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29.07.1977 - 

Universitätsklinikum Großhadern:

Der Rechner ist durch nichts zu ersetzen

MÜNCHEN - "Der Computer ist in vielen Bereichen der Medizin nötig und durch nichts mehr zu ersetzen", konstatierte der Münchener Professor K. Überla auf einer Fachtagung in München-Großhadern, dem Standort des größten deutschen Universitätsklinikums. Und speziell in diesem Klinikum, einer noch im Aufbau befindlichen Einrichtung (Bettenzahl heute: rund 500, geplant: 1500), weiß man die Dienste des Computers besonders zu schätzen, denn es laufen dort mehrere Pilotprojekte, die im Klinikbereich wohl als richtungsweisend angesehen werden dürften.

Professor Überla leitet das Institut für Informationsverarbeitung, Statistik und Biomathematik (ISB), einer von drei Einrichtungen, die für die Integration der Datenverarbeitung in den Fachbereich Medizin an der Universität München verantwortlich sind. Die beiden anderen sind das Rechenzentrum für den Fachbereich Medizin (RZM) sowie das Institut für Klinische Chemie (Direktor: Professor M. Knedel).

Das RZM hat nach den Vorstellungen des Bayerischen Kultusministeriums "der Wissenschaft, Verwaltung und der allgemeinen ärztlichen Versorgung im Klinikum Großhadern, den Innenstadtkliniken sowie den medizinischen Instituten" seine Dienstleistungen anzubieten. Zentrale Hardwareeinrichtung des Rechenzentrums ist ein Computersystem Siemens 4004/151 mit 640 KB Kernspeicherkapazität. Zehn Plattenspeicher Ó 55 MB, zwei Trommelspeicher mit je 4 MB und vier Bandeinheiten dienen als externe Speicher. Ein Siemenssystem 404/6 wird als Vorschaltrechner eingesetzt. Darüber hinaus verfügt das RZM über ein Klarschriftlesesystem CDC 959 - zur Verarbeitung von Belegen mit ORC-A-Schrift, Markierungen oder Handschrift.

Im Verhaltungsbereich des Klinikums Großhadern unterstützt das Rechenzentrum die Projekte Patientenaufnahme, -verwaltung, Datenbanken, ferner Personalverwaltung, Rechnungswesen sowie Apotheke/Wirtschaftsverwaltung.

Die Patientenaufnahme erfolgt über Bildschirm-Terminals, die online an den Vorschaltrechner angeschlossen sind. Während des Aufnahmevorganges erhält jeder Patient eine Identifizierungsnummer, die für das spätere Wiederauffinden in den Patientendatenbanken erforderlich ist. Anschließend werden ein "Aufnahmeblatt" mit den soeben erfaßten Daten sowie mehrere "Identifikationsträger" (Klebeetiketten mit OCR-A-Schrift) ausgedruckt.

Die DV-Langfristplanung für Großhadern sieht vor, spezielle Funktionsbereiche (Intensivpflegestationen, Kardiologie, Klinische Chemie, Pulmonologie, Nuklearmedizin, Forschungslabors) nach und nach mit eigenen kleinen Computersystemen auszustatten, die sternförmig an den Siemens-Zentralrechner angeschlossen werden sollen.

Die Automatisierung des Klinisch-Chemischen Institutes erhielt nach diesem Konzept höchste Priorität und ist größtenteils bereits realisiert - mit Hilfe eines Verbundsystems aus vier Zentraleinheiten der Prozeßrechner-Serie Siemens 300 (3x Modell 330, 1x Modell 340) sowie des Laborsystems "Silab" von Siemens. Alle Laborarbeitsplätze des Institutes sind online mit den Computern verbunden. Die Probenverteilung auf die einzelnen Arbeitsplätze erfolgt durch eine rechnergesteuerte Probenverteilungsanlage.