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15.06.2001 - 

Kolumne

"Der PC-Markt wird wieder auferstehen"

Heinrich Vaske, Chefredakteur CW

Die Meldungen über das Dahinsiechen der PC-Industrie reißen nicht ab. Die Interpretationen, warum der Markt vor sich hin dümpelt, sind dabei vielfältig. Einige Marktforscher begnügen sich mit dem Hinweis auf die schwache US-Konjunktur, deren Auswirkungen allmählich auch Europa zu spüren bekommt. Andere wollen gar von einer Marktsättigung wissen.

Wieder andere führen den Anschaffungszyklus der Unternehmen ins Feld, der sich nach dem Millenniumswechsel verlagert habe, oder verweisen auf einen marktimmanenten Paradigmenwechsel: Das Internet habe die Rückkehr zum Server-basierenden Computing eingeleitet, das fette Clients überflüssig mache. Gleichzeitig sorge der Boom bei Handys und Handhelds dafür, dass dem PC immer mehr Aufgaben entzogen würden.

Die Argumente sind gut und haben ihre Berechtigung. Richtig ist aber auch, dass es dem PC-Markt seit einigen Jahren schlicht an Impulsen fehlt. Sofern Rechnerleistung und Speicherkapazität stimmten, hatten Anwender wenig Grund, ein neues Modell zu wählen. Mit Windows 95 hat Microsoft zum letzten Mal wirklich Bewegung in den Markt gebracht, Windows 98 und die Millennium Edition (ME) waren kosmetische Anpassungen, auf die die Kunden ebenso gut verzichten konnten.

Die PC-Industrie wird sich daher auf den Oktober dieses Jahres freuen: Microsoft will rechtzeitig zum Weihnachtsfest Windows XP herausbringen, sowohl in einer Home- als auch in einer Professional-Edition. Das Betriebssystem wird erstmals nicht mehr auf dem MS-DOS-Kernel, sondern auf dem Windows-NT-Kernel basieren und damit wesentlich stabiler laufen als seine Vorgänger.

"Wir werden nicht wechseln", sagen erfahrungsgemäß die meisten Kunden erst einmal, wenn ein neues Betriebssystem herauskommt. "Zu aufwändig, zu teuer und kein erkennbarer Nutzen", lauten ihre Argumente. Zwei Jahre später arbeiten dann alle mit dem neuen System - und meistens auch mit einem neuen Rechner. Ihre Begründung: Neue Peripherie ließ sich an das alte Modell nicht mehr anschließen, aktuelle Software und auch Spiele liefen nicht mehr, oder die Rechnerkapazitäten waren erschöpft.

Bei Microsoft weiß man das. Manager Jim Allchin erklärte ohne jedes Schuldbewusstsein, dass Rechner, die vor 1999 gekauft wurden, wegen der zu geringen Prozessor- und Arbeitsspeicherkapazität Probleme beim Upgrade auf Windows XP bekommen werden. Kein Zweifel: Microsoft wird den PC-Markt wiederbeleben. Ob die Kunden am Ende etwas davon haben, steht auf einem anderen Blatt.