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05.12.1986 - 

Emnid-Studie über den Einsatz von Mikrocomputern am Arbeitsplatz:

Der PC wird immer mehr das Normale

FRANKFURT/BIELEFELD (CW) - Die positive Einstellung zum Computer steigt: Acht von zehn Bundesbürgern (78 Prozent) meinen, daß die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft den Computereinsatz verlangt: 1984 waren es nur 60 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Microcomputer-Trends" des Emnid-Forschungsinstituts, Bielefeld, die im Auftrag der Messe Frankfurt durchgeführt wurde.

Bereits in den Jahren 1984 und 1985 hatte die Messe Frankfurt vergleichbare Emnid-Umfragen veröffentlicht. Die neue Studie, in der 975 Personen über 14 Jahre interviewt wurden (Basis: 48,2 Millionen), zeigt nun im Drei-Jahres-Vergleich interessante Trends. So hat sich von 1985 bis 1986 der Anteil jener Berufstätigen, die mit einem Mikrocomputer arbeiten, von 10 auf 14 Prozent erhöht. Entsprechend nahm auch die Angst vor Arbeitslosigkeit durch Rationalisierung mit Computern ab: Nur noch 10 Prozent der Bundesbürger äußerten Bedenken; vor Jahresfrist waren es mit 18 Prozent noch fast doppelt so viele.

Größtes Revier für die zunehmend akzeptierten "Power-Winzlinge" sind offenbar kleine und mittlere Unternehmen. Glaubt man der Studie, stellt sich die Gruppe der mittelständischen Unternehmen mit weniger als 500 Arbeitskräften allein von der Größenordnung her als bedeutender Markt für Arbeitsplatzcomputer dar: Rund 81 Prozent der Beschäftigten arbeiten in solchen Betrieben. Hier sind bereits heute 74 Prozent der Personal Computer eingesetzt; den Anteil der geplanten Einführungen beziffern die Marktforscher auf 77 Prozent.

Weitere Ergebnisse des Drei-Jahres-Vergleichs deuten auf einen nach wie vor bestehenden Anwendungsstau in diesem Marktsegment hin: Nur jeweils gut die Hälfte der von den befragten Berufstätigen in den vergangenen Jahren vorausgesagten Installationen wurde verwirklicht. Offensichtlich wird zwar nach Meinung der Analysten in den Büros und Werkstätten über den Einsatz der kleinen Rechner diskutiert, die Planung jedoch nur zum Teil in Entscheidungen umgesetzt. Wären nämlich die von den Mitarbeitern in den vergangenen zwei Jahren erwarteten Investitionen in Arbeitsplatzcomputer realisiert worden, verfügte heute nahezu jeder vierte (23 Prozent) über einen elektronischen Bürohelfer. Tatsächlich könne aber derzeit nur jeder siebte (14 Prozent) auf seinen PC zurückgreifen.

Zusammenhänge mit diesem Rückstau ergeben sich für die Emnid-Experten möglicherweise auch aus der Angst vor einer computerisierten Gesellschaft". Äußerten dazu im Jahr 1984 noch rund 37 Prozent aller Befragten ihre Bedenken, sei heuer mit einem Anteil von weniger als einem Drittel (30 Prozent) ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Überdurchschnittlich hoch scheint derzeit diese Angst aber bei denjenigen zu sein, die bereits einen Personal Computer am Arbeitsplatz nutzen (38 Prozent), und erst recht bei jenen, die in absehbarer Zeit mit einem PC ausgestattet werden sollen (58 Prozent).

Computerausbildung liegt bei Schulen noch im argen

Mit den insgesamt abnehmenden Ängsten vor dem Computer ist laut Emnid-Studie auch der Anteil jener Bundesbürger gestiegen, die eine Ausbildung am Mikrocomputer schon während der Schul- und Berufsausbildung für unumgänglich halten: Die Gruppe der Befürworter kletterte anteilmäßig von 56 Prozent (1985) auf 70 Prozent im Jahr 1986.

Der entsprechende Stundenplan hängt jedoch für viele der Befragten vorerst noch im "schulischen Fettnäpfchen": Lediglich 25 Prozent sind der Ansicht, daß ein Arbeiten mit dem Mikrocomputer in unseren Schulen in ausreichendem Maße angeboten wird". Eine gegenteilige Meinung vertreten 26 Prozent, der Rest gibt sich eher unentschieden oder machte keine Angaben.