hat den neuen Zugriff auf das gesamte, weltweit verbreitete Fernschreibnetz, ebenso, wie Teletex-Teilnehmer Nachrichten von x-beliebigen Teilnehmern des Fernschreibnetzes empfangen können, die noch mit konventionellen Fernschreibern ausgerüstet sind

- Ohne zusätzliche Geräte ist die Aussendung von Teletex-Nachrichten von der Datenendeinrichtung zu einem späteren, frei vorgebbaren Zeitpunkt möglich

- Teletex-fähige Schreibautomaten, Computersysteme und lokale Netzwerke können direkt im Teletex-Verbund mit anderen Teletex-Teilnehmern kommunizieren.

Nachdem Teletex als Ersatz für den geschriebenen Brief ("Gelbe Post") in Frage kommt, ist die Überlegung interessant, daß bei der heute gültigen Gebührenstruktur bereits bei 12 Briefen pro Tag die Nutzung des Teletex-Dienstes zur Nachrichtenübermittlung billiger ist als die Nutzung der "Gelben Post .

Da aber dadurch ein wirklich großer Schritt in Richtung "Büro der Zukunft" realisierbar ist, ist es sicher, daß alle renommierten Personal-Computer-Hersteller für ihre Geräte einen Zugang zu diesem Dienst schaffen werden.

Da dies technisch nicht ganz einfach ist, gehen die Hersteller in einigen Fällen den Umweg über eine eigenständige Interface-Einheit, die zwischen dem Teletex-Netz und einem oder mehreren PCs sitzt.

Trotzdem ist der Software-Aufwand auf dem PC immer noch erheblich (man denke nur an die Weiterverarbeitung der Unteradressen in einem PC-Cluster, der an Teletex angeschlossen ist).

Informationsabruf mit Hilfe von Btx

Wenn man vom Fernsprechdienst absieht, haben die bisher beschriebenen Postdienste rein professionellen Charakter, das heißt, daß sowohl Informationsanbieter als auch Informationsempfänger kommerzielle Motivation für die Kommunikation haben. Seit etwa drei Jahren befindet sich jedoch auch ein Daten-Kommunikationsdienst im Erprobungsstadium, der von vorneherein sowohl auf die professionelle als auch auf die private Nutzung ausgerichtet war, nämlich Bildschirmtext (Btx).

Die Einführung erfolgte in mehreren Ländern etwa im gleichen Zeitrahmen und in zueinander kompatibler Form, jedoch unter verschiedenen Bezeichnungen. Um einige Beispiele zu nennen, rangiert dieser Dienst in England unter dem Namen "Prestel", in den USA unter dem Namen "Videotex" und in Frankreich unter dem Namen "Teletex".

Die Nachrichtenübermittlung erfolgt mit Modem über das Fernsprechwählnetz, wobei von externen Rechnern eine Kommunikation über Datex-P durchführbar ist. Es sind sogar Mehrpunktverbindungen über private Rechner zur Realisierung von Btx-Rundschreibdiensten realisierbar.

Die im Vordergrund stehende Anwendung ist weder wie bei Teletex die Vermittlung von Nachrichten wie Briefen, Notizen und ähnlichen Mitteilungen von Punkt zu Punkt noch wie bei Datex-L und Datex-P die Rechner-Rechner-Kopplung, sondern vielmehr der Informationsabruf aus Informationszentralen. Dies schlägt sich nieder in der generellen Architektur von Btx, wo die Übertragungsgeschwindigkeit von der Zentrale zum Anwender hin 1200 Baud beträgt, während Kommunikations- und Abfrage-Verkehr in umgekehrt er Richtung mit 75 Baud erfolgt.

Der Grundgedanke hierbei ist das zur Verfügungstellen von Informationen, die auf einem bei der Post situierten oder aber im eigenen Hause aufgestellten Rechner gespeichert ist.