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28.10.1988 - 

Nachweis der Wirtschaftlichkeit nicht sofort zu führen - Fingerspitzengefühl und Mut gefragt:

Der Rechenstift ist bei CIM-Investitionen ungeeignet

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit der Planung und schrittweisen Realisierung der Vernetzung ihrer Automatisierungsinseln zu einem ganzheitlichen Produktionssystem. Erfolgversprechende Teillösungen gehen inzwischen deutlich über das konzeptionelle Stadium hinaus.

Getrieben werden diese Bemühungen durch den wirtschaftlichen Nutzen, den man sich von einer Vernetzung der Inseln erhofft. Doch herrscht allenthalben größte Unsicherheit über den vorherigen rechnerischen Nachweis dieser Wirtschaftlichkeit. Es fehlen rechenbare Parameter: Drei von vier Experten sind einer Untersuchung zufolge der Ansicht daß die vorhandenen Methoden nicht ausreichen, um eine CIM-Realisierung aus ökonomischer Sicht zu beurteilen. Oft hilft nur der Erfahrungsaustausch mit Anbietern und Kollegen.

Die hohen Kosten schreiben viele ab

Der Grund für die erwähnte Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von Integrationsmaßnahmen liegt darin, daß der Zusammenhang zwischen Kosten und Nutzen bei CIM ungleich komplexer ist als beispielsweise bei Produktionsanlagen. Hinzu kommt, daß CIM kein abgeschlossenes Projekt ist. Außerdem fehlen praktische Erfahrung und branchenspezifische Kenntnisse.

Dennoch benötigt etwa ein mittelständisches Unternehmen eigentlich Anhaltspunkte in Form von Zahlen und Werten; in der Regel lassen sich die umfangreichen notwendigen Investitionen nur schwer im blinden Vertrauen auf ihren strategischen Nutzen hin tätigen.

Das dürfte denn auch der gewichtigere Grund sein, weshalb derartige Investitionen zur Zeit oft nur zögernd vorgenommen werden - und nicht die vielzitierten technischen Probleme, die im Zusammenhang mit CIM noch zu lösen sind: Sie wurden in einer neueren (vom RKW in Auftrag gegeben) Befragung nur von 27 Prozent der Experten als Hemmnis aufgeführt.

Die weitaus häufigsten Nennungen (55 Prozent) entfielen auf die hohen Kosten: Die Automatisierung wird ab einem bestimmten Punkt für nicht mehr bezahlbar gehalten.

Erst die Vollintegration macht sich richtig bezahlt

Im Endeffekt resultiert die Wirtschaftlichkeit doch aus dem Verhältnis von Ertrag zu Aufwand oder von Leistung zu Kosten (die Kosten-Nutzen-Relation). Allerdings ist die Definition von Nutzengrößen wohl ungleich schwieriger als die von Kostengrößen. Und obwohl die meisten Nutzengrößen einer Integration unmittelbar aus dem durchgängigen Informationsfluß resultieren, der mit einer Vernetzung von rechnergestützten Produktionsinseln erzielt wird (und weniger aus den funktionalen Eigenschaften der verwendeten Systeme), spielt doch die Systemauswahl im Rahmen einer Investitionsentscheidung eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Nachweislich sind die Gesamtkosten in vollintegrierten Unternehmen stets niedriger als in solchen mit rechnergestützten Inseln: Der Grund liegt in den geringeren Kommunikationskosten: Über die gemeinsame Datenbasis können die Aufgabenträger ohne nennenswerten manuellen Aufwand über Informationen aus anderen Abteilungen verfügen. Demgemäß erfolgt der Informationsaustausch kostengünstiger, schneller, qualitativ hochwertiger und umfassender. Auch Kalkulation, Rechnungswesen und Controlling profitieren davon. Deshalb ist zwar die schrittweise Inselvernetzung einer Produktion häufig der zunächst einzig mögliche Weg. Letzten Endes jedoch kommen die Vorteile erst bei einer Vollintegration richtig zum Tragen.

Der pragmatische Lösungssatz für das Problem könnte indes - im Gegensatz dazu - in einigen Fällen bei jener Handvoll Unternehmen zu finden sein, die herkömmliche Kostenrechnungsmethoden über Bord geworfen haben und ihre Investitionsentscheidungen auf ungewohnte Weise vornahmen: Statt zu automatisieren, um Kosten zu senken, investieren sie, um durch Flexibilität neue Kunden zu gewinnen.